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Experten-Kolumne 10.12.2019 09:55:28

Lagardes Premiere an der EZB-Spitze

Kolumne

Diese Woche wird Christine Lagarde erstmals als EZB-Präsidentin einer Pressekonferenz des EZB-Rats leiten.

Ein Auftritt unter besonderer Beobachtung des Marktes und der vielen EZB-Beobachter. Doch bereits bei ihrem Amtsantritt als Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) begrüßte sie eine bekannte deutsche Tageszeitung mit der Schlagzeile: "Wie gefährlich wird diese Frau für unser Geld?" Die neue EZB-Chefin übernimmt ihr Amt aber nicht nur mit einem gehörigen Misstrauensvorschuss vor allem aus Deutschland, sondern auch in einer konjunkturell und geldpolitisch äußerst schwierigen Situation.

Die Euro-Konjunktur hat sich zuletzt deutlich abgekühlt, wichtige Frühindikatoren zeigen steil abwärts. Und die EZB hat ihre Mittel weitgehend ausgereizt. Lagardes Vorgänger Mario Draghi hat ihr einen Einlagensatz von minus 0,5 Prozent und ein neues, zeitlich unbegrenztes Anleihenkaufprogramm von monatlich 20 Mrd. Euro hinterlassen. Lagarde dürfte seinen Kurs weitgehend fortsetzen, die Zinsschraube zumindest für die kommenden sechs bis 12 Monate unangetastet lassen und Anleihen zeitlich unbefristet kaufen. Die studierte Juristin mit umfassender Erfahrung in der Politik und der Leitung internationaler Institutionen dürfte sich zugleich intensiv mit internen Prozessen beschäftigen, stärker an Konsensentscheidungen arbeiten und sowohl enge Berater wie den EZB-Chefvolkswirt Philip Lane als auch kritischer Ratsmitglieder einbeziehen.

Vor allem dürfte sie wie ihr Vorgänger auch bei politischen Bedenkenträgern intensiv für eine aktivere Fiskalpolitik werben. Ihre politische Erfahrung dürfte ihr dabei helfen. In Berlin, wo sie vor kurzem eine Laudatio auf den früheren Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hielt, griff sie Schäubles bekannte Aussage auf, was gut für Europa sei, sei auch gut für Deutschland. Im Umkehrschluss - so Lagarde - heiße das, was nicht gut für Europa sei, könne auch nicht gut sein für Deutschland. Dazu zählen sicher Zinserhöhungen ohne eine Festigung der konjunkturellen Fundamentaldaten.

Andrew Bosomworth: Managing Director, Leiter des deutschen Portfoliomanagements bei PIMCO in München

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die finanzen.net GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schliesst jegliche Regressansprüche aus.

Andrew Bosomworth: Managing Director, Leiter des deutschen Portfoliomanagements bei PIMCO in München

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