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Chefwechsel 20.02.2020 18:07:00

UBS-Aktie legt zu: UBS-Chef Sergio Ermotti wird durch ING-CEO Hamers ersetzt

UBS-Aktie legt zu: UBS-Chef Sergio Ermotti wird durch ING-CEO Hamers ersetzt

Der Chef des niederländischen Geldhauses ING, Ralph Hamers, löst am 1. November Sergio Ermotti als Konzernleiter ab.

Hamers soll ab dem 1. September 2020 als Mitglied der Konzernleitung zu UBS stossen, um einen reibungslosen Übergang in der Führung sicherzustellen, meldete Grossbank in der Nacht auf Donnerstag.

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UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber war der Zeitung "Financial Times" zufolge bereits vor Monaten an Hamers herangetreten - denn schon damals sei klar gewesen, dass Ermottis Vertrag nicht verlängert werde. Der 53-jährige Hamers ist laut UBS seit 1991 für den niederländischen Allfinanz-Dienstleister tätig und seit 2013 deren Chef.

Hamers verfügt über einen Master in Betriebsökonometrie und Operations Research der Tilburg Universität in den Niederlanden und ist Vorstand der Europäischen Bankengruppe, einer führenden europäischen Bankenvereinigung.

Digitale Expertise

UBS-Verwaltungsratspräsident Axel Weber bezeichnete Ralph Hamers in der Medienmitteilung als "den richtigen CEO, um unsere Bank durch die nächste Phase ihrer Entwicklung zu führen." Er sei ein erfahrener und sehr respektierter Branchenkenner mit einer ausgewiesenen Expertise in der digitalen Transformation.

Unter Hamers Führung habe sich ING Group einem fundamentalen Wandel ihres Betriebsmodells unterzogen und gelte heute als eines der besten Beispiele für digitale Innovation im Bankensektor. Er sei vor dem Hintergrund des tiefgreifenden Wandels der gesamten Branche die richtige Wahl, um die UBS durch ihre anhaltende Transformation zu führen.

Nicht auf dem Radar

Die Nachfolgeregelung Ermottis war schon seit mehr als einem Jahr ein Thema in den Medien. Diverse Namen wurden herumgereicht - Hamers war nie dabei.

Als ein heisser Anwärter auf die Ermotti-Nachfolge galt früher etwa der damalige Investmentbank-Chef Andrea Orcel. Doch er verliess die UBS, um als Chef bei der spanischen Santander anzuheuern, was allerdings scheiterte.

Vor einem Jahr las man, die UBS führe schon Gespräche mit Christian Meissner, dem ehemaligen Investmentbank-Chef der Bank of America. Iqbal Khan, dem neuen Co-Leiter der Vermögensverwaltung der UBS wurden hingegen vergleichsweise geringe Chancen eingeräumt, weil er erst seit relativ kurzer Zeit bei der Bank ist. Khan war erst im Oktober von der Konkurrentin CS zur UBS gewechselt.

Ermotti wurden zuletzt Ambitionen nachgesagt, auf den Posten des Verwaltungsratspräsidenten zu wechseln. Gemäss den internen Richtlinien der UBS darf Weber noch bis 2022 VRP bleiben.

Ermotti will "neues Kapitel aufschlagen"

UBS-Chef Sergio Ermotti hatte in der Nacht zum Donnerstag seinen Rücktritt angekündigt. Nach beinahe einem Jahrzehnt als CEO der UBS sei es für ihn Zeit ein neues Kapitel aufzuschlagen.

In der UBS-Medienmitteilung dankte der Verwaltungsrat Sergio Ermotti "für seinen ausserordentlichen Einsatz und Beitrag, den er über die vergangenen neun Jahre, in denen er als CEO tätig war, zum Erfolg der Bank geleistet hat."

UBS-Aktien legen nach Führungswechsel deutlich zu

Der Führungswechsel bei der Grossbank UBS kommt bei den Aktionären positiv an. Die UBS-Aktien starten in einem insgesamt leicht negativen Gesamtmarkt mit deutlichen Aufschlägen in den Handel. Die Wahl des derzeitigen ING-Chefs Ralph Hamers an die Spitze der grössten Schweizer Bank wird auf Investorenseite durchgehend freundlich kommentiert.

Die UBS-Aktien waren am Donnerstag im Schweizer Handel mit einem einem klaren Plus auf ein Tageshoch von 13,28 Franken der klar stärkste Bluechip-Titel am Schweizer Markt. Zum Börsenschluss stand noch ein Plus von 0,89 Prozent bei 13,03 Franken an der Kurstafel

Über den Abgang von Sergio Ermotti war bereits in den vergangenen Wochen in Schweizer und internationalen Medien spekuliert worden: Die Marktteilnehmer zeigen sich entsprechend von seiner Ablösung nicht überrascht. Sein designierter Nachfolger Ralph Hamer gilt in Branchenkreisen vor allem als Digitalisierer: Unter Hamers dürfte die UBS entsprechend die Digitalisierung weiteren Schub erhalten, so der Tenor der Analysten.

Hamers habe sich bei der ING vor allem als "Vorreiter des digitalen Bankings" profiliert und die niederländische Bank transformiert, betonten auch die Analysten von Jefferies in einem Kommentar. "Das Digitale ist nun zur DNA der ING geworden - und Hamers ist das Gesicht dieser Strategie."

Die UBS dürfte unter Hamers ihren Vorsprung bei der Digitalisierung nochmals ausbauen, hoffen die Analysten der ZKB. Positiv zu werten sei allerdings, dass Hamers kein "Investment Banker" sei, betonen die Experten: Im Fokus für das laufende Jahr 2020 werde aber nach wie vor die Restrukturierung des globalen Vermögensverwaltungsgeschäfts sowie der französische Rechtsfall stehen, so die Kantonalbank.

Auch ein Händler am Schweizer Markt verwies am Donnerstagmorgen auf die Erfahrung des künftigen UBS-CEO mit der Digitalisierung, weist aber auch auf die mangelnde Erfahrung im Kerngeschäft der UBS hin: "Die Erfahrung in der Vermögensverwaltung fehlt ihm ein bisschen - dafür hat er ja aber den Iqbal Kahn".

Die Bank Vontobel lobt in einem ersten Kommentar ebenfalls den Leistungsausweis von Hamers bei der niederländischen Bankengruppe: Dieser habe einen fundamentale Veränderung des Geschäftsmodells bei ING durchgesetzt. "ING gilt nun als eines der besten Beispiele für digitale Innovation im Bankensektor", so der zuständige Analyst.

ra/kw

Zürich (awp/sda) / (Dow Jones)

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