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Für eine neue Perspektive 28.11.2021 14:48:00

Zugekauft: Wie Novartis die Roche-Milliarden anlegen will

Zugekauft: Wie Novartis die Roche-Milliarden anlegen will

Pharmariese Roche erwirbt rund ein Drittel seines stimmberechtigen Kapitals aus dem Besitz des Konkurrenten Novartis. Beide Konzerne profitieren davon. Wie Novartis den Gewinn anlegen will.

von Klaus Schachinger, Euro am Sonntag

Lange mussten die Eigentümerfamilien und Aktionäre des Schweizer Pharmariesen Roche fürchten, dass Novartis, der ebenfalls in Basel ansässige ebenbürtige Konkurrent, seine 33-Prozent-Beteiligung an Roche an einen unerwünschten Dritten veräussert. Novartis hatte das Aktienpaket unter Führung von Chef Daniel Vasella zwischen 2001 bis 2003 für fünf Milliarden Dollar erworben mit dem Ziel, die Zusammenarbeit der Konzerne zu verbessern. Funktioniert hat das nicht. 2013 verliess Vasella Novartis.

Mit dem Verkauf der Beteiligung beendet der amtierende Chef Vasant Narasimhan jetzt das Kapitel. Roche zahlt 19 Milliarden Schweizer Franken, umgerechnet 20,8 Milliarden Dollar. Die 53,3 Millionen Aktien sollen nach dem Kauf eingezogen werden. Die Familien Oeri und Duschmalé, Nachfahren des Gründers Fritz Hoffmann, halten zusammen 50,1 Prozent der Stimmrechte. Durch den Einzug der erworbenen Aktien erhöht sich ihr Anteil auf 67,5 Prozent. Laut Schweizer Börsenaufsicht sind sie nicht verpflichtet, den übrigen Aktionären eine Kaufofferte zu machen.

Der Deal muss allerdings auf der ausserordentlichen Hauptversammlung am 26. November von den Aktionären abgesegnet werden. Die Eigentümerfamilien beteiligen sich nicht an der Finanzierung und werden sich bei der Abstimmung enthalten.

Der Einzug der Papiere erhöht den Gewinn pro Aktie, senkt das KGV und macht auch die Bewertung attraktiver. Trotz des Milliardenkredits bestätigte Roche die Jahresziele und die reguläre Erhöhung der Dividende.

Biotech im Blick

Roches Dividenden brachten Novartis während der knapp zwei Jahrzehnte mehr als sechs Milliarden Dollar ein. Die jährliche Rendite taxiert der Konzern, in Dollar gerechnet, auf 10,2 Prozent. Der Verkauf der Beteiligung bringt 14 Milliarden Dollar. Einen erheblichen Anteil des Geldes werde Novartis für den Kauf von Biotechfirmen einsetzen, erwarten Analysten.

Der Konzern steht permanent unter dem Druck, die Rückgänge bei Umsatz und Gewinn von Wirkstoffen, deren Patentschutz endet, durch neue Blockbuster zu kompensieren - dabei helfen die Entwicklungen von Biotechs. Für dieses Jahr schätzen Analysten der Barclays Bank die Erlöse von Novartis auf 52 Milliarden Dollar. Patentgeschützte Arzneien der Sparte Innovative Medicines liefern mit knapp 42,5 Milliarden mehr als 80 Prozent des Umsatzes.

Abspaltung von Sandoz

Nun soll Novartis auf diesen Bereich fokussiert werden. Sandoz, das Geschäft mit Novartis’ patentfreien Arzneien, soll abgespalten und bevorzugt via Spin-off an die Börse gebracht werden. Aus Sicht des Vorstands bremst Sandoz den Gesamtkonzern bei Umsatz und Gewinn. Für 2021 schätzen Analysten die Erlöse der Sparte auf 9,6 Milliarden Dollar. Damit ist Sandoz Europas grösster Generikahersteller und weltweit die Nummer 1 bei Biosimilars, den Nachahmerpräparaten, die in Biotechverfahren hergestellt werden. Bei einem Börsendebüt via Spin-off würde Sandoz in die Depots der Novartis-Aktionäre gebucht.

Bei Innovative Medicines erhöhte Novartis jüngst die Prognosen für die grössten Umsatzbringer: Cosentyx, das weltweit führende Originalpräparat zur Behandlung von Schuppenflechte, und Entresto zur Behandlung von Herzinsuffizienzen. Die beiden Arzneien sollen im laufenden Geschäftsjahr mindestens sieben beziehungsweise fünf Milliarden Dollar Umsatz liefern.

Stütze: Milliarden für Zukäufe sollten die Aktie beflügeln. Die charttechnische Unterstützung sichert den Kurs ab. Einsteigen.









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