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Fab 4 12.04.2024 22:52:00

NVIDIA erneut dabei: Fantastische Vier statt Magnificent Seven im Rampenlicht

NVIDIA erneut dabei: Fantastische Vier statt Magnificent Seven im Rampenlicht

Die Techrally des Jahres 2023 wurde mehrheitlich genährt von sieben grossen US-Giganten. Doch im Jahr 2024 zeigt sich, dass die Magnificent Seven zunehmend auseinanderdriften.

• Magnificent Seven driften 2024 auseinander
• Fab 4 kristallisieren sich heraus
• Kann Alphabet den Anschluss schaffen?

Sieben Mega-Aktien haben 2023 den US-Techaktienmarkt dominiert: Tesla, Meta Platforms, Amazon, Alphabet, NVIDIA, Apple und Microsoft . Die Gruppe der Marktriesen bekam schnell einen prägnanten Namen verpasst: die Magnificent Seven. Doch so stark die Entwicklung der Aktiengruppe im vergangenen Jahr war: Seit Jahresstart 2024 zeigen einige Mitglieder des exklusiven Clubs Schwächetendenzen.

Nicht alle "Mag 7" überzeugen 2024

Schwäche zeigen insbesondere der Elektroautobauer Tesla und der iPhone-Hersteller Apple. Nach einem Kursplus von 102 Prozent in 2023 hat die Tesla-Aktie seit Jahresstart kräftig Federn gelassen und fast ein Drittel an Wert eingebüsst. Die Apple-Aktie, die sich 2023 noch um 48 Prozent verteuert hatte, legte unterdessen seit Januar eine Negativperformance von rund 13 Prozent aufs Parkett. Immerhin Gewinne fuhr die Alphabet-Aktie ein: Seit Jahresbeginn legte die Konzernmutter von Google 11,87 Prozent zu - ein vergleichsweise überschaubarer Aufschlag allerdings zum satten Kursplus von 58 Prozent im Vorjahr (Stand: Schlusskurse vom 10. April 2024).

Ungebremst in der Gunst der Anleger stehen auch 2024 unterdessen die übrigen Mitglieder des elitären Magnificent-Seven-Clubs. Für das "Wall Street Journal" ein Grund, die Titel, die ihre Rally auch 2024 ungebremst fortsetzen, auszugliedern und als neue Aktiengruppe unter dem Namen "Fab 4" zusammenzufassen.

NVIDIA

In Sachen Performance ungeschlagen an der Spitze der neuen Aktiengruppe steht dabei NVIDIA. Nach einem Kursplus von nahezu 240 Prozent im Gesamtjahr 2023 hat die NVIDIA-Aktie Anteilseignern auch im neuen Jahr starke Gewinne beschert: Seit Januar liegt der Titel 75,76 Prozent im Plus (Stand: Schlusskurs vom 10. April 2024).

Dabei ist es insbesondere die starke Marktdominanz im KI-Segment, die den Anteilsschein des Grafikkartenherstellers kräftig antreibt. Das schlägt sich auch in den Gewinnzahlen des Unternehmens nieder: Im abgelaufenen Jahresviertel sprang der Quartalsgewinn von 1,4 auf satte 12,3 Milliarden US-Dollar hoch, der Einsatz von Künstlicher Intelligenz habe einen Wendepunkt erreicht und die Nachfrage steige weltweit, betonte NVIDIA-Chef Jensen Huang.

Entsprechend hoch sind die Erwartungen der Anleger an das laufende Geschäftsjahr, zumal NVIDIA diese durch eine angehobene Prognose nochmals befeuerte. Wenig verwunderlich also, dass sich NVIDIA selbst unter den Fab 4 absetzt.

Meta

Auch die Facebook-Mutter Meta ist Teil der neuen Aktiengruppe. Mit einem Kursplus von 94 Prozent im Jahr 2023 und einem weiteren Anstieg des Aktienkurses um rund 47 Prozent seit Jahresbeginn kann das Internetunternehmen NVIDIA zwar nicht das Wasser reichen, sichert sich aber einen respektablen zweiten Platz unter den Eliten (Stand: Schlusskurs vom 10. April 2024).

Auch der Eigner von Whatsapp, Instagram & Co. profitiert dabei insbesondere vom Hype um Künstliche Intelligenz, die für das Social Media-Unternehmen beim Ausspielen von Inhalten für User bereits seit geraumer Zeit eine wichtige Rolle spielt. Das Aufkommen Generativer KI dürfte die Werbeumsätze von Meta aber weiter antreiben. Hinzu kommt auch Metas zusätzliches Engagement im KI-Bereich: Mit dem hauseigenen LLaMA (Large Language Model Meta AI) will das Unternehmen neue Einkommensquellen erschliessen.

Bereits in den vergangenen Monaten lief es überragend bei dem von Mark Zuckerberg gegründeten Internetkonzern: Im vierten Quartal lief das Werbegeschäft auf Hochtouren. Der Umsatz stieg auf 40,1 Milliarden US-Dollar, unter dem Strich blieben 14 Milliarden US-Dollar Gewinn hängen. Grund genug für Meta, erstmals in der Konzerngeschichte eine Dividende zu zahlen - für Anleger wiederum ein Argument mehr für den Kauf der Aktie.

Amazon

Auch der Handelsgigant Amazon, Platz drei unter den "Fab 4", gehört zu den Nutzniessern von KI. Um 81 Prozent schoss die Amazon-Aktie im Jahr 2023 nach oben und sicherte sich so eine Position in den Magnificent Seven. Dass das Unternehmen 2024 auch Teil der Fab 4 ist, ist einem weiteren Kursplus von rund 22 Prozent seit Jahresstart zu verdanken (Stand: Schlusskurs vom 10. April 2024).

Mit seinem Clouddienst AWS, der in den vergangenen Jahren zum Wachstumstreiber avancierte, offeriert das Unternehmen Bedrock, einen Dienst, der Top-KI-Modelle an Kunden zur Verfügung stellt.

Die jüngsten Quartalszahlen fielen durchaus überzeugend aus: Im Weihnachtsquartal konnte der Konzern Umsatz und Gewinn dank seines Handelsgeschäfts und der Cloud-Sparte deutlich steigern. Die Erlöse wuchsen um 14 Prozent auf 170 Milliarden US-Dollar, unter dem Strich verdiente das Unternehmen, nach 300 Millionen US-Dollar vor einem Jahr, im aktuellen Berichtsquartal 10,6 Milliarden US-Dollar.

Microsoft

Auch Microsoft macht aus seinen Ambitionen im KI-Bereich keinen Hehl. Ein milliardenschwerer Einstieg bei OpenAI, dem Macher des bekannten KI-Chatmodells ChatGPT ebnete den Weg für einen rasanten Anstieg der Microsoft-Aktie: 2023 ging es für den Anteilsschein um 57 Prozent nach oben. Diese Tendenz setzt sich auch 2024 fort: Rund 13 Prozent gewann die Aktie des Softwareiesen im bisherigen Jahresverlauf (Stand: Schlusskurs vom 10. April 2024).

Durch seine Investition in OpenAI hat Microsoft die KI-Revolution massgeblich mit angestossen und seitdem weiter befeuert. Ebenso wie Amazon offeriert auch Microsoft alle gängigen KI-Modelle auf seiner Cloud-Plattform Azure, die zuletzt ein starkes Wachstum verzeichnen konnte. Zudem hat das Unternehmen KI tief in den eigenen Softwareprodukten verankert.

Mit Copilot hat Microsoft darüber hinaus einen eigenen KI-Assistenten am Start, der für Office-Abonnenten grosse Arbeitsschritte übernehmen soll.

In den Geschäftszahlen zeigt sich die Neuausrichtung des Unternehmens mit deutlich positiven Auswirkungen: Umsatz und Ergebnis stiegen zuletzt deutlicher als erhofft.

Können Tesla, Apple und Alphabet aufholen?

Angesichts der starken Kursperformance der "Fab 4" stellt sich die Frage, ob die Magnificent Seven nur ein kurzes Phänomen und bereits wieder Geschichte sein könnten. Mit Blick auf die Schwierigkeiten auf dem wichtigen chinesischen Markt, auf dem sich sowohl Tesla als auch Apple trotz grundsätzlich unterschiedlicher Geschäftsmodelle starker Konkurrenz ausgesetzt sehen, ist zumindest fraglich, ob die beiden Aktien wieder Anschluss an die Top-Vierer-Gruppe finden können.

Alphabet hingegen ist noch nicht zu weit abgeschlagen, um die "Fab 4" wieder einholen zu können. Das dürfte allerdings insbesondere auch davon abhängen, wie Anleger die Aussichten des Unternehmens bewerten. Zuletzt hatte die Google-Mutter überzeugende Zahlen vorgelegt, war am Markt dafür aber dennoch abgestraft worden. Das enttäuschende Werbegeschäft hatte sich für Alphabet als Achillesferse erwiesen. Doch auch hier deuten sich Lösungen an: Die Google-Mutter hatte zuletzt den Kauf von HubSpot ins Auge gefasst. Die potenzielle Milliardenübernahme könnte zum bislang grössten Zukauf für den Internetriesen avancieren und dem schwächelnden Werbegeschäft auf die Beine helfen.
Zudem ist es einmal mehr Künstliche Intelligenz, die Alphabet wieder Anschluss an die Spitzengruppe verschaffen könnte, denn das Unternehmen erwägt offenbar einen historischen Schritt und könnte von seinem Gratis-Suchmaschinenmodell abweichen. Wie die Financial Times berichtet, zieht man nun ein Bezahlmodell für KI-Erweiterungen der eigenen Suchdienste in Betracht und könnte User künftig zur Kasse bitten, wenn diese bestimmte KI-Funktionen nutzen wollen.

Vor diesem Hintergrund bleibt also abzuwarten, ob sich die "Fab 4" auf "Fab 5" erweitern oder möglicherweise sogar die "Magnificent Seven" ein Comeback feiern können.

Redaktion finanzen.ch

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