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Geändert am: 17.03.2026 21:23:37

Anleger ignorieren Ölpreisanstieg: US-Börsen zum Handelsende freundlich -- SMI und DAX schliessen mit Gewinnen -- Asiens Börsen mehrheitlich schwächer

Der heimische sowie der deutsche Aktienmarkt drehten am Dienstag ins Plus. Die Erholung an der Wall Street setzte sich im Dienstagshandel fort. Die Börsen in Fernost gaben mehrheitlich nach.

SCHWEIZ

Der heimische Aktienmarkt präsentierte sich am zweiten Handelstag der Woche freundlich.

Der SMI war mit einem Abschlag gestartet und kletterte im weiteren Verlauf in die Gewinnzone. Letztlich beendete er die Sitzung 0,62 Prozent höher bei bei 12'962,41 Punkten.
Die Nebenwerte-Indizes SPI (Schluss: +0,56 Prozent bei 18'038,87 Punkten) und SLI (Schluss: +0,77 Prozent bei 2'056,19 Zählern) schlossen daneben ebenfalls fester.

"Die meisten Anleger haben sich offensichtlich dazu entschieden, die aktuelle Krise auszusitzen", hiess es laut awp in einem Kommentar. Die Nervosität blieb aber hoch, nachdem Berichten zufolge mehrere Explosionen in Dubai und Doha zu vernehmen waren und die auch die Angriffe auf den Iran unvermindert weitergehen. Der Blick der Anleger richtet sich weiterhin in Richtung Nahost. So geht der Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran mittlerweile in die dritte Woche. Die Signale zur Dauer des Iran-Konflikts bleiben widersprüchlich und diplomatische Fortschritte sind derzeit nicht auszumachen.

Der Ölpreis bleibt auf erhöhtem Niveau: Ein Barrel Brent kostet aktuell rund 102 Dollar, nachdem es vor wenigen Tagen mit knapp 120 Dollar den höchsten Stand seit 2022 erreicht hatte. Im Fokus bleibt die Lage an der Strasse von Hormus, einem zentralen Nadelöhr für den globalen Öltransport. Aktuell gibt es erste Signale, dass einzelne Tanker die Passage wieder aufnehmen könnten, doch der Schiffsverkehr bleibt stark eingeschränkt und die Lage insgesamt fragil. Konkrete Massnahmen wie militärische Eskorten oder Versicherungsmechanismen fehlen weiterhin. Die Märkte würden die Situation derzeit eher als kurzfristigen Angebotsschock bewerten, so Markbeobachter. Dies sorge für eine hohe, aber zeitlich begrenzte Volatilität. Das Szenario anhaltender Angebotsausfälle und eines dauerhaften Preissprungs liege aber weiterhin im Bereich des Möglichen und sei noch nicht eingepreist.

Die gestiegenen Ölpreise wecken Konjunktur- und Inflationssorgen, zumal am Mittwoch und Donnerstag zahlreiche Notenbanksitzungen anstehen. So entscheidet die US-Notenbank Fed am Mittwoch über ihren Leitzins, am Donnerstag folgen die SNB und EZB und auch in Grossbritannien und Japan wird in dieser Woche über die Leitzinsen entschieden. "Die zentrale Frage wird im Wesentlichen lauten, wie die Zentralbanken den Öl-Schock interpretieren werden", so ein Marktbeobachter. Der "geldpolitische Status quo" erscheine aber dabei das wahrscheinlichste Szenario.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Aktienmarkt knüpfte an seine Erholungsgewinne vom Wochenauftakt an.

Nach einer negativen Eröffnung drehte der DAX klar ins Plus und ging letztlich 0,71 Prozent höher bei 23'730,92 Punkten in den Feierabend.

Die erneut leicht gestiegenen Ölpreise bleiben aber weiter im Fokus, auch wenn sich die meisten Anleger mit Blick auf die Handelsumsätze "offensichtlich dazu entschieden haben, die aktuelle Krise ohne grosse Handelstätigkeit auszusitzen", wie Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners sagte.

Am zwölften Handelstag, seit die USA und Israel den Militärschlag gegen den Iran gestartet haben, schienen die Hoffnungen auf ein rasches Ende des Kriegs immer noch recht hoch zu sein. Ein länger andauernder Konflikt würde vor allem Europa und Asien wegen ihrer deutlich höheren Importabhängigkeit für Öl und Gas treffen. Die USA sind dagegen weitgehend autark.

Zunehmend in den Blick rücken zudem die grossen Zentralbanken, denn am Mittwoch entscheidet die US-Notenbank Fed über ihren Leitzins und am Donnerstag die EZB. Spontane Zinsveränderungen werden zwar als unwahrscheinlich angesehen, doch erhoffe man sich "von den schriftlichen Statements oder zumindest von den Fragerunden mehr Einblicke, ob die Erwartung steigender Leitzinsen in der Eurozone und ausbleibender Zinssenkungen in den USA richtig ist", sagte Altmann.

Auch ohne den Iran-Krieg agiere die Fed bereits seit längerem im Spannungsfeld zwischen einer hartnäckigen Inflation und einem schwächelndem Arbeitsmarkt, gab DZ-Bank-Analyst Christian Lenk zu bedenken. Die Auswirkungen des Krieges dürften das Dilemma allerdings noch verschärfen.

WALL STREET

Die US-Börsen verbuchten am Dienstag Gewinne.

Der Dow Jones beendete die Sitzung bei 46'993,26 Punkten um 0,10 Prozent fester. Er hatte bereits im Plus eröffnet und sich auch im weiteren Verlauf über der Nulllinie gehalten, obwohl die Gewinne im späten Handel etwas abschmolzen.
Der NASDAQ Composite beendete den Dienstagshandel um 0,47 Prozent fester bei 22'479,53 Punkten. Auch er hatte bereits höher eröffnet und war auch anschliessend auf grünem Terrain geblieben.

Am Dienstag, dem Tag vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank Fed, ging die Erholung am New Yorker Aktienmarkt in die Fortsetzung. Den Gewinnen stand dabei nicht im Wege, dass im Iran-Krieg weiter keine Entspannung abzusehen war und die Ölpreise wieder etwas anzogen. Vor diesem Hintergrund blieben Anleger am Dienstag aber vorsichtig. Der Schwung bei den Aktienkursen flachte im Verlauf wieder etwas ab.

Laut einem Marktbeobachter setzten die Anleger zwar nicht auf eine schnelle Lösung in dem Iran-Krieg, sie versuchten aber die aktuellen Spannungen auf der Suche nach einer Einstiegsgelegenheit auszublenden. Der Iran hat nämlich seine Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Persischen Golf intensiviert. Über den höheren Ölpreis bremst dies die Konjunkturhoffnung und verstärkt zugleich Inflationsgefahren.

Anleger schauen deshalb auch gespannt auf anstehende Zinsentscheide grosser Notenbanken. "Die Tendenz geht eindeutig dahin, dass die Zentralbanken restriktiver agieren werden, als es die Märkte wünschen", sagte der Investmentchef Andrew Chorlton von M&G Investment Managers. Bei der Fed dürften die Anleger am Mittwoch vor allem die Pressekonferenz von Notenbankchef Jerome Powell im Blick haben, der bald sein Amt an den von US-Präsident Donald Trump nominierten Kevin Warsh übergeben soll.

ASIEN

Die Börsen in Fernost zeigten sich am Dienstag mehrheitlich tiefer.

In Tokio verlor der Nikkei 225 am zweiten Handelstag der Woche und schloss 0,09 Prozent schwächer bei 53'700,39 Punkten.

Verluste wurden unterdessen ebenfalls vom chinesischen Festland gemeldet: Der Shanghai Composite verlor 0,85 Prozent auf 4'049,91 Stellen.

In Hongkong zeigte sich der Markt daneben von seiner freundlichen Seite: Anleger schoben den Hang Seng 0,13 Prozent auf 25'868,54 Punkte nach oben.

Die Aktienmärkte in Ostasien haben am Dienstag nach der positiven Vorgabe der Wall Street vom Vortag zunächst überwiegend freundlich tendiert. Allerdings kamen die Indizes im Späthandel deutlich von ihren Hochs zurück, und rutschten sogar ins Minus, nachdem die Ölpreise wieder etwas Fahrt nach oben aufnahmen - vor dem Hintergrund eines iranischen Angriffs auf Energieinfrastruktur in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Weiterhin gelangen fast keine Öltransporte durch die von Iran kontrollierte und abgeriegelte Strasse von Hormus. Zudem handelte sich US-Präsident Trump bei seiner Aufforderung an diverse Staaten, sich an Schiffseskorten zu beteiligen, nur Absagen ein. Insbesondere viele ostasiatische Staaten beziehen ihr Öl über diese Schiffsroute.

Dazu könnte sich an den Börsen im späten Geschäft auch mehr Zurückhaltung wegen der rund um den Globus anstehenden Notenbanksitzungen im weiteren Wochenverlauf breitgemacht haben. Bei den Zentralbanken weltweit findet derzeit ein Umdenken bei den Zinsen statt, nachdem der Konflikt im Nahen Osten die Energiepreise massiv in die Höhe getrieben hat. Höhere Energiepreise dürften global steigende Inflationsraten zur Folge haben.

Die Reserve Bank of Australia machte den Anfang. Sie erhöhte angesichts der weiter zu hohen Inflation die Zinsen zum zweiten Mal in diesem Jahr - auf 4,10 von 3,85 Prozent. Die Entscheidung fiel aber knapp aus. Die Zentralbank verwies auf steigende Treibstoffkosten im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt, die ein zentrales Aufwärtsrisiko für die Inflation darstellten und bekräftigte die Erwartung, dass die Geldpolitik restriktiv bleiben könnte.

Redaktion finanzen.ch / awp / Dow Jones Newswires


Bildquelle: Keystone, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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