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Rückenwind aus China 20.01.2021 17:50:42

Richemont-Aktie stark: Richemont mit leichtem Wachstum im Weihnachtsquartal

Richemont-Aktie stark: Richemont mit leichtem Wachstum im Weihnachtsquartal

Der Uhren- und Schmuckkonzern Richemont ist im Weihnachtsquartal leicht gewachsen.

Richemont
87.86 CHF 6.53%
Damit hat sich das Geschäft der Genfer vom coronabedingten Rückschlag im Frühsommer weiter erholt. Rückenwind gibt es aus China.

Der Konzernumsatz stieg in den Monaten Oktober bis Dezember um 1 Prozent auf 4,19 Milliarden Euro, wie die Gruppe mit Marken wie Cartier, Piaget oder IWC am Mittwoch bekanntgab. Der Umsatz lag damit etwas höher, als dies im Vorfeld der Publikation erwartet wurde. Um Währungseffekte bereinigt beläuft sich das Plus sogar auf 5 Prozent.

Das Geschäft mit Schmuck und Uhren sei im Berichtsquartal weiterhin von der Coronakrise geprägt worden, schreibt Richemont. Dabei hätten nach wie vor die vielerorts von den Behörden zur Eindämmung der Pandemie getroffenen Reiserestriktionen sowie erneute Ladeschliessungen belastet.

Wachstumsschub aus China

Sehr gut hat sich Richemont aber in China entwickelt. Das Land hat sich rasch von den Folgen der Pandemie erholt und das hat im "Reich der Mitte" auch die Konsumlust geweckt. Im Berichtsquartal legten die Verkäufe dort währungsbereinigt um 80 Prozent zu.

In der gesamten Region Asien Pazifik kletterte der Umsatz um einen Fünftel in die Höhe auf 1,73 Milliarden Euro. Positiv stachen auch die Verkäufe im Mittleren Osten/Afrika mit einem ähnlich hohen Plus wie in Asien hervor.

Dagegen harzt das Geschäft weiterhin in Europa, wo der Umsatz von Richemont um einen Fünftel auf knapp eine Milliarde zurückfiel. Europa leidet besonders darunter, dass kauffreudige Touristen aus Asien fehlen. Das Geschäftsvolumen in Amerika sank nur leicht.

Gute Schmuck-Nachfrage

Punkten kann Richemont vor allem mit dem Schmuck von Cartier und Van Cleef & Arpels. In diesem Segment legten die Umsätze im dritten Quartal in Lokalwährungen um 14 Prozent zu. Bei den Uhren mit Marken wie IWC, Jaeger LeCoultre oder Panerai gingen sie hingegen um 4 Prozent zurück.

Das Geschäft auf den sich im Aufbau befindenden Onlinekanälen blieb mit einem zum Vorjahr kaum veränderten Umsatz stabil.

Über die gesamten ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2020/21 von April bis Dezember musste Richemont einen Umsatzrückgang um 16 Prozent auf 9,66 Milliarden Euro hinnehmen. Ladenschliessungen, die unsichere Konjunkturlage und die Einschränkungen im Tourismus hatten die Verkäufe im Startquartal beinahe halbiert.

Richemont-Aktien stark nachgefragt

Die Richemont-Aktie gewann am Mittwoch in Zürich in der Spitze 5,3 Prozent auf 87,94 Franken. Schlussendlich betrug das heutige Kursplus noch 2,80 Prozent auf 85,88 franken. Im Sog der Genfer kann der Uhrenkonzern Swatch an der Börse ebenfalls um mehr als zwei Prozent zulegen.

Sowohl Richemont als auch Swatch hatten an der Börse seit November kräftig an Wert gewonnen. Damals kostete eine Richemont-Aktie weniger als 60 Franken. Am Markt setzte sich die Meinung durch, dass sich die Luxusgüterindustrie mithilfe der Impfkampagnen rund um den Globus rascher als befürchtet von den Folgen der Coronakrise erholen kann.

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2020/21 hat Richemont vor allem in China (Umsatz: +80%) stark zugelegt und dabei hätten sich die Schmuckmarken Cartier und Van Cleef & Arpels erfreulich entwickelt, schreibt Patrick Schwendimann von der ZKB. Da sei Richemont für die Zukunft sehr gut positioniert.

Richemont habe klar besser als erwartet abgeschnitten, kommentiert Vontobel-Analyst René Weber. Dabei blicke der Konzern dank starker Schmuckverkäufe auf das beste Weihnachtsquartal in der Firmengeschichte zurück. Auch er hebt das kräftige Wachstum in China positiv hervor und will sein Kursziel von aktuell 86 Franken erhöhen.

Derweil überrasche der Umsatzrückgang in Europa von einem Fünftel nicht, meint Luca Solca von Bernstein. Denn auf dem Kontinent fehlten die für die Luxusgüterbranche so wichtigen Touristen aus Asien nach wie vor. Mit Blick auf die Boutiquenschliessungen sei die Entwicklung in Europa gar besser als befürchtet ausgefallen, ergänzt Schwendimann.

Wo Licht ist, da ist bekanntlich aber auch Schatten. So fällt der Umsatz- und Wachstumsbeitrag aus dem Onlinevertrieb tiefer als erhofft aus. Angesichts des erfreulichen Abschneidens in den Bereichen Jewellery und Specialist Watchmakers sitzt die Enttäuschung darüber jedoch nicht sehr tief.

mk/pre/rw

Genf (awp)

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Bildquelle: Keystone,keystone