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Tesla-Konkurrent 17.05.2021 22:10:00

Grosse Expansionspläne: NIO will sich von Norwegen aus in ganz Europa ausbreiten

Grosse Expansionspläne: NIO will sich von Norwegen aus in ganz Europa ausbreiten

Der Elektroautohersteller und Tesla-Mitbewerber NIO hat grosse Pläne: Nach starken Umsatzzahlen kündigt das chinesische Unternehmen nun an, sich auf den Standort Norwegen zu konzentrieren. Von dort aus will sich NIO in ganz Europa ausbreiten.

• Fokus auf E-Auto-Standort Norwegen
• NIO will Ladenetz ausbauen
• Angriff auf deutsche Autohersteller

Ehrgeizige Pläne: NIO expandiert nach Norwegen

Bereits im Vorfeld brodelte die Gerüchteküche bezüglich der Expansionspläne des chinesischen Elektroautoherstellers und Tesla-Konkurrenten NIO. Nur wenige Tage nach der Veröffentlichung der Bilanz für das erste Quartal des Jahres bestätigte das Unternehmen auf einer Pressekonferenz nun, mit seinem Europa-Geschäft durchstarten zu wollen und dazu das erste "NIO House" außerhalb von China im norwegischen Oslo zu bauen. "Wir betreiben seit 2015 unser Designcenter in München, in Oxford sitzt ein Performance-Team, in San José im Silicon Valley haben wir unser Software-Team. Mittlerweile beschäftigen wir mehr als 9'000 Mitarbeiter aus 45 Ländern", so CEO und Gründer William Li in einer Pressemitteilung. "Wir sind als erstes in China in den Markt gegangen. Jetzt geht es darum, unsere Marke und unsere Produkte in Europa einzuführen." Wie bereits im Vorfeld gemunkelt wurde, wird Marius Hayler, der bereits zuvor bei den norwegischen Niederlassungen von Volvo und Jaguar Land Rover tätig war, die Führung des Standorts in Oslo übernehmen. Aktuell sind dort laut "CNBC" 15 Mitarbeiter beschäftigt, bis zum Ende des Jahres will NIO aber auf 50 Kollegen aufstocken.

E-Auto-Land Norwegen: Großes Potenzial

Dass das in China ansässige Unternehmen sich ausgerechnet Norwegen als Expansionsstandort ausgesucht hat, liegt laut "The Street" an dem hohen Stellenwert, den Elektrofahrzeuge dort haben. So lockt die norwegische Regierung potenzielle Käufer von Elektrofahrzeugen mit Subventionen und einem flächendeckenden Ladenetz. Bis 2025 sollen alle dort verkauften Neufahrzeuge emissionsfrei sein, so das Portal. Der Plan der Landesspitze scheint zu fruchten: Bei 54,3 Prozent der im vergangenen Jahr verkauften Neuwagen in dem skandinavischen Land handelte es sich um E-Autos, wie aus einer Untersuchung des norwegischen Elektroauto-Verbands hervorgeht. 2019 waren es noch 42 Prozent. Der meistverkaufte Personenkraftwagen in Norwegen war 2020 der e-tron von AUDI, so die Organisation. Bereits in den Vorjahren sicherten sich mit dem Nissan Leaf (2018) und dem Tesla Model 3 (2019) vollelektrische Fahrzeuge die Spitzenposition. Mittlerweile liefert auch NIOs Landeskonkurrent Xpeng Fahrzeuge nach Norwegen, so CNBC.

Zentrum für Fans und Kunden - erstes "NIO House" in Europa

Als modernes Unternehmen will NIO seine Kunden über digitale Informationskanäle erreichen, wie NIO Europe-Vizepräsident Hui Zhang im Rahmen der Vorstellung erklärt: "Jetzt legen wir los. Im März haben wir eine norwegische Tochtergesellschaft gegründet, unser Kernteam steht. Wir werden unsere User direkt über das Internet ansprechen." Neben der NIO-App und der Unternehmenswebseite will der E-Autobauer aber auch mit Offline-Angeboten auf Kundenfang gehen. Mit dem NIO House in Oslo soll bereits im Sommer ein 2'000 Quadratmeter großes Zentrum geschaffen werden. Ähnliche Gebäude hat der Konzern bereits in China errichtet. Neben Informationen zu den Fahrzeugen des chinesischen Anbieters wird das Konzept durch ein Gastronomieangebot, einen Kinderspielplatz sowie Konferenzräume komplettiert, wie NIO auf seiner Webseite angibt. Bereits im nächsten Jahr sollen weitere Standorte in den norwegischen Städten Bergen, Stavanger, Trondheim und Kristansand folgen. Mit der Verknüpfung von Online- und Offline-Angeboten will NIO laut Pressemitteilung nicht weniger als den Vertrieb von Fahrzeugen revolutionieren.

Vollständiges Produkt- und Service-Portfolio kommt nach Europa

Als erstes Modell soll der Elektro-SUV ES8 den Weg nach Europa finden - nach eigenen Angaben das Flaggschiff des Konzerns. Vorbestellungen werden bereits im Juli möglich sein, die Auslieferung beginnt dann im September. 2022 will man dann die Limousine ET7 auf den europäischen Markt bringen. Langfristig will NIO aber sein komplettes Line-up in Europa anbieten, inklusive aller Dienstleistungen. Mit der NIO-Power-Swap-Technologie können Benutzer etwa die Akkus ihrer Fahrzeuge innerhalb von drei Minuten austauschen, wirbt das Unternehmen in der Pressemitteilung. Damit bietet das Unternehmen seinen Kunden an, Fahrzeuge zu kaufen und die Batterien in einem Abomodell zu erstehen. Günstigere Einstiegspreise sollen NIO-Kunden somit länger an das Unternehmen binden. Noch in diesem Jahr sollen vier solcher Ladestationen in Norwegen eingerichtet werden, im nächsten Jahr wird das Netz weiter ausgebaut. Das Angebot will der Tesla-Konkurrent dann mit seinem Supercharger-Netzwerk vervollständigen.

Konkurrenz zu Daimler & Co.: NIO hofft auf deutschen Markt

Mit der Etablierung des norwegischen Standorts als europäisches Zentrum für NIOs Eintritt in den Markt abseits von China könnten die Fahrzeuge des Unternehmens auch schon bald über deutsche Straßen rollen. "Wir hoffen, dass wir hier schon nächstes Jahr einige unserer Autos und Dienste anbieten können", so Li gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". "NIO ist eine Premiummarke, und 85 Prozent der Nachfrage für solche Autos kommen aus den USA, Europa und China." Um die Branche zu dominieren und damit Unternehmen wie Daimler, BMW und AUDI gefährlich zu werden, müsse NIO aber auch außerhalb von China aktiv werden, so der CEO.

Redaktion finanzen.ch


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Bildquelle: Sundry Photography / Shutterstock.com,Andy Feng / Shutterstock.com

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