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Kurzarbeit möglich 07.12.2022 16:55:00

Evonik-Aktie tiefer: Evonik-Chef Kullmann rechnet mit massiven Belastungen für Deutschlands Wirtschaft

Evonik-Aktie tiefer: Evonik-Chef Kullmann rechnet mit massiven Belastungen für Deutschlands Wirtschaft

Der Chef des Chemiekonzerns Evonik rechnet wegen der schwierigen und teuren Gasversorgung Deutschlands infolge des Kriegs Russlands gegen die Ukraine mit massiven Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft.

Kurzarbeit bei dem Essener MDAX-Konzern will Christian Kullmann daher nicht ausschliessen. Eine solche Massnahme habe den Zweck, in Krisenzeiten Beschäftigung zu sichern. "Bei Evonik wird es keine betriebsbedingten Kündigungen geben", sagte der Manager im Gespräch mit der "Westdeutschen Allgemeine Zeitung" (WAZ).

"Die Lage ist ernst. Die Krise ist tief und wird lange dauern", sagte Kullmann der Zeitung weiter. "Wir zahlen jetzt den Preis der Solidarität" mit der Ukraine. Dennoch sei es richtig, an der Seite der Ukraine zu stehen. Die deutsche Wirtschaft sieht Kullmann im Wesentlichen auf zwei Säulen: technologische Kompetenz und eine sichere und bezahlbare Energieversorgung. "Die zweite Säule hat nun tiefe Risse bekommen."

Evonik selbst hatte auf die Gaskrise mit dem Weiterbetrieb des eigenen Kohlekraftwerks Marl reagiert, dessen Stilllegung ursprünglich für dieses Jahr geplant war. Ebenfalls in Marl wurde das neue, konzerneigene Gaskraftwerk mit Hilfe des Ölkonzerns BP auf Autogas umgestellt.

Die chemische Industrie ist stark abhängig von Gas. Es wird vor allem zur Erzeugung hoher Temperaturen gebraucht, die für viele chemische Prozesse notwendig sind. Ein kleinerer Teil fliesst zudem als Rohstoff direkt in die Produktion ein.

Mit Blick auf 2022 hält Kullmann im Gespräch mit der "WAZ" am Unternehmensziel eines bereinigten operativen Gewinns (Ebitda) von 2,5 bis 2,6 Milliarden Euro fest, nach 2,4 Milliarden im vergangenen Jahr. Für 2023 äusserte er sich aber zurückhaltend. "Klar ist auch: Wenn unsere Kunden leiden, leiden wir mit."

Evonik ernennt Maike Schuh zur CFO ab April

Bei Evonik steht ein Wechsel im Finanzressort an. Ute Wolf wird Ende März nach fast 10-jähriger Vorstandstätigkeit den Spezialchemiekonzern verlassen. Aus "persönlichen Gründen" stehe Wolf für eine dritte Amtszeit nicht zur Verfügung, teilte das Unternehmen mit Sitz in Essen mit.

Nachfolgerin wird ab April die aktuelle Chefin der Konzernsparte Performance Materials, Maike Schuh. Die 48-Jährige ist seit 2015 im Konzern und bringt neben Controlling-Expertise Erfahrungen aus dem operativen Geschäft im In- und Ausland mit.

Evonik-Vorstandschef Christian Kullmann sagte, die scheidende Finanzvorständin Wolf habe "massgeblich" zum wirtschaftlichen Erfolg von Evonik beigetragen.

Die Evonik-Aktie gibt im XETRA-Handel zeitweise 1,11 Prozent auf 18,32 Euro nach.

ESSEN (awp international) / FRANKFURT (Dow Jones)


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Bildquelle: Jonathan Weiss / Shutterstock.com,Evonik