Umkämpftes Cloud-Geschäft: Analyse zeigt starkes Wachstum - die grössten Cloud-Anbieter | 11.04.20 | finanzen.ch
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Cloud-Markt im Fokus 11.04.2020 22:03:00

Umkämpftes Cloud-Geschäft: Analyse zeigt starkes Wachstum - die grössten Cloud-Anbieter

Während Geschäfte schliessen und viele Menschen im Home-Office arbeiten, wächst nicht nur der Online-Handel. Auch das Cloud-Geschäft der drei grossen Player am Markt dürfte stark davon profitieren.

• Amazon dominiert den Cloud-Markt
• Konkurrenten wie Google, Microsoft und Alibaba holen auf
• Marktwachstum wird weiter gehen

Die Gesamtausgaben im Cloud-Geschäft haben 2019 die Marke von 100 Milliarden US-Dollar durchbrochen, das Marktwachstum lag bei über 37 Prozent. Die drei grossen Cloud-Anbieter Amazon, Microsoft und Alphabet kamen dabei auf einen Marktanteil von 55 Prozent, wie aus einer Analyse von Canalys hervorgeht.

Amazon bleibt Marktführer

Das Cloud-Computing-Geschäft Amazon Web Services (AWS) bleibt für den Mega-Konzern eine wichtige Gewinnquelle. Bereits 2019 generierte AWS über 60 Prozent von Amazons Betriebseinnahmen und hatte einen Anteil von 20 Prozent am Konzerngewinn. Diese Zahl könnte im Jahr 2020 noch weiter steigen. Jedoch hat AWS in den letzten Jahren mit Microsoft, Alphabet und auch Alibaba starke Konkurrenz im Markt erhalten. Doch obwohl diese kräftig investieren, bleibt Amazon mit 48 Prozent Marktanteil klarer Marktführer.

Zumeist nehmen die Konkurrenten Amazon offenbar nicht die bestehenden Kunden weg. Und auch wenn ein bestehender AWS-Kunde einen neuen Vertrag mit Google oder Microsoft schliesst, geht es meist nur um einen Teil des Cloud-Computing-Bedarfs. Auf absehbare Zeit wird sich an der Marktmacht von AWS also voraussichtlich auch nichts ändern. Nach Angaben von Canalys hat Amazon 2019 insgesamt 34,6 Milliarden US-Dollar für seine Cloud-Infrastruktur ausgegeben, auf Platz zwei folgt Microsoft mit gerade einmal 18,1 Milliarden US-Dollar.

Erstmals offizielle Zahlen von Google

Anleger forderten Alphabet schon länger dazu auf, die Umsatzzahlen seiner Cloud-Sparte zu veröffentlichen. Dass diesem Anliegen nun nachgekommen wurde, zeigt auch, dass Google seinen Cloud-Diensten in Zukunft noch mehr Aufmerksamkeit schenken will. 2019 wuchs der Umsatz des Cloud-Geschäfts um knapp 53 Prozent, im vierten Quartal 2019 kam Google auf einen Umsatz 2,6 Milliarden US-Dollar. Zwar kommt Google mit seinen Umsätzen in diesem Bereich noch lange nicht an den Marktführer Amazon heran, die Wachstumsraten sind aber dennoch überzeugend.

Allerdings sollte sich Alphabet nicht auf den Erfolgen ausruhen. Denn nur knapp hinter Google steht Alibaba. Laut dem Forschungsinstitut Gartner stand die Cloud-Sparte des chinesischen Unternehmens 2018 noch auf dem dritten Platz hinter Amazon und Microsoft, aber vor Google. Alibaba konnte damals mit einem Wachstum von über 90 Prozent überzeugen. Inzwischen hat sich jedoch Google-Mutter Alphabet auf dem dritten Platz zunächst festgesetzt.

Laut einem Bericht von CNBC will Google bis 2023 unter die Top 2 der Player auf dem Cloud-Markt. Derzeit ist das allerdings noch ein langer Weg, denn auch Microsoft überzeugt mit seinen Zahlen.

Deutlicher Gewinnsprung bei Microsoft durch Cloud-Geschäft

Für Microsoft macht sich der Fokus aufs Cloud-Computing Geschäft immer stärker bezahlt. So schlug im vierten Quartal 2019 ein Nettogewinn von 11,7 Milliarden Dollar zu Buche - ein Plus von 39 Prozent zum Vorjahr. Doch obwohl Microsoft mit seinem Cloud-Dienst Azure nur auf einen Marktanteil von rund 15 Prozent kommt, sollte Amazon den Konkurrenten im Auge behalten. Denn der Umsatz von Azure stieg im letzten Quartal um 62 Prozent, während Amazon sein Cloud-Geschäft im letzten Quartal 2019 nur um 40 Prozent steigern konnte. Microsoft holt also auf.

Nie zuvor waren so viele Menschen weltweit im Home-Office und auf die Cloud angewiesen wie in der gegenwärtigen Situation. In diesen Krisenzeiten könnte die Nutzung der Cloud binnen weniger Wochen Entwicklungssprünge vollziehen, die normalerweise Jahre bräuchte. Welches Unternehmen jetzt die richtigen Entscheidungen trifft, kann seine Marktposition auf lange Sicht verändern. Denn ein Rückgang des Marktwachstums ist nicht zu erwarten.

Felix Spies / Redaktion finanzen.ch

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