Börsenausblick 09.11.2015 12:15:00

«SMI wird die 9000er Marke knacken - und halten»


Was beschäftigt derzeit die Börsen?
Heinz Rüttimann*: Die Börsen beschäftigt, ob die kürzliche Kurserholung nachhaltig ist oder nicht. Der S&P500 und Nasdaq sind wieder nahe an ihrem Allzeithoch vom Sommer dieses Jahres. Es stellt sich die Frage, ob sie ihre Höchststände nur testen und dann wieder wegbrechen, oder ob sie diese nachhaltig durchstossen können. Ein Übertreffen der Höchststände hätte positive Signalwirkung für andere Märkte, die bei dieser Kurserholung noch nicht richtig erfasst wurden und noch Aufholpotenzial haben.

Wie wird sich die Schweizer Börse kurzfristig entwickeln?
Die positiven Signale aus Übersee werden auch vor dem SMI nicht Halt machen. Dabei gilt es zu bedenken, dass der SMI im Vergleich zu anderen Indexes eher als sicherer Hafen betrachtet wird. Während turbulenten Marktphasen gilt der Schweizer Aktienmarkt deshalb als attraktiv. Damit ist es nur logisch, dass bei starken Marktbewegungen nach oben der SMI tendenziell hinterherhinkt. Momentan sind wir in einer solchen Marktphase. Für den SMI sehe ich kurzfristig Aufholpotenzial, wobei andere Märkte wie Spanien und Italien mehr profitieren können. Dennoch wird der SMI die 9000er Marke knacken - und halten können.

Wo steht der SMI in 12 Monaten?
Unser 12-Monats Kursziel für den SMI liegt bei 9500 Punkten.

Wo sehen Sie Chancen?
Im aktuellen Umfeld bevorzuge ich zyklische Aktien. Ebenfalls favorisiere ich Aktien von klein- und mittelgrossen Unternehmen, welche einen Grossteil ihrer Umsätze im Inland erwirtschaften. Potenzial sehe ich bei UBS, DKSH Holding und Forbo.

Von welchem Investment sollten Anleger die Finger lassen?
Wenig Potenzial sehe ich bei Adecco, Kudelski und OC Oerlikon. Adecco ist zu stark exponiert im einfachen Vermittlungsgeschäft mit tieferen Margen. Kudelski ist zu stark abhängig von traditionellen Pay-TV Unternehmen und befindet sich in einem Verdrängungswettkampf mit internetbasierten Dienstleistungen. OC Oerlikons Gewinnberichterstattung für das dritte Quartal fiel enttäuschend aus und das Management musste für 2015 die Erwartungen nach unten revidieren.

Wie geht es weiter mit Gold?
Nach der kurzen Erholung ist der Goldpreis wieder weggebrochen. Ich empfehle, weiterhin keine Goldpositionen zu halten. Gold bleibt in einem fundamentalen längerfristigen Negativtrend. Stimmungsgetrieben mag es zwischenzeitlich positive Kurssprünge geben. Solche Kursausschläge sollten aber genutzt werden, um Gold zu verkaufen. Eine längerfristige Wende wäre nur dann möglich, wenn die US Zentralbank die Geldmenge massiv ausdehnen würde. Genau das Gegenteil ist aber der Fall. Dies, in Kombination mit einer baldigen Zinserhöhung in den USA, nimmt Gold komplett den Wind aus den Segeln.

Wann kommt die Zinswende in den USA?
Ich glaube, dass der erste Zinsschritt nicht mehr in diesem Jahr stattfinden wird, sondern erst 2016. Erstens waren die kürzlichen Wirtschaftsnachrichten aus den USA nicht besonders gut und zweitens ist die Inflation nach wie vor sehr tief. Ein dritter Grund ist, dass die US Zentralbank bei den Zinsen nur bedingt unabhängig von Europa ist. Solange Europa die Geldschleusen so offen hat, ist es schwierig für die USA, die Zinsen zu erhöhen. Der US-Dollar würde unweigerlich weiter anziehen und die Konjunktur bremsen. Für einen ersten Zinsschritt sind die Märkte allerdings gut vorbereitet.

*Heinz Rüttimann ist im Strategy Research der Bank Julius Bär.

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