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Religiöse Bekehrung 11.01.2021 21:05:00

Grösser Tesla-Skeptiker Jim Cramer ist jetzt ein Mega-Fan

Grösser Tesla-Skeptiker Jim Cramer ist jetzt ein Mega-Fan

• Jim Cramer war einst ein grosser Skeptiker von Musk und Tesla
• Ex-Hedgefondsgrösse inzwischen bekehrt
• Fortschritt ist nicht aufzuhalten

Der ehemalige Hedgefondsmanager Jim Cramer war einst einer der lautesten Kritiker von Tesla. Insbesondere mit den Führungs- und Managementqualitäten von Tesla-Chef Elon Musk rechnete Cramer gnadenlos ab und zweifelte dessen Eignung als CEO an. Anlass für einen Schlagabtausch zwischen den beiden Marktgrössen war 2019 Musks Twitter-Verhalten, das ihm Ärger mit der US-Börsenaufsicht SEC einbrachte und in dessen Folge Cramer forderte, Musk als Tesla-Chef zu entlassen. Musk wiederum nahm sich Cramers Vergangenheit als Hedgefonds-Grösse vor und warf dem Mitgründer von "TheStreet" Marktmanipulation vor.

Cramer hat die Seiten gewechselt

Doch sowohl Musk als auch sein Elektroautounternehmen haben inzwischen offenbar das Wohlwollen von Jim Cramer gefunden. Seinen Sinneswandel begründete er auf Twitter mit den Worten: "Ich werde immer skeptisch bleiben, aber seitdem Elon Musk aufgehört hat zu twittern und zu persönlich zu werden, liegt der Fokus auf dem Auto und der Bilanz und das Auto ist grossartig, die Bilanz nicht zu schlecht".

Das war im November 2019 - und nur wenig später wurde Cramer auch noch seine Skepsis für Tesla los und wurde einer der grössten Fürsprecher des Unternehmens und überzeugter Tesla-Bulle. "Ich bin jetzt ein wahrer Gläubiger", erklärte der Experte gegenüber CNBC bereits im Dezember 2019. Dabei geholfen hat offenbar Cramers Ehefrau, die ihn zu einer Probefahrt in Teslas Model X überredet hat. Und auch Cramers Tochter ist offenbar begeistert von ihrem Model 3.

Auch operative Entwicklung überzeugt

Neben den Produkten von Tesla ist es aber offenbar auch die operative Entwicklung des Unternehmens, die Cramer überzeugt. Neben den Fahrzeugen hätten auch die finanziellen Aussichten und CEO Elon Musk ihm Gründe gegeben, die Tesla-Aktie zu mögen, erklärte er gegenüber CNBC. "Kultartige Gefolgschaft, komplizierte Finanzen und charismatische Anführer machen drei Hauptmerkmale eines Schlachtfeld-Aktie aus", erklärte Cramer. Jede dieser Eigenschaften habe eine Schlüsselrolle bei seiner Wandlung in einen Tesla-Fan gespielt. Tesla habe alle Zutaten eines Gewinners.

Ende 2019 wettete Cramer sogar darauf, dass Tesla möglicherweise bereits im Folgejahr profitabel sei werde - "Tesla wird voraussichtlich 2020 5 US-Dollar je Aktie und 2021 10 US-Dollar je Aktie verdienen. Das heisst, Tesla ist verdammt viel besser als Ford und GM, wenn es um Wachstum geht und Wachstum ist wirklich alles, was zählt, wenn es um Fahrzeuge geht, weil das wirklich keiner vorweisen kann. Keiner.", verkündete Cramer bei "TheStreet".

Und er sollte recht behalten, denn 2020 war eine einzige Erfolgsgeschichte für den Elektroautobauer. Im dritten Quartal fuhr Tesla ein Umsatzplus von 39 Prozent auf 8,8 Milliarden US-Dollar ein, der Nettogewinn fiel mit 331 Millionen Dollar mehr als doppelt so hoch aus wie vor einem Jahr. Es war der fünfte Quartalsgewinn des Autobauers in Folge. Noch nie seit Gründung 2003 war Tesla über einen solch langen Zeitraum profitabel. Auch beim Betriebsgewinn konnte die Firma einen Rekordwert melden.

Zeitgleich explodierte 2020 der Börsenwert des Unternehmens: Rund 85 US-Dollar war eine Tesla-Aktie zum Jahresstart 2020 wert - bis zum Jahresende mussten Anleger bereits 705 US-Dollar für einen Anteilsschein auf den Tisch legen, in der Spitze war es im Dezember sogar bis auf 718 US-Dollar nach oben gegangen. Mit einer Marktkapitalisierung von über 600 Milliarden US-Dollar hat Tesla nach Börsenwert alle Traditionsautobauer in den Schatten gestellt.

Neben der operativen Entwicklung und der Tatsache, dass Tesla offenbar überzeugte Fahrzeuge baut, sieht Cramer auch bei Tesla-Chef Elon Musk positive Veränderungen. Er sei ruhiger geworden, necke die SEC nicht mehr und mache auch die Analysten nicht länger kaputt. Stattdessen leite er eine gute, gründliche Telefonkonferenz, halte gelegentlich eine Rede und sei nicht mehr kontrovers, so der Ex-Hedgefonds-Manager bei "TheStreet".

Fortschritt kann man nicht aufhalten

Im Gespräch mit Rob Maurer vom Tesla Daily-Podcast wurde Cramer noch konkreter zu den Gründen für seine "religiöse Bekehrung" zum Tesla-Jünger. Er sei zu der Erkenntnis gekommen, dass es sinnlos sei, den Fortschritt zu bekämpfen. Es habe sich herausgestellt, dass es die richtige Entscheidung gewesen sei, Tesla bullish gegenüber zu stehen. "Ich habe mir gesagt: "Was tue ich da? Warum kämpfe ich gegen den Fortschritt? Also habe ich mich ergeben und es war der beste Call, den ich in diesem Jahr gemacht habe", so der Marktexperte weiter.

Redaktion finanzen.ch

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