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28.02.2026 22:03:00
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ETF-Strategien gegen Marktcrash: So können sich Anleger schützen
Wenn die Märkte unruhig werden, rücken defensive Strategien in den Fokus. So können Anleger ihr Portfolio mittels ETFs vor heftigen Rücksetzern schützen.
• Auch für vorsichtige Anleger gibt es passende ETFs
• Breites Spektrum an Anlagemöglichkeiten
Von schwankungsarmen ETFs bis hin zu Short/Inverse ETFs bietet der Kapitalmarkt verschiedene Instrumente, um das Risiko zu streuen oder gezielt gegen Kursverluste zu wetten.
Defensive Aktienselektion: Das Minimum-Volatility-Prinzip
Ein gängiger Ansatz zur Risikokontrolle sind sogenannte Minimum-Volatility-ETFs. Statt einen Index nach Marktkapitalisierung abzubilden, gewichten diese Produkte gezielt Unternehmen mit historisch geringen Kursschwankungen.
Ein prominentes Beispiel ist der iShares Edge MSCI Europe Minimum Volatility UCITS ETF. Erklärtes Anlageziel des Emittenten: "Der Fonds strebt die Nachbildung der Wertentwicklung eines Index an, der aus ausgewählten europäischen Unternehmen besteht, die insgesamt niedrigere Volatilitätsmerkmale aufweisen als der breite europäische Aktienmarkt." Damit soll erreicht werden, "die Höhen und Tiefen des Marktes zu minimieren". Anleger setzen hier bewusst auf die Vermeidung extremer Ausschläge (Volatilität).
Wer lieber auf den US-Markt setzt, für den könnte sich vielleicht der iShares Edge MSCI USA Minimum Volatility Advanced UCITS ETF eignen. Sein Anlageschwerpunkt: "Zugang zur Wertentwicklung einer Untergruppe aus Aktienwerten aus dem US-Markt, die ein MinVol-Profil und eine gewichtete, durchschnittliche branchenberichtigte ESG-Wert-Verbesserung im Vergleich zum MSCI-Index aufweisen."
Gold als sicherer Hafen - Rechtliche Hürden in Deutschland
Gold bleibt die klassische Krisenwährung, insbesondere bei hoher Inflation oder geopolitischer Unsicherheit. Für Anleger ist der indirekte Erwerb über börsengehandelte Produkte oft effizienter als der physische Kauf von Barren.
Als Vorteile hervorzuheben sind die geringen Kosten sowie die Handelbarkeit: Die mit physischem Gold besicherten ETFs bilden den Spotpreis nahezu eins zu eins ab. Sie sind kostengünstiger in der Verwaltung und liquider handelbar als physisches Edelmetall.
In Bezug auf die Regulatorik zeigt sich jedoch ein wichtiger Unterschied zwischen den Finanzplätzen. In Deutschland verbieten die europäischen UCITS-Richtlinien ETFs, die nur einen einzigen Basiswert (wie Gold) enthalten, da eine ausreichende Diversifikation vorgeschrieben ist. Deutsche Anleger greifen daher auf Gold-ETCs zurück. Auch diese Exchange Traded Commodities bilden die Entwicklung des Goldpreises ab, jedoch sind sie rechtlich Schuldverschreibungen des Emittenten - keine Fondsanteile. In der Schweiz hingegen sind reine Gold-ETFs, die physisch hinterlegt sind, zulässig und weit verbreitet.
Die aggressive Absicherung: Profitieren von fallenden Kursen
Für eine taktische Absicherung existieren Short- oder inverse ETFs, wie etwa der Amundi ShortDax Daily oder der Xtrackers ShortDAX Daily. Das Prinzip ist spiegelverkehrt (invers) zu klassischen ETFs: Sinkt der zugrunde liegende Index um einen gewissen Prozentsatz, steigt der Short-ETF im selben Masse an.
Trotz der Chance auf Gewinne in Bärenmärkten warnen Experten laut extraETF vor den Risiken. Da Aktienindizes wie der DAX oder der S&P 500 langfristig einem Aufwärtstrend folgen, ist das Halten von Short-Positionen über längere Zeiträume meist verlustreich. Diese Produkte seien daher als spekulative Werkzeuge für kurze Zeitfenster zu verstehen und nicht für den langfristigen Vermögensaufbau geeignet.
Parken am Geldmarkt: Die moderne Tagesgeld-Alternative
Geldmarkt-ETFs haben sich als transparente und renditestarke Alternative zum klassischen Bankguthaben etabliert. Sie investieren wie in der EU-Geldmarktverordnung festgelegt in kurzfristige, hochliquide und qualitativ hochwertige Geldmarktinstrumente - also kurzfristige Kredite zwischen Banken, Unternehmen und Staaten - mit einer Laufzeit von maximal 397 Tagen.
Ein Schwergewicht in diesem Segment ist der Xtrackers II EUR Overnight Rate Swap mit einem Fondsvolumen von rund 20,02 Milliarden Euro. Der ETF bildet die Wertentwicklung einer Einlage, die zum kurzfristigen Euro-Zinssatz (€STR) verzinst wird ab. Mit einer geringen Pauschalgebühr von 0,10 Prozent p.a. partizipieren Anleger unmittelbar an Zinsänderungen, ohne regelmässig nach neuen Tagesgeldangeboten suchen zu müssen. Da die Erträge thesauriert werden, wächst das Kapital kontinuierlich an.
Auf den Anleger-Typ kommt es an
Die Wahl der Absicherung hängt von der individuellen Risikotoleranz ab. Während Geldmarkt-ETFs Stabilität bieten, erfordern Short-Instrumente ein aktives Timing und eine klare Strategie.
Redaktion finanzen.ch
Dieser Text dient ausschliesslich zu Informationszwecken und stellt keine Anlageempfehlung dar. Die finanzen.net GmbH schliesst jegliche Regressansprüche aus.
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