SMI 11’960 0.0%  SPI 15’434 0.0%  Dow 35’295 1.1%  DAX 15’505 -0.5%  Euro 1.0732 0.2%  EStoxx50 4’151 -0.8%  Gold 1’761 -0.4%  Bitcoin 56’426 -0.7%  Dollar 0.9269 0.3%  Öl 85.8 1.0% 
<
News + Analysen
News + Adhoc
Analysen
Kursziele
>
<
Unternehmen
Termine
Profil
>
<
zugeh. Wertpapiere
Strukturierte Produkte
>
Lieferengpässe 13.10.2021 22:08:00

Apple-Aktie schliesst in Rot: Wegen Chipmangel wohl weniger iPhone-Auslieferungen - Warnung vor anderen App Stores auf iPhone

Apple-Aktie schliesst in Rot: Wegen Chipmangel wohl weniger iPhone-Auslieferungen - Warnung vor anderen App Stores auf iPhone

Apple kann einem Bericht zufolge wegen der globalen Lieferengpässe Millionen Smartphones nicht produzieren.

Es sei davon auszugehen, dass der kalifornische Konzern sein Produktionsziel für das neue iPhone 13 um zehn Millionen nach unten korrigieren müsse, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag unter Berufung auf Insider.

Apple habe seine Hersteller informiert, dass Zuliefererunternehmen wie Broadcom und Texas Instruments Probleme hätten, Chips zu liefern.

Apple, Broadcom und Texas Instruments waren für einen Kommentar zunächst nicht erreichbar.

Apple legt bei Warnungen vor anderen App Stores auf iPhone nach

Apple verschärft angesichts der Pläne für neue EU-Regeln die Warnungen vor Risiken durch eine Öffnung des iPhones für App Stores anderer Anbieter. Nutzer wären mehr gefährlichen Apps ausgesetzt, und Apple könnte sie schlechter davor schützen, argumentierte der Konzern in einem am Mittwoch veröffentlichten rund 30-seitigen Papier.

Auf dem iPhone können Apps nur aus der hauseigenen Plattform des Konzerns installiert werden. Apple verweist darauf, dass damit alle Apps und Updates auf seiner Plattform von Software und menschlichen Prüfern untersucht werden, um schädliche Anwendungen herauszufiltern. Ausserdem müssten sich Entwickler an Apple-Vorgaben zum Datenschutz halten. Beim sogenannten Sideloading, bei dem Apps auf das iPhone aus anderen Quellen als dem offiziellen Store geladen werden, entfielen diese Sicherheitsvorkehrungen, warnt Apple.

In dem Digital Markets Act (DMA), der gerade in der EU entwickelt wird, ist geplant, die Öffnung von Plattformen für konkurrierende Anbieter vorzuschreiben, um den Wettbewerb zu stärken. Bei digitalen Artikeln und Dienstleistungen, die über Apples Plattform verkauft werden, wird eine Abgabe von 15 oder 30 Prozent an den Konzern fällig. Auf Geräten mit dem Google-System Android gibt es bei Verkäufen über den Play Store des Konzerns eine ähnliche Kommission an Google - auf der Plattform sind aber auch andere App Stores erlaubt. Apple stellte sich bereits im Juni gegen die EU-Pläne.

"Sideloading über direkte Downloads oder andere App Stores würde Apples Schutzmechanismen für Sicherheit und Privatsphäre untergraben", warnte der iPhone-Konzern in seinem neuen Papier. Das sei nicht im Interesse der Nutzer. Apple spricht unter anderem von gefälschten Apps, die sich als populäre Anwendungen tarnten und manipulierten Updates des Betriebssystems. Speziell verweist der Konzern auf gefährliche Android-Apps, die im Umlauf sind und zum Beispiel versuchen, an Login-Informationen und andere Daten zu kommen. Die Online-Kriminellen bekämen bei einer Öffnung mehr Anreize, auch das iPhone anzugreifen, hiess es.

Apple-Kritiker verweisen darauf, dass auf den Mac-Computern des Konzerns Programme aus allen möglichen Quellen geladen werden können. Apple kontert, dass die Lage bei Smartphones anders sei, weil sie viel privatere Informationen enthielten. Auch US-Gesetzesentwürfe für mehr Wettbewerb in der Tech-Branche nehmen das Geschäftsmodell ins Visier. In den USA konnte Apple jüngst aber einen Erfolg bei der Verteidigung seines App-Systems auf dem iPhone verbuchen. Eine Richterin lehnte die Forderung der Spielefirma Epic Games nach einer Öffnung der Plattform für andere App Stores ab.

Apple prüft das Potenzial der AirPods als Gesundheitsgerät

Apple sucht nach Wegen, die beliebten AirPods in ein Gesundheitsgerät zu verwandeln. Dabei geht es etwa um Anwendungen zur Verbesserung des Hörvermögens, zur Messung der Körpertemperatur oder zur Überwachung der Körperhaltung. Dies geht aus Dokumenten hervor, die das Wall Street Journal und mit den Plänen vertraute Personen einsehen konnten.

Die Pläne sind ein weiterer Beleg dafür, dass der iPhone-Konzern Ambitionen hat, Gesundheits- und Wellness-Funktionen in Geräte jenseits der Apple Watch einzubauen, wo die meisten Gesundheitsapplikationen des Unternehmens bereits vorhanden sind. Apple arbeitet wie schon im September berichtet auch an einer Technologie, mit deren Hilfe ein iPhone bei der Diagnose von Depressionen und kognitivem Verfall unterstützen soll.

Unklar ist derzeit, ob Apple spezielle neue Hörgerätefunktionen für die AirPods entwickelt oder die bestehenden Funktionen der Ohrhörer als Hörgerät vermarkten will. Die hochwertigeren AirPods Pro bieten bereits Funktionen zur Verbesserung des Hörens, darunter die in der vergangenen Woche vorgestellte Funktion der "Konversationsverstärkung", mit deren Hilfe Lautstärke und Klarheit der sprechenden Personen verstärkt wird, die sich vor dem Träger der Ohrstöpsel befinden.

Die ins Auge gefassten zusätzlichen AirPods-Funktionen werden nicht für das nächste Jahr erwartet. Auch werden sie gegebenenfalls komplett verworfen und kommen nicht auf den Markt, wie Personen sagten, die mit den Plänen des Unternehmens vertraut sind.

Eine Apple-Sprecherin lehnt eine Stellungnahme ab.

Apple entwickelt bereits Prototypen für die AirPods, mit denen die Körpertemperatur des Trägers im Ohr gemessen werden kann, wie aus den vom Journal eingesehenen Dokumenten hervorgeht. Das Thermometer könnte das zweite in einem Apple-Gerät werden, sofern der für die 2022er Version der Apple Watch ins Auge gefasste Temperatursensor tatsächlich kommen sollte.

Was die geplante Ergonomie-Funktion betrifft, so würden sich die AirPods auf die Bewegungssensoren in den Ohrstöpseln stützen und den Träger darauf hinweisen, sollte er seine Schultern hängen lassen. Dann könnte er seine Körperhaltung gezielt verbessern, so die Dokumente und eine mit der Idee vertraute Person.

Wenn die AirPods auch als Hörgerät funktionieren, könnte das die Reichweite dieses Produkts deutlich erhöhen. Millionen von Menschen leiden an Hörverlust, darunter viele, deren Beeinträchtigung weniger schwerwiegend ist und die sich nicht behandeln lassen, wie Experten sagen.

Neue Vorschriften von der US-Arzneimittelbehörde FDA, die voraussichtlich im nächsten Jahr fertiggestellt werden, würden den Direktverkauf einer neuen Klasse von billigeren Hörgeräten an Kunden mit leichter bis mittelschwerer Hörschwäche erlauben.

Nach Schätzungen des Cochlear Center for Hearing and Public Health an der Johns Hopkins University leiden etwa 28 Millionen US-Bürger an leichtem Hörverlust, aber nur 5 Prozent von ihnen nutzen ein Hörgerät. Weitere 12 Millionen leiden an einem mittelschweren Hörverlust, doch nur 37 Prozent aus dieser Gruppe haben ein Hörgerät.

AirPods sind billiger als herkömmliche Hörgeräte

Der Johns-Hopkins-Audiologe Nicholas Reed hält AirPods als frei verkäufliches Hörgerät für eine möglicherweise grosse Veränderung. Apples allgegenwärtige Ohrstöpsel könnten helfen, das Stigma des Alters, das mit traditionellen Hörgeräten verbunden ist, zu durchbrechen. Ausserdem würden sie weit weniger kosten als traditionelle Hörgeräte.

Weil die Akkulaufzeit der AirPods nicht für einen ganzen Tag ausreicht, eignen sie sich möglicherweise nicht für alle Menschen mit Hörverlusten.

Die AirPods dominieren den weltweiten Markt für Bluetooth-Kopfhörer und dürften nach Schätzungen der Marktforscher von Strategy Analytics im Jahr 2020 einen Umsatz von 12,8 Milliarden Dollar erwirtschaftet haben - fünfmal so viel wie die Geräte der Nummer 2, Bose.

Mit den verbauten Sensoren, Mikrofonen, dem Verstärker und dem ausgeklügelten Prozessor enthalten die AirPods Pro bereits einen Grossteil der Technologie, die laut Experten notwendig ist, um Menschen mit leichtem oder mittlerem Hörverlust zu helfen.

Die Apple-Aktie fiel am Mittwoch im Handel an der NASDAQ bis zum Börsenschluss um 0,42 Prozent auf 140,91 US-Dollar.

(awp international / Dow Jones)

Weitere Links:


Bildquelle: nui7711 / Shutterstock.com,istock/NoDerog,Andrey Bayda / Shutterstock.com,Adam Berry/Getty Images