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Chancen im neuen Jahr 08.02.2021 06:15:00

Deutsche Bank-Prognose: So geht es 2021 mit Aktien, Immobilien und Rohstoffe weiter

Deutsche Bank-Prognose: So geht es 2021 mit Aktien, Immobilien und Rohstoffe weiter

Nach einem historischen Börsenjahr 2020 sehnen sich Anleger nach Normalität. Doch die Corona-Pandemie wird die Börsen wohl noch eine Weile beschäftigen. Die Deutsche Bank wirft einen Blick auf Investitionschancen im neuen Jahr.

Deutsche Bank
11.83 CHF 7.76%
• 2021 zwischen Konjunkturerholung und Risiken
• Deutsche Bank-Experte rechnet mit Fortsetzung der Börsenerholung
• Entwicklung von Investitionsmöglichkeiten im Blick

Marktteilnehmer haben im abgelaufenen Börsenjahr eine Achterbahn der Gefühle erlebt. Nach einem Einbruch der Märkte im zweiten Quartal folgte eine Erholungsrally, die durch die Verfügbarkeit von Impfstoffen gegen das Corona-Virus und damit verbundenen Hoffnungen auf eine Normalisierung des gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens zusätzlich angetrieben wurde.

Doch von Normalität sind Wirtschaft und Märkte auch zu Beginn des neuen Jahres noch weit entfernt. Denn die Folgen der COVID-19-Pandemie dürften noch länger zu spüren sein. Hinzu kommt, dass kaum absehbar ist, wann der Impfanteil in der Bevölkerung weltweit so weit fortgeschritten ist, dass man davon sprechen kann, die Pandemie besiegt zu haben.

Deutsche Bank-Experte setzt auf Fortsetzung des Aufwärtstrends

Dennoch rechnet der Chefanlagestratege der Deutschen Bank, Dr. Ulrich Stephan, damit, dass sich der Aufwärtstrend an den Börsen auch im Jahr 2021 fortsetzen wird. Dabei nennt der Experte in seinem Jahresausblick "Meine Prognosen für 2021" neben dem Börsentreiber Corona-Impfstoff auch die Geldpolitik der Notenbanken weltweit, die sich unterstützend auswirken dürfte. Der Amtsantritt von Joe Biden in den USA werde unterdessen insbesondere im Aussenhandel für mehr Berechenbarkeit sorgen, so Stephan weiter.

Doch ein Selbstläufer wird 2021 wohl nicht werden, tatsächlich sei das Jahr weiterhin mit Risiken behaftet. Eine konjunkturelle Erholung könnte durch Lockdowns ausgebremst werden, hinzu kämen politische Interessenskonflikte und die Folgen des Brexit sowie die anhaltenden sino-amerikanischen Streitigkeiten.

Doch welche Anlagemöglichkeiten machen angesichts dieser Gemengelage im neuen Jahr Sinn?

Aktien - aber aktiv gemanagt

Wer 2021 Geld anlegen will, tut gut daran, einen Teil in Aktien zu investieren. Neben einer voraussichtlichen Erholung der Weltwirtschaft sprechen aus Anlegersicht noch andere Rahmenbedingungen für Aktien, so der Experte. Konkret nennt er in diesem Zusammenhang eine verlässlichere Aussenpolitik unter Joe Biden, "eine eher moderate US-Wirtschaftspolitik in einem ,divided government', die wirtschaftsfreundlichen Pläne Chinas im 100. Gründungsjahr seiner Kommunistischen Partei, die geplanten umfassenden fiskalischen Massnahmen in Europa oder mögliche zusätzliche Kapitalflüsse aus den Anleihemärkten".

Dabei sollten sich Anleger insbesondere auf Sektoren und Einzeltitel fokussieren, da hier 2021 die massgeblichen Bewegungen stattfinden würden. Aktives Management sollte dabei im Fokus stehen.

Zudem rechnet der Experte mit einer Fortsetzung der Sektorrotation. Insbesondere Zykliker, die infolge der Corona-Pandemie kräftig Federn lassen mussten, könnten sich 2021 "überproportional gut entwickeln". Wer hier investieren will, sollte also insbesondere den Tourismussektor ins Visier nehmen, aber auch Banken, Grundstoffe, Industrie und Automobil-Aktien könnten im neuen Jahr stark performen, auch wenn Stephan zwischenzeitliche Rücksetzer in diesen Segmenten nicht ausschliessen will.

Klassische "Growth"-Werte dürften seiner Ansicht nach trotz langfristig intakter Aussichten nicht zu den Gewinnern 2021 gehören, nachdem die Aktienkurse hier zuletzt kräftig angezogen hatten und die Bewertungen deutlich gestiegen sind. Auch teure defensive Versorger, Telekommunikations- und Nahrungsmittelaktien werden wohl 2021 weniger gut laufen.

Da europäische Märkte eine geringere Abhängigkeit vom Techsegment zeigen und stärker von zyklischen Unternehmen geprägt seien, könnte es "für entsprechend risikobereite Anleger […] daher durchaus ratsam sein, ihren Fokus verstärkt auf die Börsen vor ihrer Haustür zu richten", so der Rat des Deutsche Bank-Experten.

Rohstoffe - Neue Lieblinge am Markt?

Auch das Rohstoffsegment könnte angesichts einer Erholung der Weltwirtschaft 2021 erneut im Anlegerfokus stehen. Die Krisenwährung Gold dürfte seiner Ansicht nach im neuen Jahr aber nicht zu den Anlegerliebligen gehören, auch weil politische Unsicherheiten zunehmend weniger würden und weil es zu einem leichten Anstieg der Kapitalmarktzinsen kommen könnte.

Während die Nachfrage nach Gold also voraussichtlich sinken werde, sieht Stephan Industriemetalle 2021 auf dem Vormarsch. Konkret nennt er in diesem Zusammenhang Kupfer als einen der Rohstoffe, die "in zukunftsweisenden Industrien benötigt werden, etwa im Bereich grüner Infrastrukturen". Kupfer kommt unter anderem in Photovoltaik-Anlagen und Windkraftproduktionsstätten zum Einsatz, ausserdem wird das Metall insbesondere in Elektro-Autos verbaut.

Mit starker Volatilität rechnet der Kapitalmarktstratege unterdessen weiter am Ölmarkt. Für einen deutlichen Anstieg bei den Energiepreisen gebe es kaum Anzeichen, so der Experte. Sein Rat für potenzielle Rohstoffanleger lautet daher, in Industriemetalle und entsprechende Unternehmen zu investieren.

Anleihen zur Diversifikation

Auch Anleiheninvestments hat Stephan in seinem Marktausblick für 2021 unter die Lupe genommen und kommt zu dem Ergebnis: "Positive Aussichten für die Anleihemärkte erscheinen auf absehbare Zeit sehr begrenzt". Kurzläufer würden angesichts expansiver Geldpolitik weiter mit niedrigen Renditen zu kämpfen haben, bei Zehnjährigen sei im Zusammenhang mit der zu erwartenden wirtschaftlichen Erholung mit steigenden Renditen und Kursverlusten zu rechnen.

Anleger hätten in den vergangenen drei Jahren viel Geld in Anleihenmärkte gesteckt, viele Unternehmen hätten sich zu niedrigen Zinsen bei Anlegern langfristig verschuldet. Eine Umkehrung dieser Entwicklung könnte Anleihenkurse zusätzlich unter Druck bringen, warnt der Experte. Dennoch hält er sie im Zuge eines ausgeglichenen Portfolios für einen wichtigen Bestandteil und verweist auf möglicherweise interessante Aussichten für Staatsanleihen einzelner Schwellenländer oder im Bereich der Unternehmensanleihen.

Immobilien mit Potenzial

Anlegern, die ihr Geld 2021 in Immobilien investieren wollen, rät der Deutsche Bank-Anlagestratege, sich auf spezielle Sektoren zu konzentrieren. Der massiv erstarkte Onlinehandel könnte demnach belastend auf den stationären Einzelhandel wirken und Immobilien in diesem Segment unattraktiv machen. Profitieren könnten seiner Ansicht nach unterdessen kundennahe Logistikflächen sowie Büroimmobilien.

Deutliche Preissteigerungen seien als Folge der Urbanisierung unterdessen bei Wohnimmobilien möglich, auch der Nachfrageüberhang würde sich hier positiv auf die Preisentwicklung auswirken, so Stephan weiter.



Redaktion finanzen.ch

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