Rheinmetall Aktie 345850 / DE0007030009
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02.03.2026 17:55:36
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Rheinmetall-Aktie steigt: Kauf der Lürssen-Marinetochter abgeschlossen - auch TKMS, HENSOLDT und RENK im Blick
Deutschlands grösster Rüstungskonzern Rheinmetall baut künftig auch Schiffe.
Das Kürzel NVL steht für Naval Vessels Lürssen, das Unternehmen mit 2100 Beschäftigten hatte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,3 Milliarden Euro angepeilt, circa zehn Prozent davon sollten auf den Betriebsgewinn (Ebit) entfallen. Rheinmetall hat rund 40.000 Beschäftigte, 2025 wollte die Firma deutlich mehr als 12 Milliarden Euro Umsatz machen - ihre Jahreszahlen publiziert die grösste deutsche Waffenschmiede erst Mitte dieses Jahres.
Vier Werften wechseln Eigentümer
Rheinmetall und Lürssen hatten bereits im vergangenen September eine Einigung verkündet. Die kartellrechtliche Freigabe durch verschiedene Behörden zog sich in die Länge. NVL hat neben dem Verwaltungssitz in Bremen vier Werften: Eine ist in Wilhelmshaven (Niedersachsen), zwei sind in Hamburg und eine in Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern). NVL baut Schiffe für Deutschlands Marine und die Marine anderer Staaten sowie für Behörden, zum Produktportfolio gehören Fregatten, Korvetten, Patrouillenboote, Versorgungsschiffe und Minenräumer.
Der neue Eigentümer Rheinmetall möchte das Geschäft mit den Schiffen deutlich ausweiten, der Rüstungskonzern peilt für seine neue Marinesparte eine jährliche Umsatzsteigerung von etwa 30 Prozent an und würde dann im Jahr 2030 auf circa fünf Milliarden Euro kommen. Hiervon wiederum schätzt Rheinmetall, dass drei Milliarden Euro aus Deutschland und zwei Milliarden Euro aus dem Ausland kommen könnten, darunter Italien, Griechenland und die Türkei.
"Rheinmetall wird künftig zu Lande, zu Wasser, in der Luft und im Weltraum ein relevanter Akteur sein und entwickelt sich damit zum Domäne-übergreifenden Systemhaus", sagte Firmenchef Armin Papperger. Es entstehe "ein leistungsfähiger Komplettanbieter für hochmoderne Überwasserschiffe".
Auch in den USA wittert Rheinmetall gute Geschäfte mit Schiffen, da es dort nicht genug Werftkapazitäten gebe, so die Annahme des Unternehmens. Indonesien, Singapur und Neuseeland sollen ebenfalls Schiffe aus Deutschland kaufen.
Fürs Militär liegen Milliarden bereit
Grund für das grosse Wachstumspotenzial ist die angespannte weltpolitische Situation und die Entschlossenheit der Nato und anderer Staaten, mehr Geld in ihr Militär zu stecken. Deutschland dürfte in den kommenden Jahren Milliarden in sein Heer, seine Luftwaffe und seine Marine stecken. Das Portemonnaie des Bundes sitzt recht locker, da die Ausgaben weitgehend von der Schuldenbremse ausgenommen sind.
Rheinmetall ist überzeugt, mit NVL einen guten Griff gemacht zu haben. Bei einem Gespräch mit Analysten verwies Konzernchef Armin Papperger im vergangenen Jahr darauf, dass die Konkurrenten TKMS aus Kiel, BAE Maritime aus Grossbritannien, Financtiere aus Italien, Naval Group aus Frankreich und Damen Naval aus den Niederlanden weniger profitabel wirtschafteten. Es habe sich eine einzigartige Gelegenheit geboten, die man genutzt habe.
Ein Branchenkenner, der namentlich nicht genannt werden möchte, sieht die Thyssenkrupp -Tochter TKMS als Verlierer der Transaktion. In der Vergangenheit sei mehrfach versucht worden, eine enge Zusammenarbeit von Lürssen und TKMS herbeizuführen. "Eine Werftenkonsolidierung in Deutschland lag in der Luft - und nun greift ausgerechnet Rheinmetall zu, das bislang gar keine eigene Werft hat."
Für Rheinmetall sei der Zukauf auch gut, weil es in Verkaufsgesprächen künftig mehr anbieten könne: "Bislang war Rheinmetall mit Waffensystemen und Elektronik nur ein Zulieferer im Marinegeschäft, künftig kann es alles komplett verkaufen, inklusive der Schiffe." Die eigene Schiffskompetenz erleichtere zudem die Entwicklung von Waffen für die hohe See.
Für den deutschen Blue Chip Rheinmetall ging es am Montag via XETRA schlussendlich um 2,16 Prozent auf 1'627,50 Euro nach unten. Daneben legten HENSOLDT satte 4,91 Prozent auf 78,05 Euro zu. RENK-Papiere schlossen via XETRA mit einem Plus von 3,58 Prozent auf 58,97 Euro - bei thyssenkrupps Marinesparte TKMS stand unterdessen ein Verluste von 0,73 Prozent auf 95,25 Euro an der Tafel.
/wdw/DP/nas
DÜSSELDORF/BREMEN (awp international)
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