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Nach El Salvador 18.10.2021 22:30:00

Bezahlen mit Bitcoin: Diese Länder könnten dem Vorbild von El Salvador bald folgen

Bezahlen mit Bitcoin: Diese Länder könnten dem Vorbild von El Salvador bald folgen

Anfang September hat das mittelamerikanische Land El Salvador einen bemerkenswerten Schritt unternommen und Bitcoin zu einem gesetzlichen Zahlungsmittel gemacht. El Salvador hat damit eine Vorreiterrolle inne, doch diese Länder könnten seinem Beispiel schon bald folgen.

• Bitcoin in El Salvador gesetzliches Zahlungsmittel
• Experte sieht Bitcoin bis Ende 2022 als gesetzliches Zahlungsmittel in mindestens fünf Ländern
• Länder wie Ukraine, Panama oder Brasilien arbeiten an Kryptogesetzen

Als erstes Land hat El Salvador den Bitcoin Anfang September zum gesetzlichen Zahlungsmittel gemacht. Damit ist jeder Händler in dem Land, der technisch dazu in der Lage ist, dazu verpflichtet, Zahlungen in der Kryptowährung zu akzeptieren. Auch Steuern können in El Salvador nun in Bitcoin bezahlt werden.

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Für das mittelamerikanische Land bedeutet dies vor allem darum einen grossen Fortschritt, da nun Überweisungen schnell und kostengünstig durchgeführt werden können. Denn viele El Salvadorianer arbeiten im Ausland und senden regelmässig Geld nach Hause an ihre Familien. Da viele Menschen in El Salvador jedoch keinen Zugang zu Bankdienstleistungen - beispielsweise ein Konto oder eine Kreditkarte - haben, waren sie dabei bislang auf Anbieter wie Western Union angewiesen, die jedoch hohe Gebühren verlangen. Diese können bei der Verwendung von Bitcoin nun grösstenteils eingespart werden. Dass es sich dabei nicht gerade um kleine Summen handelt, zeigt eine andere Zahl: Überweisungen aus dem Ausland machten im vergangenen Jahr rund 23 Prozent des BIPs von El Salvador aus, so BitMEX-CEO Alexander Höptner in einem Blogeintrag. In vielen anderen Entwicklungsländern ist die Situation ähnlich. Höptner glaubt daher, dass bis Ende 2022 noch mehrere Länder dem Beispiel El Salvadors folgen werden.

Experten: Weitere Entwicklungsländer werden El Salvador folgen

"Meine Prognose lautet, dass bis Ende des kommenden Jahres mindestens fünf Länder Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel akzeptieren werden. Jedes davon wird ein Entwicklungsland sein", schreibt Höptner in seinem Blogeintrag auf der Internetseite der Bitcoin-Tradingplattform BitMEX. Welche Länder das seiner Meinung nach sein werden, verrät der BitMEX-Chef nicht. Er weist aber darauf hin, dass viele Entwicklungsländer genau wie El Salvador von grossen Problemen im Zusammenhang mit grenzüberschreitenden Zahlungen betroffen seien und zudem oft eine massive Inflation bei der lokalen Währung vorherrsche. Zudem hätten diese Länder bereits jahrzehntelang Zeit gehabt, um zu analysieren "wie das globale Finanzsystem für ihre Bevölkerung funktioniert - und vor allem nicht funktioniert. Sie gestehen sich ihre Machtlosigkeit dabei ein, geldpolitische Entscheidungen zu beeinflussen, die schwerwiegende Konsequenzen für ihre Bürger haben können", so Höptner. Bitcoin biete hier einen Ausweg.

Ähnlich sieht es auch Michael Sonnenshein, Chef des digitalen Vermögensverwalters Grayscale. "Die Adaption von Kryptowährungen ist in den Schwellenländern am höchsten, also in Ländern in Afrika, Südostasien und Teilen von Südamerika. Dort haben zahlreiche Bürger keinen Zugang zu Finanzdienstleistungen, die lokale Währung wurde abgewertet, weil der Staat zu wenig Kontrolle über die lokale Währung hat", sagte er laut "Cash". Auch er erwartet daher, dass weitere Schwellenländer den Bitcoin für sich entdecken könnten.

Bezahlen mit Bitcoin - In diesen Ländern gibt es entsprechende Vorstösse

In einigen Ländern gibt es bereits politische Vorstösse in Richtung einer Krypto-Gesetzgebung. Viele Länder wollen dabei jedoch zunächst regulatorische Klarheit schaffen. Indizien deuten jedoch daraufhin, dass dies nur der erste Schritt auf dem Weg zur Akzeptanz von Kryptowährungen als gesetzliches Zahlungsmittel sein wird.

Unter anderem arbeitet die Ukraine an einem Gesetz über Kryptowährungen, das Krypto-Tätigkeiten regulieren soll.

Wie "Cash" berichtet, plant der ukrainische Präsident Wolodymyr Zelenski, sein Land zu einem Krypto-Mekka aufzubauen und versucht dafür auch, Krypto-Firmen ins Land zu locken. Die kryptofreundliche Haltung der Regierung bildet somit eine gute Ausgangslage, um Bitcoin und Co. in Zukunft als gesetzliches Zahlungsmittel zuzulassen.

Auch Brasilien gilt als sehr kryptofreundlich. Laut einer Umfrage, die "Blockchainwelt" vorliegt, sind 48 Prozent der Brasilianer der Meinung, dass ihr Land bei der Bitcoin-Adaption dem Beispiel von El Salvador folgen sollte. Der brasilianische Abgeordnete Aureo Ribeiro scheint diese Haltung zu unterstützen. So sagte er laut "BTC Echo" kürzlich in einem Radiointerview, dass die Regierungen an Regeln für die Verwendung von Kryptowährungen im Alltag arbeite. "Wir wollen die Spreu vom Weizen trennen, wir wollen Regelungen schaffen, damit man Handel treiben kann, damit man weiss, was man kauft, damit man weiss, mit wem man es zu tun hat, und damit man dieses Vermögen hat, um ein Haus oder ein Auto zu kaufen, um zu McDonald's zu gehen und sich einen Hamburger zu kaufen, und damit wird es in diesem Land eine Währung sein, genauso wie es in anderen Ländern geschehen ist", so Ribeiro. Laut "BTC Echo" arbeitet die brasilianische Regierung jedoch zunächst an einem Regulierungsrahmen für Bitcoin und andere Cyberdevisen. Von einem Plan, Kryptowährungen wie in El Salvador tatsächlich als gesetzliches Zahlungsmittel zu etablieren, ist noch nichts zu sehen - auch wenn Aureo Ribeiros Äusserungen darauf hindeuten, dass dies letztendlich der Plan sein dürfte.

Schon weiter fortgeschritten sind laut "Cash" die Pläne in Panama. Dort gibt es laut dem Nachrichtenmagazin einen gesetzlichen Vorstoss zur Aufwertung der beiden Kryptowährungen Bitcoin und Ethereum. So verkündete der Kongressabgeordnete Gabriel Silva auf Twitter, dass Panama sich durch ein neues Krypto-Gesetz bemühe, zu einem Land zu werden, das "mit der Blockchain, Krypto-Assets und dem Internet kompatibel" sei. Die Kryptowährungen sollen hier laut "Cash" jedoch noch nicht zum gesetzlichen Zahlungsmittel werden, sondern zunächst nur als alternative Zahlungsmethode anerkannt werden. Unternehmen wären somit - anders als in El Salvador - nicht verpflichtet, sie zu akzeptieren.

Das erste Land, das dem Vorbild von El Salvador tatsächlich folgen könnte, könnte der Inselstaat Tonga sein. Laut "invezz" arbeitet der Abgeordnete Lord Fusitu bereits an einem Gesetzentwurf, der Bitcoin zum gesetzlichen Zahlungsmittel machen soll. Auch hier steht eine Senkung der Überweisungskosten im Vordergrund, da Überweisungen aus dem Ausland rund 40 Prozent des BIPs von Tonga ausmachen. Laut "invezz" zog Lord Fusitu auch einen direkten Vergleich zu El Salvador und merkte an, dass sich die Situation des Inselstaats Tonga nicht sehr von den früheren Problemen in El Salvador unterscheide.

Wilde Spekulationen um Akzeptanz von Bitcoin

Neben diesen Ländern, bei denen es konkrete Hinweise auf eine mögliche zukünftige Akzeptanz des Bitcoin als gesetzliches Zahlungsmittel gibt, wird im Internet allerdings auch wild darüber spekuliert, welche Länder El Salvador bei der Bitcoin-Akzeptanz folgen könnten. So bietet "CoinMarketCap" eine Liste an, bei der Nutzer abstimmen können, welches Land ihrer Meinung nach als nächstes Kryptowährungen zum gesetzlichen Zahlungsmittel machen wird. Auf den ersten zwei Plätzen liegen dabei Paraguay und Venezuela, dahinter folgen mit einigem Abstand Anguilla, Panama und Indien. Doch es tauchen nicht nur Entwicklungsländer in der Liste auf. Sehr viele Nutzer spekulieren offenbar auch darauf, dass Bitcoin in den USA bald zum gesetzlichen Zahlungsmittel wird, denn das Land liegt auf Rang sechs. Auch Deutschland ist vertreten - und zwar auf Platz 25 von insgesamt 245 Ländern. Die Schweiz liegt auf Rang 31, Österreich nur auf Platz 95. Allerdings handelt es sich bei dieser Liste - wie gesagt - nur um wilde Spekulationen. Inwiefern diese zutreffen werden, ist fraglich.

Redaktion finanzen.ch

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