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SIG Combibloc Group Aktie 11459218 / CH0114592188

Gewinnrückgang 03.03.2026 13:43:00

SIG-Aktie etwas schwächer: Transformationsjahr mit weniger Umsatz und Gewinn - neuer CEO eingestellt

SIG-Aktie etwas schwächer: Transformationsjahr mit weniger Umsatz und Gewinn - neuer CEO eingestellt

Der Verpackungsspezialist SIG hat im vergangenen Jahr etwas weniger umgesetzt und wegen hoher Einmalkosten auch deutlich weniger verdient.

Die Ziele für das laufende Jahr werden bestätigt.

Der Umsatz sank 2025 wie angekündigt leicht um 2,4 Prozent auf 3,25 Milliarden Euro, wie die Gruppe am Dienstag mitteilte. Bereinigt um Währungseinflüsse und die Preisentwicklung von Kunststoff blieb der Umsatz stabil (+0,1 Prozent).

Die bereinigte EBITDA-Marge fiel ohne einmalige Aufwendungen auf 24,2 nach 24,6 Prozent im Vorjahr. Damit lag sie im angekündigten Bereich von 24,0 bis 24,5 Prozent.

Der bereinigte Reingewinn sank um ein Viertel auf 231,1 Millionen. Insgesamt fielen im Berichtsjahr einmalige Aufwendungen von rund 351 Millionen Euro an. Unbereinigt rutschte das Ergebnis damit klar ins Minus.

Die Aktionärinnen und Aktionäre sollen nun wie angekündigt auf eine Dividende verzichten (VJ: 0,49 Franken). Mit den Zahlen hatSIG die Erwartungen der von AWP befragten Analysten beim Umsatz leicht übertroffen und bei der Marge erreicht.

Guidance bestätigt

Die bisherigen Ziele bestätigt das Management. Im "Übergangsjahr" 2026 erwartet die Gruppe demnach währungsbereinigt und zu konstanten Kunststoffpreisen ein Umsatzwachstum von 0 bis 2 Prozent.

Ausserdem wird eine bereinigte EBIT-Marge zwischen 15,7 und 16,2 Prozent angepeilt. Zum Vergleich: 2025 lag die EBIT-Marge bereits bei 15,7 Prozent.

"Für 2026 gehen wir davon aus, dass die Marktbedingungen weitgehend gleich bleiben wie 2025", wird Finanzchefin und bis Ende Februar noch Interimschefin Anne Erkens in der Mitteilung zitiert.

Aufgrund der "klaren Roadmap zur Verbesserung der Performance" ist sie zudem überzeugt, auch die mittelfristigen Ziele erreichen zu können. Konkret bedeutet dies ein Umsatzwachstum von 3 bis 5 Prozent und eine bereinigte EBIT-Marge von über 16,5 Prozent.

SIG setzt nach Restrukturierung auf Effizienz und Flexibilität

Der Verpackungsspezialist SIG blickt nach einem turbulenten Jahr relativ zuversichtlich nach vorne. Der Nahostkrieg macht dem Unternehmen derzeit noch keine grossen Sorgen. Der neue CEO will sich nun zuerst auf die Effizienz konzentrieren.

"Wir können die Wettbewerbsfähigkeit noch verbessern", sagte CEO Mikko Keto, der erst seit dieser Woche im Amt ist, am Dienstag an einer Medienkonferenz in Zürich. Konkret stellt sich der Finne darunter eine höhere Effizienz auf allen Ebenen vor, also zum Beispiel bei der Beschaffung.

Auch das Portfolio und die Teamstruktur sollen verschlankt werden. "Niemand mag einen Überhang an Führungskräften", meinte Keto am Rande der Konferenz im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP. Hier gebe es sicher noch Potenzial.

Der neue Manager war zuletzt CEO des dänischen Unternehmens FLSmidth, das Anlagen, Systeme und Dienstleistungen für die globale Bergbauindustrie herstellt. "Ich freue mich, wieder in die Schweiz zu ziehen", sagte Keto. Vor 35 Jahren habe er im Rahmen des Studiums nämlich ein Praktikum in St. Gallen gemacht.

Restrukturierung abgeschlossen

Der neue Konzernchef trifft auf ein Unternehmen, das ein Jahr voller Restrukturierungen hinter sich hat. Nicht zuletzt musste der langjährige CEO Samuel Sigrist das Unternehmen im August per sofort verlassen, da er seine Ziele mehrfach verfehlt hatte.

Das Unternehmen startete daraufhin unter dem neuen Verwaltungsratspräsidenten Ola Rollén ein Transformationsprogramm, das mit Einmalkosten von 351 Millionen Euro zu Buche schlug, der grösste Teil davon Wertberichtigungen. Unter dem Strich rutschte SIG damit im vergangenen Jahr in die roten Zahlen.

"Die getroffenen Massnahmen sind alle abgeschlossen und werden uns 2026 unterstützen", sagte Finanzchefin Anne Erkens, die bis Ende Februar Interimschefin war. Konkret wurden bestimmte Teilbereiche zum Verkauf gestellt und wenig rentable Produktlinien eingestellt. Ausserdem werden bis Mitte des Jahres zwischen 100 und 150 Mitarbeitende - über alle Länder hinweg - das Unternehmen verlassen, so Erkens.

Talsohle in China erreicht

Die Marktentwicklung dürfte laut SIG wieder etwas anziehen. "In China ist die Talsohle wohl erreicht", sagte die Finanzchefin. Zudem entwickle sich das Geschäft unter anderem in Südostasien und in Amerika gut.

Auch der Iran-Krieg macht dem Management aktuell keine allzu grossen Sorgen. Man könne sowohl auf kurzzeitige Lieferkettenverschiebungen im Nahen Osten als auch auf eine möglicherweise steigende Inflation in Europa reagieren. SIG bietet etwa "Shrinkflation"-Grössen an, ein Vorteil gegenüber dem Hauptkonkurrenten Tetra Pak, der seine Verpackungsgrössen weniger schnell anpassen kann. Die Fabrik im saudischen Riad sei zudem "absolut sicher", hiess es.

Ganz unbesorgt ist das Management aber nicht: "Wir müssen die Lage genau beobachten", sagte Erkens. Einen negativen Einfluss auf das Geschäft könnten etwa steigende Rohstoffpreise haben, falls der Handel eingeschränkt würde.

Protein-Trend als Chance

Schliesslich bekräftigte die Finanzchefin die Strategie, sich auf das aseptische Kartongeschäft zu konzentrieren, aber an gewissen Bag-in-Box- und Standbeutel-Geschäftsbereichen festzuhalten. "Die Trends sprechen für uns", so Erkens.

Ein Blick ins Supermarktregal zeige: "Protein, Protein, Protein." Neue Produkte in diesem Bereich seien für SIG eine Chance. "Wir werden das Bag-in-Box-Portfolio transformieren", sagte Erkens.

Die SIG-Aktie verliert an der SIX zeitweise 0,08 Prozent auf 12,16 Franken.

ls/ra/uh

Neuhausen am Rheinfall (awp)

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Bildquelle: SIG Combibloc,Keystone

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