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Investitionen angekündigt 10.10.2021 16:05:00

Tesla-Chef Elon Musk umgarnt China: Viel Lob für Regulierungen und Konkurrenz

Tesla-Chef Elon Musk umgarnt China: Viel Lob für Regulierungen und Konkurrenz

Elon Musk versucht sich in China an Schadensbegrenzung, nachdem das Image seines E-Autobauers Tesla dort in der jüngsten Vergangenheit einige Kratzer bekommen hat. Der Tesla-Chef zeigte sich auf zwei virtuellen Konferenzen voll des Lobes für das Land, die Regulierungen und die chinesische Konkurrenz. Ausserdem kündigte er weitere Investitionen im Reich der Mitte an.

• Tesla zuletzt mit Imageproblemen in China
• Elon Musk auf virtuellen Konferenzen mit Charme-Offensive und viel Lob für China
• Tesla "erfreut über Gesetze und Regulierungen" zum Datenmanagement

China ist der weltweit grösste Markt für E-Autos und der zweitwichtigste für den Elektroauto-Pionier Tesla. Nachdem im vergangenen Jahr im Reich der Mitte für den Konzern von Elon Musk auch noch alles rund lief, sind 2021 einige dunkle Wolken aufgezogen: Im Frühjahr sorgte ein Vorfall bei der Automesse in Shanghai für Schlagzeilen, als eine Frau auf einen Model 3 stieg und Tesla Bremsversagen bei ihrem E-Auto vorwarf. Staatsmedien sprachen im Anschluss von einer "anmassenden Haltung" Teslas und warfen dem Unternehmen fehlenden Respekt vor den chinesischen Verbrauchern vor. Auch ein tödlicher Unfall in Südchina und der Rückruf von mehr als 285.000 Fahrzeugen schadeten dem Image des E-Autobauers. Laut "CNBC" nahmen ausserdem die chinesischen Regulatoren den Konzern in diesem Jahr wegen möglicher Verstösse gegen den Datenschutz verstärkt unter die Lupe und Angehörigen des Militärs sowie Staatsbediensteten wurde verboten, ein E-Auto von Tesla zu nutzen.

Die Beziehung zwischen Tesla und China kann man daher momentan wohl als etwas angespannt bezeichnen. Doch mit einer Charme-Offensive und viel Lob für das Land versuchte Unternehmenschef Elon Musk kürzlich auf zwei virtuellen Konferenzen das Verhältnis zu dem Land wieder etwas zu verbessern.

Tesla-Chef mit Zugeständnissen an China und viel Lob

Auf der World Internet Conference, die von der chinesischen Cyberspace-Behörde veranstaltet wurde, bekräftigte Tesla-Chef Elon Musk Ende September seine Expansionspläne im Reich der Mitte. "Tesla wird seine Investitions- und Forschungstätigkeiten in China fortlaufend ausbauen", zitiert das "Handelsblatt" den Unternehmer. Strengere Regulierungen sieht er dabei nicht als Hindernis an - eher im Gegenteil: "Wir bei Tesla sind erfreut über einige Gesetze und Regulierungen, die zum Ziel haben, das Datenmanagement zu stärken", sagte Musk und erklärte, dass Tesla ein Datenzentrum in China aufgebaut habe, damit alle bei chinesischen Kunden anfallenden Daten im Land blieben und dort ausgewertet werden können. Tatsächlich gibt es in China auch entsprechende Vorschriften, damit ausländische Unternehmen die Daten chinesischere Bürger nicht auf Servern im Ausland speichern.

Doch neben den Zusagen an China und den Zugeständnissen an die chinesische Regulierungspolitik sparte der Tesla-Chef auch nicht mit Lob für das Land und bezeichnete es sogar als weltweit führend in Sachen Digitalisierung. "Meine aufrichtige Beobachtung ist, dass China viele Ressourcen und Mühen aufwendet, um die neuesten digitalen Technologien in verschiedenen Industriezweigen einzusetzen, inklusive der Automobilindustrie, was China zu einem globalen Anführer im Bereich Digitalisierung macht", so Musk.

Musk zollt China-Konkurrenz Respekt

Die World Internet Conference war dabei nicht die erste Gelegenheit, bei der der Tesla-Chef China Honig ums Maul schmierte. Auch schon im Rahmen des World New Energy Vehicle Congress, der Mitte September stattfand, sagte Musk laut "Teslamag", dass China der grösste und dynamischste Markt für Fahrzeuge mit neuen Energiequellen - also E-Autos und Brennstoffzellenfahrzeuge - sei und sprach davon, dass er grossen Respekt für viele chinesische Autobauer habe, da sie die Technologien für Elektroautos voranbringen würden. Die chinesischen Autobauer, zu denen unter anderem auch die Tesla-Konkurrenten NIO und Xpeng gehören, bezeichnete er dabei laut "CNBC" als "die wettbewerbsfähigsten weltweit", vor allem weil einige von ihnen zu den besten im Bereich Software gehören würden und dieser Bereich "die Zukunft der Automobilindustrie am meisten prägen wird, vom Design über die Produktion bis hin zum autonomen Fahren".

Redaktion finanzen.ch

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Bildquelle: Bill Pugliano/Getty Images,Joe Scarnici/WireImage/Getty Images