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Hohe Trennungskosten 20.11.2019 17:42:00

Alcon steigert Umsatz und startet neues Sparprogramm - Alcon-Aktie verliert

Alcon steigert Umsatz und startet neues Sparprogramm - Alcon-Aktie verliert

Allerdings drückten die Trennung vom früheren Mutterkonzern Novartis und hohe Abschreibungen das Unternehmen in die Verlustzone. Nun wird ein neues Sparprogramm lanciert.

Der Umsatz legte zwischen Juli und September um 4 Prozent auf 1,84 Milliarden zu. Zu konstanten Wechselkursen entspricht dies einem Plus von 6 Prozent, wie das Unternehmen am späten Dienstagabend mitteilte.

Beide Konzernsparten verzeichneten Wachstum. Die Augenchirurgie-Division "Surgical", zu der Intraokularlinsen, die Geräte-Ausrüstung und Verbrauchsmaterialien zählen, legte mit +7 Prozent (zu konstanten Wechselkursen) aber stärker zu als die Augenpflege-Division "Vision Care" (+4%).

Hohe Trennungskosten

Operativ schrieb Alcon im dritten Quartal einen Verlust von 18 Millionen Dollar, nachdem es im Vorjahreszeitraum -284,0 Millionen waren. Belastet wurde die Profitabilität von hohen Abschreibungen und Trennungskosten vom früheren Mutterkonzern Novartis.

Das dritte Quartal war erst das zweite, in dem Alcon als eigenständiges Unternehmen gewirtschaftet hat. Das Unternehmen war Anfang April als Abspaltung von Novartis an die hiesige Börse gekommen.

Der Kern-Betriebsgewinn, bei dem etwa die Abschreibungen herausgerechnet werden, stieg derweil um rund 7 Prozent auf 320 Millionen Dollar. Die entsprechende Marge erhöhte sich auf 17,4 von 17,0 Prozent.

Unter dem Strich schrieb Alcon einen Verlust von 66 Millionen Dollar, nachdem im Vorjahreszeitraum ein Fehlbetrag von 207 Millionen resultiert hatte. Der Kern-Gewinn wurde mit 224 Millionen angegeben.

Mit diesen Zahlen hat Alcon die Erwartungen der Finanzgemeinde in etwa erfüllt. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Analysten hatten einen Umsatz von 1,81 Milliarden Dollar, einen operativen Verlust von 17,3 Millionen Dollar sowie einen operativen Kern-Gewinn von 225,4 Millionen Dollar erwartet. Die Schätzungen gingen aber zum Teil weit auseinander.

Ausblick angepasst

Alcon zeigte sich mit den Zahlen zufrieden: Das Momentum als eigenständige Firma sei stark, sagte Firmenchef David Endicott in der Mitteilung.

Der Ausblick für das Gesamtjahr wurde nun präzisiert. Im laufenden Jahr möchte der Augenheilkunde-Spezialist auf der Basis konstanter Wechselkurse um 4 bis 5 Prozent wachsen (bisher: 3-5%). Die operative Kerngewinnmarge soll neu zwischen 17,0 und 17,5 Prozent (bisher: 17-18%) und die effektive Kernsteuersatz zwischen 17 und 18 Prozent (17-19%) zu liegen kommen.

Nach neun Monaten ist das Unternehmen auf Kurs, diese Ziele zu erreichen. Das organische Umsatzwachstum liegt bei 5 Prozent und die operative Kerngewinnmarge bei 17,2 Prozent.

Transformationsprogramm

Die Mittelfristziele, die unter anderem eine deutlich höhere Kern-Marge vorsehen, wurden bestätigt. Die ausgewiesenen Zahlen dürften aber zunächst stärker als bisher angenommen von den Trennungskosten beeinträchtigt werden. Konkret dürften diese bei rund 500 Millionen Dollar zu liegen kommen, wie das Unternehmen in der Mitteilung einräumte. Bislang war von 300 Millionen ausgegangen worden.

Um die mittelfristigen Wachstumsziele zu erreichen, lanciert das Unternehmen ausserdem ein "Transformationsprogramm". Dieses soll die Kosten ab 2023 um 200 bis 225 Millionen senken. Dieses Programm wieder verschlingt aber zunächst rund 300 Millionen, wie es weiter hiess. Die späteren Einsparungen will das Unternehmen in die Forschung und Entwicklung investieren und damit Wachstum erzielen.

Am Mittwochnachmittag Schweizer Zeit wird der CEO des Unternehmens den Investoren während einer Telefonkonferenz Red und Antwort zu seinem Quartalszahlenkranz stehen.

Alcon-Aktien stehen nach Quartalszahlen unter Druck

Die Aktien des Augenheilspezialisten Alcon standen am Mittwoch unter Verkaufsdruck. Im frühen Schweizer Handel ging es für die Alcon-Aktie 2,01 Prozent ins Minus auf 57,16 Franken - zum Handelsende wurde sie 2,14 Prozent billiger gehandelt bei 57,08 Franken. Obwohl das von Novartis abgespaltene Unternehmen besser als erwartete Zahlen präsentierte, bewerten Analysten die höher als prognostizierten Kosten sowie das neue Restrukturierungsprogramm mit gemischten Gefühlen.

Die am Dienstagabend nach Börsenschluss veröffentlichten Quartalszahlen werden von der Finanzgemeinde weitestgehend wohlwollend aufgenommen. Für Unstimmigkeiten sorgen derweil die Kosten für die Abspaltung vom ehemaligen Mutterkonzern Novartis, die neu mit 500 Millionen Dollar anstelle der zuvor genannten 300 Millionen beziffert werden.

"Gesamthaft ein Ergebnis im Rahmen der Erwartungen, die Zusatzkosten sind jedoch sehr hoch", lautet so auch das Fazit der ZKB. Die Bank will dementsprechend aufgrund der hohen Extrakosten die Schätzungen für Alcon anpassen und bewertet die News als "insgesamt leicht negativ". Die Bank stuft die Titel mit "Marktgewichten" ein.

Das Restrukturierungsprogramm und die gestiegenen Separationskosten zeigen laut der Bank Vontobel, dass Alcon noch tief in der Turnaround-Phase steckt und es auch in Zukunft immer zu Rücksetzern kommen kann. Die aktuelle Bewertung des Titels nimmt nach Ansicht der Bank eine erfolgreiche Trendwende als selbstverständlich hin. Vontobel nennt mit der Empfehlung "Reduce" ein Kursziel von 51 Franken.

rw/

Genf (awp)

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Bildquelle: Casimiro PT / Shutterstock.com,JHVEPhoto / Shutterstock.com

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Basiswert Valor Fälligkeitstag Maximale Rendite p.a.
Alcon / Lonza Group N / Novartis AG / Straumann Hldg. AG 47334803 03.11.2020 8.96 %
Alcon / Roche AG / Vifor Pharma AG 47334933 10.11.2021 5.74 %