Lufthansa Aktie 667979 / DE0008232125
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12.03.2026 17:45:37
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Lufthansa-Aktie gibt nach: Pilotenstreik für zwei Tage gestartet - Auswirkungen auch in der Schweiz spürbar
Bei der Lufthansa hat am Morgen ein zweitägiger Pilotenstreik begonnen.
Das Unternehmen hat aber zugesichert, dass an beiden Streiktagen mindestens die Hälfte der geplanten Flüge stattfindet. Auf der Langstrecke könnten sogar 60 Prozent der Flüge starten.
Zuvor hatte bereits streikende Gewerkschaft Vereinigung Cockpit eingeräumt, dass der Streik diesmal kleiner ausfällt als bei der ersten Welle vor einem Monat. Gewerkschaftschef Andreas Pinheiro erwartet rund 300 Flugausfälle pro Tag. Das ergebe eine ausreichende Streikwirkung und sei Teil der gewerkschaftlichen Strategie. Bei der ersten Streikwelle am 12. Februar waren rund 800 Flüge und damit mehr als das Doppelte ausgefallen. Damals hatte sich auch die Kabinengewerkschaft Ufo an dem Ausstand beteiligt.
Freiwillige Crews
Lufthansa will nach eigener Ankündigung grössere Flugzeuge einsetzen, Lufthansa-Flüge von nicht bestreikten Konzernairlines erledigen lassen und freiwillige Crews einsetzen.
Von Ausfällen betroffene Gäste würden aktiv per E-Mail benachrichtigt, hat das Unternehmen angekündigt. Gäste, die nicht kontaktiert werden, könnten vorerst davon ausgehen, dass ihr Flug nicht betroffen ist. Flüge ins Krisengebiet Nahost sollen nicht bestreikt werden.
Die Gewerkschaft hat die mehr als 5.000 Piloten der Flugbetriebe Lufthansa, Lufthansa Cargo und Lufthansa Cityline zu einem 48-Stunden-Streik aufgerufen, der um Mitternacht beginnen sollte. Während es bei der Regionaltochter Cityline um eine Anhebung der Gehälter geht, streiten die Tarifpartner bei der Cargo und der Kerngesellschaft um höhere Betriebsrenten. Man erwarte in beiden Konflikten ein verhandlungsfähiges Angebot, so die VC. Lufthansas Personalvorstand Michael Niggemann hat den neuerlichen Streik als unnötige Eskalation verurteilt.
Lufthansa-Airlines müssen Flüge nach Dubai bis 28. März streichen
Die Fluggesellschaften der Lufthansa Group müssen ihre Flüge von und nach Dubai bis zum 28. März aussetzen, 13 Tage länger bisher vom Konzern geplant. Grund dafür ist, dass beide Flughäfen in dem Emirat - Dubai (DXB) und Dubai-World Central (DWC) - die Anzahl der Flugbewegungen aus Kapazitätsgründen erheblich reduzieren, wie die Lufthansa Group mitteilte. Dies führe dazu, dass die Konzernfluggesellschaften Lufthansa, Swiss, Ita Airways, Austrian Airlines und Eurowings auf Anordnung der Flughäfen sämtliche Flüge während des genannten Zeitraums streichen müssen.
Die Lufthansa Group werde prüfen, inwieweit trotz der starken Einschränkungen einzelne Flüge durchgeführt werden können. "Anträge werden von den Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate von Fall zu Fall geprüft, so dass keine Garantie besteht, dass ein Flug oder eine gewünschte Flugzeit genehmigt wird", teilte der Konzern mit.
Swiss fliegt mindestens bis am 28. März nicht nach Dubai
Die Swiss muss ihre Flüge nach Dubai bis einschliesslich am 28. März aussetzen. Ursprünglich waren diese bis am 15. März gestrichen. Die Verlängerung wird mit Kapazitätseinschränkungen bei den Flughäfen in Dubai begründet.
Der Iran-Krieg stellt den weltweiten Luftverkehr weiterhin auf den Kopf. Beide Flughäfen in Dubai müssten deshalb die Flugbewegungen aus Kapazitätsgründen "erheblich reduzieren", teilte die Swiss am Donnerstag mit. Dies führe dazu, dass Airlines der Lufthansa Gruppe auf Anordnung der Flughäfen sämtliche Flüge streichen müssen.
Die Airline will nun prüfen, inwieweit es trotz der Einschränkungen möglich sein wird, einzelne Flüge durchzuführen. Entsprechende Anträge würden von den Behörden der Vereinigten Arabischen Emirate geprüft, hiess es weiter.
"Unser Ziel ist es, den Flugbetrieb nach Dubai so bald wie möglich wieder aufzunehmen und betroffene Passagiere möglichst schnell an ihr Ziel beziehungsweise nach Hause zu bringen", betonte die Swiss.
Auswirkungen des Pilotenstreiks bei Lufthansa auch in der Schweiz spürbar
Der auf zwei Tage angelegte Pilotenstreik bei der deutschen Lufthansa hat an den Drehkreuzen München und Frankfurt Hunderte Flüge ausfallen lassen. Die Auswirkungen davon waren auch in der Schweiz zu spüren. An den Flughäfen Zürich, Basel und Genf kam es zu Ausfällen.
In Genf fielen am Donnerstag sechs Flüge der Lufthansa, sowie zwei Flüge der Brussels Airlines infolge des Streiks aus, wie ein Sprecher des Flughafens auf Anfrage von Keystone-SDA mitteilte.
Der Flughafen Basel schrieb in seiner Antwort von zwei gestrichenen Ankünften und zwei Abflügen der Lufthansa. Und in Zürich wurden am Donnerstag zwei Flüge (Hin- und Rückflug) zwischen Frankfurt und München gestrichen.
Nach den derzeit vorliegenden Informationen werden sich laut Flughafen Zürich am Freitag ähnliche Störungen wiederholen. Zwei Flugrotationen sind für Freitag bereits gestrichen gestrichen - je eine Verbindung von und nach Frankfurt sowie von und nach München, hiess es beim Flughafen Zürich auf Anfrage.
In Genf seien die Auswirkungen auf den Freitag noch nicht bekannt und in Basel wollen die Flughafenbetreiber die Entwicklung beobachten. Reisende sollen sich aber direkt an die jeweilige Fluggesellschaft wenden, schrieb der Euro Airport auf Anfrage.
Mehr Ausfälle als erwartet
Am ersten Streiktag fielen in Frankfurt rund 400 von 1165 geplanten Starts und Landungen aus. In München wurden 230 von rund 800 Flugbewegungen gestrichen. Die Zahlen beziehen sich auf alle Fluggesellschaften, die Ausfälle sind wesentlich der Lufthansa zuzuordnen.
Die streikende Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) berichtet von einer hohen Beteiligung der Beschäftigten an der bereits zweiten Streikwelle. Der Arbeitskampf verlaufe wirkungsvoller als erwartet, erklärte VC-Präsident Andreas Pinheiro.
So seien am Donnerstagvormittag mehr als 75 Prozent der bestreikten Kurzstreckenflüge und mehr als 70 Prozent der bestreikten Langstreckenflüge ausgefallen. Zuvor hatte Pinheiro deutlich gemacht, dass die VC auch bei weniger Flugausfällen von einer ausreichenden Streikwirkung ausgehe. Andere Lufthansa-Gesellschaften wie die Eurowings und sämtliche ausländischen Töchter waren nicht betroffen.
Normaler Flugbetrieb ab Samstag
Lufthansa wollte nach eigener Ankündigung grössere Flugzeuge einsetzen, Lufthansa-Flüge von nicht bestreikten Konzernairlines erledigen lassen und freiwillige Crews einsetzen. An diesen Planungen für beide Streiktage habe es keine Änderungen mehr gegeben, erklärte eine Sprecherin des Unternehmens. Laut VC werden auch Subunternehmen eingesetzt.
Von Ausfällen betroffene Gäste sollten per E-Mail benachrichtigt werden. Gäste, die nicht kontaktiert werden, könnten vorerst davon ausgehen, dass ihr Flug nicht betroffen ist. Flüge ins Krisengebiet Nahost sollen nicht bestreikt werden. Zu einem normalen Flugbetrieb werde man voraussichtlich am Samstag zurückkehren können.
Für die Aktie der Lufthansa geht es am Donnerstag via XETRA zeitweise um 3,05 Prozent auf 7,82 Euro nach unten./ceb/DP/zb
FRANKFURT (awp international)/DOW JONES
Frankfurt/Main (sda/dpa)
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