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Krypto-Mining 29.05.2022 14:22:00

Umweltdebatte in den USA: Streit um Folgen des Bitcoin-Minings

Umweltdebatte in den USA: Streit um Folgen des Bitcoin-Minings

Die US-Demokraten und die prominenten Bitcoin-Vertreter bekriegen sich in einer Debatte, die weitreichende Folgen für die Branche haben könnte.

• Debatte um Umweltschäden durch Mining in den USA
• US-Demokraten gegen prominente Vertreter der Krypto-Industrie
• Lückenhafte Datenlage und verhärtete Fronten

Die Debatte um die Umweltschädlichkeit des Bitcoin dreht sich im Kreis. In offenen Briefen haben sich sowohl die Gegner des Bitcoin-Minings als auch die Befürworter direkt an die EPA (Environmental Protection Agency) gewandt.

US-Demokraten sehen die Fortschritte in der Klimapolitik bedroht

"Da Kryptowährungen an Popularität gewinnen, ist es wichtig, die Umweltrisiken und Umweltverschmutzung, die mit dieser Industrie verbunden sind, zu verstehen", schreiben die demokratischen Kongressvertreter im Brief.

Die Vorwürfe, die die US-Demokraten gegenüber dem Bitcoin Mining im "Proof of Work"-Verfahren äussern, sind unverändert schwerwiegend: Der Energieverbrauch entspreche dem Griechenlands, riesige Mengen an Elektroschrott würden produziert sowie Luft und Wasser durch Kohlekraftwerke verpestet. Hinzu käme die Lärmbelästigung in der Umgebung der grossen Mining-Farmen.

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"Das Mining von Kryptowährungen vergiftet unsere Gemeinden", ist im Brief zu lesen. Denn es seien Bemühungen im Gange, bereits geschlossene Gas- und Kohlkraftwerke wiederzubeleben, um den exorbitanten Energiebedarf der Krypto-Industrie zu decken. Die demokratischen Kongressmitglieder beziehen sich auf unterschiedliche internationale Studien und fordern den Umstieg auf das "Proof of Stake"-Verfahren, das den Energieverbrauch um 99 Prozent senken würde. Sie argumentieren für Kryptowährungen, die kein Mining benötigen, wie etwa Algorand.

Bitcoin-Befürworter antworten mit eigenen Studien und lassen die Kritik nicht gelten

Michael Saylor als einer der bekanntesten Bitcoin-Enthusiasten verwies via Twitter auf den Antwortbrief, in dem unkorrekte Darstellungen und Missverständnisse bereinigt würden und der der Aufklärung der Öffentlichkeit über Bitcoin diene. Staatliche Einflussnahme lehnen die prominenten Vertreter der Mining-Industrie ab.

Die Gruppe um den MicroStrategy-CEO versucht unter Zuhilfenahme von Studien und Statistiken die Argumente der US-Demokraten zu entkräften. Bei den Mining-Farmen handle es sich nicht um Anlagen zur Stromerzeugung, sondern um Rechenzentren wie sie auch von Amazon, Apple, Google oder Meta betrieben würden. Dies mache den Unterschied, die Miner würden den Strom lediglich kaufen und seien nicht für die bei der Stromerzeugung entstehenden Emissionen verantwortlich.

Ausserdem bezögen die Miner einen Grossteil ihres Stroms aus erneuerbaren Energien und würden ihre Serverleistung auch für Berechnungen zahlreicher anderer Branchen, von Film, über Wetter, bis hin zu Medizintechnik zur Verfügung stellen. "Die Dämonisierung der Schürfer digitaler Güter entmutigt diese bedeutende einheimische Industrie, die verlorene Energieressourcen aufspürt und die in abgelegenen Gebieten industrielle Energiezentren errichtet", schreiben die Prominenten der Krypto-Industrie zur Nutzung der Energie. Den Vorwurf, dass in den Rechenzentren massenweise Elektroschrott anfallen würde, tun sie einfach als unwahr ab.

Datenlage, Vergleichbarkeit und Umwelteinflüsse

Die uneinheitliche Datenlage erschwert eine Beurteilung der Umweltschädlichkeit der Kryptowährungen im "Proof of Work"-Verfahren immens. Zahlreiche Miner in den USA sperren sich gegen eine Offenlegung der Daten, unter anderem auch, da die Daten gar nicht erst erhoben werden. In einem Interview mit dem Cointelegraph zeigte sich Kristian Csepcsar, Chief Marketing Officer bei "Slush Pool", dem ältesten Miner-Netzwerk in den USA, skeptisch gegenüber erneuerbaren Energien, vor allem der Solarenergie. Zur Datenerhebung, welche Energiequellen die Miner nutzen, sagte er: "Wir wollen das als Pool-Betreiber nicht sehen. Um diese Zahlen zu erhalten, müssten wir unsere Miner KYC-zertifizieren, Audits über ihre Operationen durchführen oder sogar Transaktionen [für Analysen] filtern. Das ist nicht der Ethos, den wir beibehalten wollen."

Am Beispiel des geschätzten Jahresverbrauchs an Energie lässt sich die Problematik gut ablesen. "Block Builders" hat 2021 drei Studien zum Energieverbrauch für das Schürfen von Kryptowährungen verglichen und gezeigt, wie unterschiedlich dieser eingeschätzt wird: Die Universität Cambridge schätzt in ihrem "Cambridge Bitcoin Electricity Consumption Index" den jährlichen Energieverbrauch auf 143,67 TWH, dagegen liegen der "Digiconomist" mit 97,26 TWh und Dan Held & Ark Investment mit 50,8 TWH massiv darunter.

Dass sich schon die Schätzungen zum Energieverbrauch der Branche schon so grundlegend unterscheiden, zeigt wie Vergleiche mit anderen Branchen oder der Impact auf die Umwelt mithilfe der Datenauswahl grundsätzlich in unterschiedliche Richtungen gehen. Tatsächlich zeigen jüngste Studien, dass die Nutzung erneuerbarer Energien in den USA für die Gesamt-Hashrate, vor allem nach dem Verbot in China, durchaus eine Rolle spielt.

Klar ist, dass der Energieverbrauch und die Bezugsquellen eine entscheidende Rolle spielen. Über beides lässt sich jedoch mehr spekulieren als belegen. Die Daten sind hier weiterhin lückenhaft. Noch hat sich die EPA weder zum initialen Brief der Mining-Gegner noch zu der Antwort der Vertreter der Mining-Industrie geäussert. Die Fronten sind verhärtet, der Bitcoin zuletzt deutlich unter die 30'000 US-Dollar-Marke gefallen. Gesetzentwürfe zur Krypto-Regulierung kündigte die Biden-Administration bis Ende diesen Jahres an.

Redaktion finanzen.ch


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