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Trotz Fehde der Koryphäen 28.11.2020 23:07:00

Gerüchte: Buffett könnte heimlich Tesla-Aktien gekauft haben

Gerüchte: Buffett könnte heimlich Tesla-Aktien gekauft haben

• Offenbar 50 Millionen Tesla-Aktien bei unbekanntem Investor
• Buffett und Musk verbindet lange Fehde
• Hat Buffett dennoch in Tesla investiert?

Erst in der vergangenen Woche hat Starinvestor Warren Buffett das 13-F-Formular bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Dort zu sehen: Die grössten Beteiligungen seines Investmentvehikels Berkshire Hathaway. Die Beteiligungen waren wenig überraschend: Apple bleibt weiterhin die grösste Aktienposition von Buffett, bei Pharmawerten hat der 90-Jährige im abgelaufenen Quartal zugegriffen. Autobauer gehören allerdings - bis auf den chinesischen BYD-Konzern - aktuell nicht zum Portfolio des Berkshire-Chefs - bis jetzt zumindest. Denn die Gerüchteküche kocht hoch.

Hat Buffett in Tesla investiert?

Befeuert wurden die Spekulationen, nachdem ein Anleger infolge der Aufnahme von Tesla in den S&P 500-Index einen genauen Blick auf die Verteilung der Tesla-Anteile geworfen hat. Dabei ist ihm aufgefallen, dass 50 Millionen Tesla-Aktien bei einem unbekannten Investor liegen.

Warum aber sollte ausgerechnet Warren Buffett diese 50 Millionen Anteile - mit denen er unter der 5%-igen Meldeschwelle bleiben würde - erworben haben? Schliesslich ist Buffett ein eingeschworener Value-Investor, volatile Aktien wie Tesla, denen immer wieder Blasengefahr nachgesagt wird, gehören nicht zu seinen Vorlieben.

Hinzu kommt: Buffett und Elon Musk sind in der Vergangenheit nicht eben freundlich miteinander umgegangen. Er sei "nicht sein grösster Fan" erklärte Musk als er nach der Börsenlegende befragt wurde. Zudem sei Buffett nicht der "freundliche Opa", für den ihn alle halten würden. Umgekehrt hielt man auch bei Berkshire Hathaway nicht mit eine eindeutigen Meinung über Elon Musk hinter dem Berg: Er leide an Selbstüberschätzung war vom Buffett-Vertrauten Charlie Munger zu hören und Buffett selbst hatte sich sogar auf einen Schlagabtausch mit Musk eingelassen.

Eigentlich spricht also einiges dagegen, dass ausgerechnet Warren Buffett der mysteriöse Inhaber von 50 Millionen Tesla-Aktien sein soll. Schliesslich hat er mit BYD bereits einen Elektroautobauer im Depot und betonte in der Vergangenheit diverse Male, dass er nicht in Tesla investieren wolle.

Geheime Abmachung mit der SEC

Doch im Rahmen des 13-F-Formulars machte Buffett ein Detail öffentlich, das viele Anleger ins Grübeln brachte - eine Klausel verrät nämlich, dass es eine Abmachung gibt, die direkt mit der SEC getroffen wurde und nicht öffentlich einsehbar ist. David Kass, ein Finanzprofessor an der University of Maryland, sagte gegenüber Business Insider, dass Buffett "zweifellos jetzt eine grosse Position aufbaut und diese möglicherweise in seinem nächsten 13F offenbaren wird". Und auch Edward Jones-Analyst James Shanahan geht davon aus, dass es sich um ein grosses börsennotiertes Unternehmen handeln müsse, das sich hinter der separaten Absprache mit der US-Börsenaufsicht versteckt.

Zunächst waren viele Marktteilnehmer davon ausgegangen, dass er in grossem Stil Aktien seines eigenen Unternehmens, Berkshire Hathaway, aufkaufen würde. Doch auch Tesla ist börsennotiert und sollte öffentlich werden, dass ausgerechnet Tesla- und Musk-Skeptiker Buffett Anteile an dem Elektroautobauer erworben hat, könnte die Tesla-Aktie massive Kursbewegungen vollziehen, was wiederum dafür spricht, dass Buffett einen solchen Schritt zunächst geheim halten würde.

Investor hatte den richtigen Riecher

Auch wenn sich herausstellen sollte, dass es nicht Buffett war, der sich die fehlenden 50 Millionen Tesla-Aktien gesichert hat: Der Tesla-Investor hat bei seinem Trade den richtigen Riecher bewiesen. Denn die Nachricht von der Aufnahme des Elektroautobauers in den S&P 500 hat der Tesla-Aktie einmal mehr einen deutlichen Schub verpasst, allein innerhalb des letzten Monatszeitraums haben Anleger mit ihrer Beteiligung 15 Prozent Plus gemacht.

Auch Buffett, der erst kürzlich von Musk auf der Liste der reichsten Milliardäre überholt wurde, würde sich über einen solchen Wertanstieg einer seiner Beteiligungen wohl freuen.

Redaktion finanzen.ch

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Bildquelle: Kristall Kennell / Shutterstock.com,Daniel Zuchnik/WireImage