Handelsstreit im Fokus 22.05.2019 23:32:00

Börsenexperte: Neue Allzeithochs kommen noch dieses Jahr

Börsenexperte: Neue Allzeithochs kommen noch dieses Jahr

Seit Beginn dieses Jahres konnten sich die weltweiten Aktienmärkte von den massiven Ausverkäufen Ende 2018 weitgehend erholen. Obwohl die globalen Wachstumsaussichten kontinuierlich nach unten korrigiert wurden, trotzten die Märkte dieser Entwicklung. Einige, wie der heimische SMI, der marktbreite US-amerikanische S&P 500 oder auch der Techwerte-Index NASDAQ Composite schafften es gar, neue Allzeithochs zu markieren.

Ausverkäufe nach Eskalation im Handelsstreit

Nichtsdestotrotz waren die vergangenen Wochen durch eine erhöhte Volatilität geprägt. Insbesondere die jüngsten Entwicklungen im Handelsstreit zwischen den USA und China hatten weltweit zu massiven Ausverkäufen an den Aktienmärkten geführt. Dabei schlugen insbesondere die Erhöhung von US-Zöllen auf chinesische Waren durch US-Präsident Donald Trump und die chinesischen Gegenmassnahmen zu Buche. Innerhalb nur eines Handelstages verlor der Dow Jones Industrial daraufhin über 600 Punkte, der DAX schloss unter der wichtigen 12'000-Punkte-Linie und auch in China fiel der Shanghai Composite um 1,2 Prozent. Seitdem haben sich die Märkte zwar wieder etwas erholt, konnten jedoch nicht zu ihren Jahres- und Allzeithochs zurückfinden.

Börsenexperte bleibt gelassen

Wall Street-Bulle Edward Yardeni ist angesichts dessen jedoch nicht besorgt. Wie er in einem Telefoninterview mit CNBCs "Trading Nation" sagte, sei er überzeugt, dass die Märkte in diesem Jahr noch zu ihren Allzeithochs zurückfinden würden. So seien die Ausverkäufe durch den Handelsstreit mittlerweile wieder eingegrenzt worden. Darüber hinaus sei deutlich geworden, dass der Handelsstreit länger dauern könnte als erwartet, jedoch nicht zu einer Rezession in den USA führen werde. So seien die US-Konjunkturdaten mit einigen Ausnahmen recht gut und die Wirtschaft in einer "guten Verfassung". Angetrieben werde die Erholung durch die Unternehmen, die derzeit vom Handelsstreit am meisten betroffen wären. Diese würde Wege finden, mit den Eskalationen umzugehen. Zum Beispiel könnten diese "ihre Lieferketten in andere Länder" verlegen, wie "beispielsweise Vietnam, Malaysia, Mexiko oder gar in die USA".

China auf Einigung stärker angewiesen

Zwar sei allgemein bekannt, dass die Weltwirtschaft langsamer wachsen würde, Yardeni gehe allerdings nicht davon aus, dass die Handelsstreitigkeiten hierauf einen grossen negativen Einfluss hätten. So würden auch die Emerging Markets gut durch den Handelskonflikt kommen, wobei sich höchstens die hohe Wachstumsrate Chinas etwas verlangsamen könnte. Im Handelsstreit sei China auf eine Einigung weit stärker angewiesen als die USA. Aus diesem Grund erwarte der Börsenexperte, dass ein Abkommen wahrscheinlich Ende diesen Sommers, wenn nicht gar früher erreicht würde. Und selbst wenn sich der Konflikt noch weiter in die Länge ziehen würde, würde China unter den verhängten Zöllen viel stärker leiden als die USA.

Jahresziel des S&P 500

Angesichts dieser optimistischen Einschätzung sieht der Analyst den S&P 500 bis zum Ende dieses Jahres bei 3'100 Punkten. Dies wäre ein Anstieg von 9,15 Prozent gemessen am Schlusskurs am 20.05.2019. Für das Jahresende 2020 sieht Yardeni den Index bei 3'500 Zählern.

Redaktion finanzen.ch

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