Neuer Auftrieb 25.02.2020 22:23:00

Diese Branche dürfte immun gegen die Coronavirus-Sorgen sein

Diese Branche dürfte immun gegen die Coronavirus-Sorgen sein

• Ausbreitung des Coronavirus drückt Erwartungen
• Wohnungsbau könnte von Angst profitieren
• Rückenwind für Wirtschaft?

Coronavirus als grosse Belastung

Das Coronavirus steht nach wie vor im Zentrum der Aufmerksamkeit. Aufgrund der steigenden Anzahl an Infizierten sowie Todesfällen reduzieren mehr und mehr Analysten ihre zuletzt noch recht optimistischen Erwartungen an das globale Wachstum im Jahr 2020. Doch die Sorgen ziehen bereits breitere Kreise. So musste der Tech-Gigant Apple jüngst eine Warnung herausgeben, dass die Verkäufe im ersten Quartal unter dem Coronavirus-Ausbruch leiden dürften. Daneben fielen auch die ZEW-Konjunkturerwartungen im Februar überraschend stark. "Die befürchteten negativen Folgen der Coronavirus-Epidemie in China auf den Welthandel führen zu einem markanten Rückgang der ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters den ZEW-Präsidenten Achim Wambach.

Eine Branche als Profiteur der Krise?

Eine Branche dürfte gegen die Krise allerdings immun sein oder sogar von ihr profitieren: der Wohnungsbau. Dieser mache MarketWatch zufolge bereits rund 15 Prozent der Wirtschaft aus, die künftige Bedeutung dürfte aber deutlich darüber liegen. "Jahr für Jahr hatte ich aufgrund von Dingen wie der griechischen Schuldenkrise die Theorie, dass Hauskäufer erschreckt werden würden, und sie haben die Nachricht einfach abgetan. Die letzten Jahre haben jeden zum Narren gehalten, der höhere Zinsen vorhersagte und den amerikanischen Exzeptionalismus herausforderte. Die US-Wirtschaft läuft einfach weiter so gut", zitiert MarketWatch Glenn Kelman, CEO des Immobilienmaklers Redfin. Es herrsche trotz der aktuellen Sorgen eine grosse Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt, weshalb Kelman grosse Erwartungen an den Wohnungsbau in diesem Jahr hat. "Ein Redfin-Agent erzählte uns gerade von einem Bieterkrieg mit 30 anderen Käufern in einem weit entfernten Gebiet ausserhalb von Portland, Ore, in diesem Monat. Bei dem umkämpften Grundstück handelte es sich um ein Wohnmobil. Diese Situation kann länger andauern, als die meisten sich bewusst sind, da das Gesetz von Angebot und Nachfrage bei Immobilien nur langsam funktioniert", so Kelman weiter.

"Dunkle Ironie"

Neben Kelman sieht auch Mark Zandi, Chefökonom von Moody’s Analytics, in der Corona-Krise Chancen für die Immobilienbranche. Er prognostiziert, dass 2020 das erste Jahr in einem Jahrzehnt werden könnte, in dem Analysten das Tempo des Wohnungsbaus eher unter- als überschätzen. Letztlich könnte der Wohnungsbau damit auch "Rückenwind" für die breitere US-Wirtschaft liefern, meint der Experte. "Das Coronavirus ist eine Art dunkle Ironie, die dem Wohnungsbau hilft. Es hält die Zinsen niedrig, während globale Investoren in die USA kommen, aber es schadet unserer Wirtschaft nicht bis zu dem Punkte, an dem es uns Arbeitsplätze kostet", erklärte Zandi gegenüber MarketWatch.

Um jedoch die endgültigen Auswirkungen der Coronavirus-Krise tatsächlich abschätzen zu kommen, sei es noch zu früh, so Zandi, Kelman und weitere Analysten. Dennoch dürfte es für den Wohnungsbau eher von Vor-, als von Nachteil sein: "Sehe ich irgendwelche Gewitterwolken am Horizont? Ich sehe keine. Aber wird es regnen? Ich weiss, dass es regnen wird", hält Zandi weiter fest.

Redaktion finanzen.ch

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