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Mercedes-Benz Group Aktie 945657 / DE0007100000

12.02.2026 08:57:36

Mercedes im Pkw-Geschäft nach Einbruch vorsichtig - Kurs unter Druck

(Ausführliche Fassung)

STUTTGART (awp international) - Der Autobauer Mercedes-Benz hat sich für das neue Jahr vorsichtige Ziele in seiner wichtigsten Sparte mit dem Pkw-Bau gesetzt. So dürfte die um Sondereffekte bereinigte Marge vor Zinsen und Steuern im Pkw-Geschäft in diesem Jahr zwischen 3 und 5 Prozent landen und damit nur im besten Fall auf Vorjahresniveau, wie der Dax-Konzern am Donnerstag mitteilte.

Die Stuttgarter hatten angekündigt, erst 2027 wieder eine zweistellige Marge in Angriff zu nehmen. Analysten haben für 2026 bisher einen Wert von 5,8 Prozent auf dem Zettel, vergangenes Jahr war die Marge um gut 3 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent abgerutscht.

Insgesamt soll der Umsatz bei einem Pkw-Absatz auf Vorjahresniveau in etwa ebenfalls auf dem Niveau von 2025 bleiben. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern dürfte aber deutlich steigen. Zum einen kommen Kosteneinsparungen aus dem Stellenabbauprogramm zum Tragen, zum anderen wiederholen sich die Einmalkosten dafür nicht in der Höhe des Vorjahres. Für den Jobabbau - für den Mercedes keine konkrete Stellenanzahl als Ziel nennt - stellte der Autobauer 2025 rund 1,6 Milliarden Euro zurück.

Auszahlungen für Aufhebungsverträge werden allerdings den freien Mittelzufluss im Industriegeschäft - also ohne die Finanzdienstleistungen gerechnet - belasten. Dieser soll noch einmal leicht fallen - bereits vergangenes Jahr sackte die für Anleger wichtige Kennzahl spürbar von 9,2 auf 5,4 Milliarden Euro ab.

Schwaches China-Geschäft

Im vergangenen Jahr haben die Schwaben vor allem wegen der US-Zölle und der schwachen Geschäfte im einstigen Wachstumsmarkt China spürbar weniger erwirtschaftet. Erhöhte Zölle verschlangen dabei rund eine Milliarde Euro. Um Sondereffekte bereinigt sank das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 40 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro.

Den Stuttgartern machte dabei auch der schwache Dollar zu schaffen, Wechselkurse kosteten allein in der Pkw-Sparte 1,5 Milliarden Euro. Weil auch der durchschnittliche Verkaufspreis von 71'000 auf 68'100 Euro je Auto sank, sackte die bereinigte operative Marge in der Sparte um 3,1 Prozentpunkte auf 5,0 Prozent ab. Analysten hatten 4,8 Prozent erwartet.

Der Aktienkurs gab vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate um 2,3 Prozent gegenüber dem Xetra-Schlusskurs vom Vorabend nach. Damit droht sich die Börsen-Bilanz im laufenden Jahr zu verschlechtern. Auf Sicht von drei Jahren hat der Kurs rund ein Fünftel eingebüsst.

Sonderkosten belasten

Bei einem um 9,2 Prozent auf 132,2 Milliarden Euro gesunkenen Gesamtumsatz fiel das Konzernergebnis um fast die Hälfte auf 5,3 Milliarden Euro. Dabei belastete auch das Sparprogramm mit hohen Sonderkosten. Die Dividende soll von 4,30 Euro auf 3,50 Euro sinken.

Die finanziellen Ergebnisse seien im Rahmen der Prognosen ausgefallen und seien getragen "von einem klaren Fokus auf Effizienz, Geschwindigkeit und Flexibilität", sagte Mercedes-Chef Ola Källenius laut Mitteilung. "Wir sind bereit für das Jahr 2026", sagte der Manager. Mit einem klaren Plan und einem sehr wettbewerbsfähigen Produktportfolio treibe Mercedes die Transformation konsequent voran.

Insgesamt verkaufte Mercedes im vergangenen Jahr rund 2,16 Millionen Pkw und Vans. Pkw wurden etwas mehr als 1,8 Millionen verkauft, was einem Rückgang von neun Prozent im Vergleich zu 2024 entspricht. In China fiel der Rückgang mit 19 Prozent besonders deutlich aus. Nach wie vor ist China das wichtigste Land für Mercedes. Fast ein Drittel aller Pkw setzten die Schwaben 2025 dort ab.

Sparprogramm lanciert

Das Unternehmen hatte bereits vor einem Jahr auf die angespannte Lage reagiert und ein Sparprogramm ausgerufen. Schon 2024 war das Konzernergebnis im Jahresvergleich deutlich gefallen. Auch der Umsatz und Absatz waren damals bereits rückläufig.

Das Sparprogramm soll dabei helfen, wieder profitabler zu werden. Demnach sollen bis 2027 die Produktionskosten um zehn Prozent im Vergleich zu damals sinken. Zudem würden die Materialkosten optimiert. Auch die Fixkosten sollen bis 2027 um weitere zehn Prozent sinken. Helfen soll auch ein Abfindungsprogramm für Beschäftigte in indirekten Bereichen, also nicht in der Produktion.

men/rwi/nas/stk

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