Chancen nutzen 14.05.2019 19:57:00

Globale UBS-Umfrage: Schweizer Anleger sind vergleichsweise wenig optimistisch

Globale UBS-Umfrage: Schweizer Anleger sind vergleichsweise wenig optimistisch

Die Kurserholungen nach den Tiefständen Ende des Jahres 2018 stimmten vermögende Privatinvestoren und Firmenbesitzer der ganzen Welt optimistisch - das ergab die Quartalsumfrage zur Anlegerstimmung der UBS. Wie die Schweizer Grossbank ermittelte, hielten die Befragten in den ersten drei Monaten des Jahres 2019 ihre Vermögenswerte zu einem Grossteil in Barmitteln. Aber die Bereitschaft, diese zu investieren, sei auf breiter Front vorhanden gewesen.

Rahmenbedingungen

In der Umfrage wurden 3'653 Anleger, die über ein investierbares Vermögen von mindestens einer Million US-Dollar verfügen, beziehungsweise Firmenbesitzer, die mindestens 250'000 US-Dollar Jahresumsatz plus mindestens einem Mitarbeiter aufweisen, Ende März befragt. Die Erhebung verteilte sich auf insgesamt 17 Länder der Kontinente Nord- und Südamerika, Asien und Europa. Befragte kamen unter anderem aus Deutschland, den USA, Singapur, Mexiko und China.

Konjunkturoptimismus vs. Risikosorgen

Insgesamt äusserten sich 51 Prozent der befragten Anleger und 62 Prozent der Firmenbesitzer gegenüber der globalen Konjunktur optimistisch - demgegenüber überwog bei 21 Prozent beziehungsweise 15 Prozent der Pessimismus. In der Schweiz war der Optimismus mitunter am niedrigsten - hier zeigten sich 40 Prozent der Befragten optimistisch für die globale Wirtschaft. Hierzulande lag der Optimismus für die heimische Wirtschaft mit 41 Prozent darüber. Aktien lösten ebenfalls mehrheitlich Optimismus aus, wobei fast drei Viertel der Befragten Anleger die "aufgetretene Marktvolatilität als Anlagechance" einstuften, verkündete UBS Global Wealth Management in der Medienmitteilung. Und obwohl sich parallel dazu 67 Prozent wegen der Volatilität besorgt zeigten, planten 42 Prozent der Anleger, im nächsten halben Jahr Investments zu tätigen.

Daneben äusserten sich auch Firmeninhaber positiv gestimmt: Weltweit gesehen vertreten 74 Prozent eine optimistische Haltung. Trotz der grundlegend positiven Anlegerstimmung kamen mehrheitlich "Sorgen um Probleme im Inland zum Ausdruck", wobei die Nationalpolitik mit 44 Prozent unter den Sorgenfaktoren ganz vorne lag.

Hohe Barmittelbestände

Die etwas erhöhten Sorgen, die besonders Probleme im Inland betrafen, schlugen sich teilweise in gestiegenen Barmittelbeständen nieder. "Die Barmittelallokation der Portfolios weltweit betrug durchschnittlich 32 Prozent", teilte die UBS mit.

Am höchsten war diese bei Anlegern aus Lateinamerika und Asien mit jeweils 36 Prozent - hier lag dagegen die Wahrscheinlichkeit bei 66 Prozent, diese zu investieren. In den USA wurden mit 23 Prozent die niedrigsten Barmittelbestände verzeichnet - allerdings waren hier hingegen nur 26 Prozent der Befragten bereit, ihre Barmittel anzulegen. In der Schweiz beliefen sich die Barmittelbestände auf 31 Prozent und gehörten damit zu den niedrigeren Raten.

Diversifikation ist der Schlüssel für Anleger

Hinsichtlich des global betrachtet hohen Bestandes an liquiden Mitteln, meint Paula Polito des UBS Global Wealth Managements, es sei "ein guter Zeitpunkt, um über ein stärker diversifiziertes Portfolio nachzudenken." Denn bei einem langfristigen Anlagehorizont gebe es weniger riskante Strategien, um Vermögenswerte zu sichern, als Barmittel.

Anlegern in Europa und der Schweiz rät die UBS im Rahmen der Umfrageergebnisse, Möglichkeiten zu nutzen, mittels derer das Vermögen geschützt und vermehrt werden kann. "Angesichts der verhaltenen potenziellen Erträge, die schweizerische Vermögenswerte zu bieten haben", sei der vergleichsweise niedrige Optimismus verständlich. Daher sollten sich Anleger vor Abwärtsrisiken schützen, "indem sie sich auf qualitativ hochwertige Dividendentitel" aus dem Schweizer Aktienmarkt fokussieren, aber gleichzeitig das Portfolio auch mit ausländischen Vermögenswerten bestücken.

"Das Motto 'aus der Region' funktioniert ja bei Gemüse ganz gut", witzelt Mark Haefele, CIO bei UBS Global Wealth Management. Er erklärt, dass die UBS für die "globale Wirtschaft" deutlich optimistischer sei. "Diversifizeirung ist noch immer die beste Möglichkeit, um Chancen zu ergreifen und Risiken im Inland aus dem Weg zu gehen", so Haefele.

Redaktion finanzen.ch

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