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Glückliches Händchen? 01.10.2020 22:30:00

Studie untersucht Buffetts Erfolgsrezept - und leitet erfolgreichen Fonds ab

Studie untersucht Buffetts Erfolgsrezept - und leitet erfolgreichen Fonds ab

• Anleger besorgt, wie es für Berkshire ohne Buffett weitergehen würde
• Studie untersucht Buffetts Erfolgsrezept
• Aus Studienergebnissen abgeleiteter Fonds kann mit Berkshire mithalten

Sicher ist Starinvestor Warren Buffett für den einen oder anderen Anleger ein grosses Vorbild. Immerhin hat der Unternehmer in seiner langjährigen Karriere mithilfe seiner Value-Investing-Strategie ein unglaubliches Vermögen angehäuft und ist zu einem der reichsten Menschen der Welt aufgestiegen. Dabei hat er die Geschicke seines Investmentvehikels Berkshire Hathaway stets erfolgreich geleitet und durch die ein oder andere Krise geführt.

Doch das Orakel von Omaha ist mittlerweile 90 Jahre alt und es gibt Anleger, die Bedenken haben, ob Berkshire den Erfolg auch ohne den Starinvestor beibehalten wird, wenn es eines Tages soweit ist. Schliesslich ist es insbesondere die handverlesene Aktienauswahl des Börsengurus, die zu den jährlichen Renditen führt. Allerdings gibt Mark Hulbert in seiner jüngsten MarketWatch-Kolumne hier Entwarnung. Seiner Meinung nach können Anleger beruhigt sein und auch weiterhin davon ausgehen, dass die Holding auch ohne Buffett outperformen wird.

"Buffett's Alpha" - Studie auf der Suche nach Buffetts Erfolgsgeheimnis

Der Grund? Das Erfolgsgeheimnis des Börsengurus sei entschlüsselt worden und könne dementsprechend nachgestellt werden. So berichtet Hulbert von einer Studie aus dem Jahre 2012 mit Namen "Buffett’s Alpha", die gemeinsam von den Wirtschaftsexperten Andrea Frazzini, David Kabiller und Lasse H. Pedersen verfasst wurde. Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage nach Buffetts bisherigem Erfolg: "Jeder Investor hat eine Meinung dazu, wie Buffett es geschafft hat, aber wir suchen die Antwort mithilfe einer empirischen Analyse […]". Dabei habe sich gezeigt, dass insbesondere die Auswahl von Aktien mit geringem Kurs-Buchwert-Verhältnis, geringer Volatilität und von Unternehmen, die ein überdurchschnittliches Wachstum aufweisen und hohe Dividenden zahlen, zum Erfolg des Börsenkenners beigetragen hat. Mit anderen Worten: Buffett setzt auf Aktien, die sicher, günstig und von hoher Qualität sind.

Dabei bestehe ein weiteres Erfolgsgeheimnis Buffetts darin, dass er zur Steigerung seiner Renditen einen Hebel nutzen würden: "Buffett hat seine Renditen durch die Nutzung von Hebeln angetrieben, und er ist einer guten Strategie über eine sehr lange Zeit treu geblieben, und hat auch härtere Zeiten überstanden, wo andere vielleicht zu einem Notverkauf oder einem Karrierewechsel gezwungen gewesen wären". Das Wissen um die verschiedenen Erfolgsfaktoren Buffetts haben die Experten in eine komplexe Formel einfliessen lassen mit der sie Aktien bestimmen können, die den Kriterien des Orakels von Omaha entsprechen.

Der AQR-Fonds - auf den Spuren Buffetts, ohne Buffett

Diese haben die Studienautoren schliesslich für die Einrichtung eines eigenen Investmentfonds genutzt, der den gleichen Prinzipien Buffetts folgt, ohne sein Portfolio nachzustellen: der AQR Large Cap Defensive Style Fund, der im Juli 2012 ins Leben gerufen wurde. Dieser hat laut Hulberts Informationen so zum Beispiel schon eine Beteiligung an dem Lebensmittelhersteller Kraft Heinz innegehabt, wenig später sei dann der Starinvestor im grossen Stil bei dem Nahrungsmittel-Produzenten eingestiegen. Seit seiner Gründung hat der AQR-Fonds eine beeindruckende Performance an den Tag gelegt und zeitweise sogar die von Berkshire Hathaway in den Schatten gestellt.

Zwar sollten Anleger nicht erwarten, dass der Fonds auch in der Zukunft kontinuierlich die Investmentholding schlagen würde, "aber wenn wir annehmen, dass die Zukunft sich so verhält wie die Vergangenheit, wird der Fonds (genauso wie jeder, der der Studie folgt) auf lange Sicht zumindest der Performance von Berkshire entsprechen - ob mit Buffett oder ohne".

Martina Köhler / Redaktion finanzen.ch

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Bildquelle: istockphoto / EdStock