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Geändert am: 20.01.2026 14:44:52
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Zollsorgen: SMI und DAX deutlich tiefer -- Märkte in Fernost schliessen mit Verlusten
Sowohl der heimische als auch der deutsche Aktienmarkt stecken herbe Verluste ein. Am Dienstag wiesen die wichtigsten asiatischen Indizes rote Vorzeichen aus.
SCHWEIZ
Der Schweizer Aktienmarkt bewegt sich am Dienstag abwärts.
So eröffnete der SMI die Sitzung 0,8 Prozent tiefer bei 13'171,30 Punkten und bewegt sich auch anschliessend weit in der Verlustzone.
Die Nebenwerte-Indizes SPI und SLI folgen der Tendenz des Leitindex, nachdem sie 0,77 Prozent leichter bei 18'193,29 Stellen bzw. 0,69 Prozent schwächer bei 2'132,90 Einheiten in den Handel gingen.
Die weltweiten Finanzmärkte bleiben in erhöhter Alarmbereitschaft. Entsprechend geht es an den europäischen Börsen und auch hierzulande erneut abwärts. Da die Wall Street erst mit dem heutigen Handelstag in die Börsenwoche startet, wird auch die Reaktion der US-Anleger auf die "Causa Grönland" mit Spannung erwartet. Und auch sonst spiegeln Entwicklungen wie die Rekordpreise für Gold und Silber, der weiter erstarkende Franken oder auch der gestiegene Volatilitätsindex VSMI die erhöhte Nervosität der Börsianer wider.
"Im Falle von weiteren schlechten Nachrichten, also einer Eskalation auf dem WEF in Davos oder zusätzlichen Trump-Zöllen für Staaten, welche seinem Friedensrat nicht beitreten, könnte eine Aktienmarktkorrektur schnell dynamischer ausfallen", kommentiert ein Stratege. Immerhin scheint die EU dieses Mal eine gewisse Entschlossenheit zu zeigen. In Brüssel ist mittlerweile die Rede von einer "Handels-Bazooka". Neben diesem politischen Newsflow wird am Nachmittag interessant, ob es endlich ein Urteil vom US-Supreme Court zu Trumps Importzöllen gibt. "Die Wahrscheinlichkeit für eine Urteilsverkündung heute oder morgen erscheint hoch, weil es sonst bis Mitte Februar dauern könnte, bis es soweit ist", erklärt ein Marktbeobachter.
DEUTSCHLAND
Anleger am deutschen Aktienmarkt halten sich am Dienstag zurück.
Der DAX nahm den Handel 0,85 Prozent tiefer bei 24'747,35 Indexpunkten auf und verharrt auch weiterhin tief im Minus.
Die am Wochenende wieder aufgeflammten Zollsorgen haben den deutschen Aktienmarkt auch am Dienstag deutlich belastet. Für den deutschen Leitindex, der zum Wochenauftakt wieder unter die runde Marke von 25.000 Punkten gerutscht war, geht die Korrektur der vorherigen Rekordjagd weiter. In der Vorwoche hatte er noch eine Bestmarke von 25'507 Punkten erreicht.
US-Präsident Donald Trump hatte den europäischen Anlegern am Wochenende die Laune verhagelt. Wegen des Grönland-Streits hatte er Strafzölle ab Februar angekündigt, die zum 1. Juni Zölle noch steigen sollen, sofern kein Abkommen über den Kauf Grönlands durch die USA erzielt wird. Betroffen von den Zöllen sind acht europäische NATO-Länder, darunter auch Deutschland.
Die Verschärfung der transatlantischen Spannungen und die neue Zollunsicherheit nagten an der europäischen Anlagestory, schrieb Beata Manthey, Aktienmarktstrategin der Citigroup. Es liege nun ein Schatten über der erwarteten Gewinnbelebung europäischer Konzerne. Manthey strich daher ihre Präferenz für Aktien Kontinentaleuropas und schätzt sie im globalen Kontext nur noch neutral ein - erstmals seit mehr als einem Jahr, wie sie betonte. Mit Blick auf einzelne Branchen ist sie besonders skeptisch für Auto- und Chemiekonzerne. Hier hält sie eine Belebung der Gewinnentwicklung für besonders schwierig.
Optimistischer äusserte sich Marina Zavolock von Morgan Stanley. Die neue Zolleskalation erschwere die Lage insgesamt zwar, allerdings seien die Belastungen höchst individuell, so die Anlageexpertin. Und letztlich werde Europa in seinem Kurs zu mehr Eigenständigkeit und Eigenverantwortung bestärkt, was nicht nur Rüstungsinvestitionen, sondern auch der Reformagenda insgesamt Schub geben dürfte.
WALL STREET
An den US-Aktienbörsen findet an diesem Montag wegen eines Feiertags (Martin Luther King Day) kein Handel statt.
Zuletzt war der Dow Jones bei 49'359,33 Punkten um 0,17 Prozent schwächer ins Wochenende gegangen. Der NASDAQ Composite hatte den Freitagshandel mit einem minimalen Verlust von 0,06 Prozent auf 23'515,39 Zähler beendet.
Am Wochenende hat US-Präsident Donald Trump mit 10-prozentigen Zöllen auf Importe aus mehreren europäischen Ländern gedroht. Damit will er den Druck auf Dänemark erhöhen, Grönland an die USA zu verkaufen. Dies versetzt die internationalen Märkte am Montag in Aufruhr, die US-Börsen können aber erst am Dienstag darauf reagieren.
ASIEN
An den Börsen in Fernost ging es am Dienstag abwärts.
In Tokio verlor der Nikkei 225 letztlich 1,11 Prozent auf 52'991,10 Indexpunkte.
Auf dem chinesischen Festland notierte der Shanghai Composite schliesslich 0,01 Prozent tiefer bei 4'113,65 Einheiten.
Ebenso abwärts ging es unterdessen in Hongkong: Der Hang Seng präsentierte sich letztlich mit einem Minus von 0,29 Prozent auf 26'487,51 Stellen.
Überwiegend mit Abgaben zeigten sich die asiatischen Aktienmärkte am Dienstag. Marktteilnehmer verwiesen auf die zunehmenden Sorgen in Bezug auf Grönland. US-Präsident Donald Trump hatte seine Ansprüche zur Übernahme des Landes bekräftigt - eine Lösung zeichnete sich weiterhin nicht ab. Obwohl die Besorgnis über Trumps Rhetorik bezüglich der Grönland-Kontrolle zunehme, nähmen die Märkte die Dinge recht gelassen, meinte Sally Auld, Chefvolkswirtin bei der National Australia Bank.
Sie setzten möglicherweise darauf, dass es bei den bevorstehenden Treffen in Davos zu einer Deeskalation kommen werde. Das Muster aus Eskalation und anschliessender Deeskalation sei etwas, das die Märkte von der Trump-Regierung gewohnt seien, fügte sie hinzu. Sollte sich das Thema jedoch weiter verschärfen, wären die Auswirkungen für die NATO erheblich und die Märkte wären gezwungen, sich neu zu kalibrieren, ergänzte die Teilnehmerin.
Redaktion finanzen.ch / awp / Dow Jones Newswires
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