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Bilanzvorlage 25.04.2024 22:19:00

Erwartungen deutlich übertroffen: Meta-Aktie bricht wegen massivem Investitionsanstieg dennoch ein

Erwartungen deutlich übertroffen: Meta-Aktie bricht wegen massivem Investitionsanstieg dennoch ein

Die Facebook-Mutter Meta Platforms hat ihre Bücher geöffnet und die Bilanz für das erste Quartal 2024 präsentiert.

Im ersten Jahresviertel stieg der Gewinn von Meta Platforms deutlich: Nach einem EPS von 2,20 US-Dollar im Vorjahreszeitraum lag das Ergebnis je Aktie nun bei 4,71 US-Dollar. Analysten hatten beim Gewinn je Aktie mit einem kräftigen Sprung auf 4,32 US-Dollar gerechnet.

"Es war ein guter Start in das Jahr", sagte Mark Zuckerberg, Gründer und CEO von Meta. "Die neue Version von Meta AI mit Llama 3 ist ein weiterer Schritt zum Aufbau der weltweit führenden KI. Wir sehen ein gesundes Wachstum bei unseren Apps und auch beim Aufbau des Metaversums machen wir weiterhin stetige Fortschritte."

Gegenwind fürchtet das Unternehmen aber offenbar durch Regulatoren: Man beobachte weiterhin eine aktive Regulierungslandschaft in der EU und den USA. "Dies könnte erhebliche Auswirkungen auf unser Geschäft und unsere Finanzergebnisse haben".

Negativ wurde aufgenommen, dass Meta einen massiven Anstieg der Investitionen für das Gesamtjahr verkündete. Investitionen in KI-Forschung, Rechenzentren und andere Kosten sollen nun zwischen 35 bis 40 Milliarden US-Dollar liegen, zuvor hatte das Unternehmen hier 30 bis 37 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt.

Zuckerberg will Facebook-Konzern zur Nummer eins bei KI machen

Mark Zuckerberg hat ein neues Ziel: Er will seinen Facebook-Konzern Meta zur Nummer eins bei Künstlicher Intelligenz machen. Der hauseigene Assistent Meta AI solle zum "weltweit führenden KI-Dienst sowohl bei der Qualität als auch bei der Nutzung werden", verkündete der Facebook-Gründer am Mittwoch. Zugleich stimmte Zuckerberg die Anleger darauf ein, dass die KI-Offensive mit Investitionen in Software und Technik teuer werde - es aber Jahre dauern könnte, bis der Konzern damit Geld verdient.

Trotz eines starken Quartalsberichts sackten die Papiere der Facebook- und Instagrammutter an der NASDAQ um 10,56 Prozent auf 441,38 US-Dollar ab. Zweieinhalb Jahre nachdem Zuckerberg den Konzern von Facebook in Meta umbenennen liess, um den Fokus auf die verlustreichen virtuellen "Metaverse"-Welten zu betonen, scheint die Aussicht auf einen weiteren Umbruch Investoren den Angstschweiss auf die Stirn zu treiben.

Zuckerberg wirbt um Vertrauen der Börse

Dabei wirkte Zuckerbergs Programmrede in einer Telefonkonferenz mit Analysten wie das Werben um einen Vertrauensvorschuss der Börse. Er verwies darauf, dass der Ansatz des Facebook-Konzerns, zunächst bei Nutzern beliebte Dienste aufzubauen und erst dann ans Geldverdienen zu denken, immer wieder funktioniert habe. Geschäftsmöglichkeiten sieht er unter anderem in der Kommunikation zwischen Unternehmen und ihren Kunden auf Metas Plattformen wie Facebook, Instagram und WhatsApp.

Auch stellt sich Zuckerberg "KI-Agenten" vor, die anders als heutige Chatbots nicht nur einzelne Fragen beantworten, sondern für die Nutzer auch komplexere Aufgaben übernehmen könnten, die im Hintergrund eigenes Handeln und Recherche erforderten.

Zuckerbergs grosse KI-Pläne bringen den Konzern stärker in Wettbewerb mit dem ChatGPT-Entwickler OpenAI sowie anderen Tech-Schwergewichten wie Microsoft , Google und Amazon , die alle eine führende Rolle bei Künstlicher Intelligenz spielen wollen. Zugleich hat Meta als strategischen Vorteil die Basis von 3,24 Milliarden Nutzer, die zuletzt täglich auf mindestens eine App des Konzerns zugriffen. Der Konzern muss Szenarien finden, die KI sinnvoll in ihren Alltag integrieren.

Vernetzte Brille als "perfektes Gerät für KI-Assistenten"

Seit vergangener Woche tauchen in den Meta-Apps in den USA und mehreren anderen Ländern Buttons auf, die den KI-Assistenten aktivieren. Grosse Hoffnungen setzt Zuckerberg auch in die gemeinsam mit Ray-Ban entwickelte vernetzte Brille mit Kamera, Mikrofon und Lautsprechern. Die KI kann in der Brille zum Beispiel Fragen dazu beantworten, was ein Nutzer gerade vor sich hat. "Brillen sind das perfekte Gerät für einen KI-Assistenten, weil sie sehen können, was man sieht, und hören können, was man hört", sagte Zuckerberg.

Die Ray-Ban-Brille wurde in der Sparte Reality Labs entwickelt, die auch an der "Metaverse"-Plattform und den Headsets zur Darstellung virtueller Realität (VR) arbeitet. In der Meta-Bilanz sind die Reality Labs ein chronischer Verlustbringer. Allein im vergangenen Quartal verbuchte der Bereich operativ rote Zahlen von 3,85 Milliarden Dollar. Das war unwesentlich besser als der operative Verlust von knapp vier Milliarden Dollar im Vorjahresquartal.

Zuckerberg argumentierte nun, da die Reality Labs zum Beispiel mit der KI in der Ray-Ban-Brille auch andere Dienste bereicherten, müsse man einen besseren Weg finden, ihren Beitrag darzustellen. Unter den Anlegern gab es eine Zeit lang Murren angesichts der seit Jahren hohen Verluste der Sparte. Doch Zuckerberg hielt eisern daran fest - und als das Anzeigengeschäft nach einer kurzen Delle wieder in Schwung kam, verstummten auch die Kritiker.

Ausblick alarmiert Anleger

Im vergangenen Quartal strömten die Werbedollar wieder in die Meta-Kassen. Der Umsatz stieg im Jahresvergleich um 27 Prozent auf 36,45 Milliarden Dollar. Der Gewinn wurde mit rund 12,4 Milliarden Dollar (11,6 Mrd Euro) mehr als verdoppelt.

Anleger fanden jedoch einen Wermutstropfen im Ausblick: Für das laufende Vierteljahr sagte Meta einen Umsatz zwischen 36,5 und 39 Milliarden Dollar voraus. Analysten hatten im Schnitt mit 38,4 Milliarden gerechnet. Zudem kündigen sich bereits die Kosten der KI-Offensive an. So gibt Meta nun die Spanne für die Ausgaben in diesem Jahr mit 96 bis 99 Milliarden Dollar an. Die bisherige Prognose lag bei 94 bis 99 Milliarden Dollar.

Redaktion finanzen.ch / (awp international)

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Bildquelle: rafapress / Shutterstock.com,Valeriya Zankovych / Shutterstock.com

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