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Nach starkem Vorjahr 29.01.2026 14:08:00

Givaudan-Aktie tiefer: Langsameres Wachstum in 2025

Givaudan-Aktie tiefer: Langsameres Wachstum in 2025

Givaudan ist 2025 organisch gewachsen, verlor aber zum Jahresende an Dynamik.

Gegenüber dem ausserordentlich starken Vorjahr verlor der Aromen- und Duftstoffhersteller jedoch an Schwung. Bei der Profitabilität konnte der Branchenprimus aus Genf weiter zulegen.

Aufgrund des klar negativen Währungseffekts stieg der Umsatz in Franken lediglich um 0,8 Prozent auf 7,47 Milliarden Franken, wie der Anbieter von Aromen und Duftstoffen für Lebensmittel, Parfüms sowie Haushalts- und Körperpflegeartikel am Donnerstag mitteilte.

Erwartung der Analysten knapp verfehlt

Organisch, also bereinigt um Zu- und Verkäufe sowie Währungseinflüsse, resultierte ein Zuwachs von 5,1 Prozent - im Vorjahr waren es allerdings noch 12,3 Prozent. Die eigene Zielbandbreite von 4 bis 5 Prozent wurde damit gleichwohl übertroffen.

Die Erwartungen der Analysten wurden damit knapp verfehlt. Diese waren gemäss AWP-Konsens von einem organischen Wachstum von 5,2 Prozent ausgegangen.

Das Unternehmen begründete die Entwicklung mit einer breit abgestützten Nachfrage in allen Regionen und Geschäftsbereichen sowie mit Preisanpassungen zur Kompensation gestiegener Inputkosten. Gleichzeitig habe man sich trotz eines volatilen Marktumfelds und hoher Vorjahresvergleiche operativ robust gezeigt, heisst es.

Leicht tiefere Margen

Bei der Profitabilität musste der Genfer Konzern allerdings nach den zuletzt gemachten Fortschritten wieder einen leichten Rückschritt hinnehmen. Das operative Ergebnis (EBITDA) sank um 0,8 Prozent auf 1,75 Milliarden Franken, die entsprechende Marge auf 23,4 Prozent nach 23,8 Prozent im Vorjahr. Um Einmaleffekte bereinigt stieg die EBITDA-Marge auf 24,2 Prozent (Vorjahr: 24,5 Prozent). Analysten hatten sich mehr erhofft.

Der Reingewinn lag bei 1,07 Milliarden Franken - das sind 1,7 Prozent weniger als im Jahr davor. Die Aktionärinnen und Aktionäre können sich dennoch auf eine Dividende von 72,00 Franken je Aktie freuen - das sind 2 Franken mehr als im Vorjahr.

Zielsetzung unter neuer Führung bestätigt

Für das laufende Geschäftsjahr nennt der Genfer Konzern jeweils keine konkrete Zielsetzung. Die mittelfristigen Ziele bleiben jedoch unverändert: Givaudan hatte im August für den neuen Fünfjahreszyklus von 2026 bis 2030 ein organisches Umsatzwachstum von mindestens 4 bis 6 Prozent pro Jahr in Aussicht gestellt.

Der neue Zyklus geht auch mit einem Wechsel an der Konzernspitze einher. Ab März übernimmt Christian Stammkoetter vom langjährigen CEO Gilles Andrier, der das Amt des Verwaltungsratspräsidenten übernimmt, die operative Führung. Givaudan hatte die Personalie zusammen mit der neuen Zielsetzung im Sommer kommuniziert. Stammkoetter war zuvor als Manager beim französischen Nahrungsmittelkonzern Danone für die Region Asien, Naher Osten und Afrika zuständig.

Im abgelaufenen Fünfjahreszyklus von 2021 bis 2025 erzielte der Branchenprimus ein organisches Wachstum von 6,8 Prozent.

Givaudan kündigt Veränderungen in Geschäftsleitung und Verwaltungsrat an

Der Aromen- und Duftstoffhersteller Givaudan ernennt Fanny Iglesias per 1. April 2026 zur Chief Legal & Compliance Officer und Christina Yeo per 1. Mai 2026 zur Head of Givaudan Business Solutions & IT. Beide treten in die Geschäftsleitung ein. Sie folgen auf Roberto Garavagno respektive Anne Tayac, die in den Ruhestand gehen, wie das Genfer Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Christina Yeo ist derzeit Head of Taste & Wellbeing Operations, APAC, und verfügt den Angaben zufolge über mehr als 16 Jahre Erfahrung bei Givaudan. Sie übernimmt die Funktion von Anne Tayac, die dem Unternehmen bis Ende Oktober 2026 in beratender Funktion erhalten bleibt.

Fanny Iglesias ist seit 2016 bei Givaudan tätig und bekleidet aktuell die Position der Deputy Group Counsel Fragrance & Beauty sowie Deputy Integrity Officer. Sie folgt auf Roberto Garavagno, der Givaudan bis Ende September 2026 beratend unterstützen wird, wie es weiter heisst.

Darüber hinaus kündigte das Genfer Unternehmen Änderungen im Verwaltungsrat an, die der Generalversammlung vom 19. März 2026 zur Genehmigung vorgelegt werden. Sämtliche Mitglieder stellen sich zur Wiederwahl, mit Ausnahme des Verwaltungsratspräsidenten Calvin Grieder sowie von Tom Knutzen, die beide aus dem Gremium ausscheiden.

Zum neuen Präsidenten des Verwaltungsrats soll wie bereits bekannt Gilles Andrier vorgeschlagen werden, der im März 2026 nach 21 Jahren als CEO von Givaudan in den Ruhestand tritt. Zudem ist vorgesehen, die Funktion eines Lead Independent Director einzuführen und Sophie Gasperment für diese Rolle zu nominieren. Als neues Mitglied des Verwaltungsrats soll ausserdem Ester Baiget, Präsidentin und CEO von Novonesis, zur Wahl vorgeschlagen werden.

Givaudan-Aktie nach Zahlen stark unter Druck - Erwartungen verfehlt

Die Aktien des Aromen- und Duftstoffherstellers Givaudan geben am Donnerstag nach den Jahreszahlen deutlich nach. Die Givaudan-Aktie verliert im SIX-Handel zeitweise 6,09 Prozent auf 2'946,84 Franken. Analysten sehen ihre Erwartungen beim organischen Wachstum sowie bei der EBITDA-Marge enttäuscht.

Sie fällt damit auch erstmals seit Ende Oktober 2023 wieder unter die 3000-Franken-Marke - noch Anfang Juni 2025 waren Kurse von über 4200 Franken bezahlt worden.

UBS und JPMorgan heben in ihren Kommentaren das enttäuschende organische Umsatzwachstum im Schlussquartal hervor. Mit ausgewiesenen 3,2 Prozent habe Givaudan die Erwartungen klar verfehlt; der Analystenkonsens lag bei 4,1 Prozent. JPMorgan spricht von einer breiten Abschwächung in der Aromendivision, die neben Lateinamerika auch die USA und Europa erfasst habe.

Auch bei der Profitabilität blieb der Branchenprimus hinter den Prognosen zurück. Belastend wirkten unter anderem höhere Inputkosten inklusive Zolleffekten sowie zusätzliche Investitionen. Analysten rechnen nun mit Abwärtsanpassungen der Konsensschätzungen für 2026. JPMorgan etwa erwartet Kürzungen von 3 bis 5 Prozent bei den EPS-Prognosen und eine Abflachung der Margenerwartungen.

Es gibt aber auch zuversichtlichere Stimmen. Vontobel etwa verweist auf eine gewisse Stabilisierung im Verlauf des vierten Quartals sowie auf die breite Diversifikation des Konzerns, die sich in einem volatilen Umfeld ausgezahlt habe. Die aktuelle Bewertung reflektiere denn auch eine übermässig negative Sicht und trage den längerfristigen Wertschöpfungsperspektiven zu wenig Rechnung.

Die schwache Kursentwicklung der Aktie in den vergangenen zwölf Monaten stehe zudem im Einklang mit dem gesamten Ingredients-Sektor, der unter einer flauen Wachstumsdynamik bei Endkunden aus den Bereichen Food sowie Home & Personal Care leide, heisst es bei der ZKB. Der zuständige Analyst spricht denn auch von einem "operativ guten" Ergebnis und verweist auf die "sehr anspruchsvolle" Vergleichsbasis. Er sieht den fairen Wert für die Aktie bei rund 4400 Franken.

jl/sc

Vernier (awp)

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Bildquelle: Keystone
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