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Lukrative Devisengeschäfte 13.02.2020 06:29:00

So lässt sich mit dem starken Schweizer Franken Geld verdienen

So lässt sich mit dem starken Schweizer Franken Geld verdienen

Wie handle ich mit Schweizer Franken?


Der Devisenhandel bietet Anlegern viele Möglichkeiten, vor allem aber stehen zwei Herangehensweisen im Mittelpunkt des Anlegerinteresses. Einerseits steht den Anlegern der direkte Handel über Devisen zur Verfügung, andererseits können Investoren auch indirekt mit Währungen handeln.

Die Direktinvestition

Devisen werden immer in Paaren gehandelt. Der Handel findet beispielsweise im Austausch Schweizer Franken (CHF) gegen Euro statt: "CHF/Euro = 0,9065" drückt aus, dass Anleger für einen Schweizer Franken 0,9065 Euro erhalten. Der direkte Handel mit Währungspaaren basiert ausschliesslich auf Spekulationen des weiteren Kursverlaufes.

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Anleger gehen also eine Wette auf die zukünftige Entwicklung ein. Mit einer LONG-Option setzen sie auf einen steigenden Kurs, mit einer SHORT-Option auf einen fallenden Kurs. Börsenneulinge sollten sich klar machen, dass der Handel mit Devisen zwar ein hohes Gewinnpotential hat, gleichzeitig jedoch sehr risikoreich ist. Warum? Der Devisenmarkt ist hohen Kursschwankungen ausgesetzt. Ein grosser Vorteil gegenüber anderen Börseninvestments sind die geringen Gebühren. Im Vergleich zum Handel mit Aktien oder Fonds ist der Devisenhandel, auch als Forexhandel bezeichnet, je nach Broker eher günstig.

Der indirekte Devisenhandel

Neben dem Direkthandel können Anleger auch indirekt ihr Glück im Devisenhandel suchen. Bei indirekten Handelsoptionen können beispielsweise Rohstoffe oder Aktien in der einen Währung, zum Beispiel in Schweizer Franken gekauft werden, und anschliessend über eine andere Währung, zum Beispiel dem Euro, wieder verkauft werden. Die indirekten Handelsoptionen werden über einen Broker abgewickelt.

Diese Unternehmen profitieren vom starken Franken

Die Gewinner einer starken Schweizer Währung sind Unternehmen, welche ihren Umsatz in Euro oder US-Dollar ausweisen. Sie beziehen Waren aus dem Ausland, welche durch die schwächeren Fremdwährungen billiger importiert werden können. Prominente Profiteure sind die drei Big Player im Schweizer Leitindex SMI: Die Pharmariesen Roche und Novartis sowie der weltgrösste Lebensmittelhersteller Nestlé.

Im Fünf-Jahres Trend weisen alle drei Konzerne eine starke Performance hinsichtlich der Kurssteigerung auf. Die Novartis-Aktie kletterte seit 2014 rund 13 Prozent, die Roche-Genussscheine knapp vier Prozent und die Nestlé-Aktie verbuchte in den vergangenen fünf Jahren gar einen Kurssprung von gut 50 Prozent.

Profiteure sind oftmals Unternehmen, die viel in Fremdwährung importieren, wie die Pharmabranche. Diese profitieren von einer Verbilligung der importierten Güter, welche sie zu 40 Prozent aus dem Ausland beziehen. Die Swisscom profitiert ebenfalls sehr von einer starken heimischen Währung. Über die italienische Tochter Fastweb weist der Telekommunikationskonzern seine Geschäfte in Euro aus.

Diesen Unternehmen schadet der starke Franken

Zwei Drittel der Schweizer Unternehmen sehen allerdings eine grosse Gefahr für die Zukunft im Zusammenhang mit dem starken Schweizer Franken. Insbesondere Unternehmen mit teuren Exportprodukten, wie Swatch und Richemont leiden unter einer starken Schweizer Währung.

Viele Unternehmen werden vom Translationseffekt, also der Währungsumrechnung in der Bilanz, negativ beeinflusst. Denn am Ende eines Jahres müssen auch Geschäfte mit Fremdwährung in Schweizer Franken in der Bilanz ausgewiesen werden, wodurch sie rechnerisch wenig einnehmen. Am schlimmsten trifft es daher Grossbanken, wie die UBS oder Credit Suisse.

Investoren vs. Zentralbankproblematik

Der Schweizer Franken gilt bei internationalen Investoren als sicherer Hafen, also als besonders krisenrobuste Währung. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) will eine wirtschaftsschädliche Aufwertung des Franken jedoch vermeiden. Sie interveniert seit Jahren auf dem Devisenmarkt und kauft Schweizer Franken ein. Auch die Zentralbankentscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) und der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) über den Leitzins wirken sich auf die Stärke der Schweizer Staatswährung aus. Die Fed senkt derzeit die Zinsen, wodurch der Dollar auch im Vergleich zum Schweizer Franken wieder schwächer wird.

Bei einem Entschluss für ein Investment in den Schweizer Franken sollten sich Anleger die vergangenen Entscheidungen der SNB vor Augen führen. Am 15. Januar 2015 verkündete die SNB, die Kopplung an die europäische Gemeinschaftswährung Euro aufzuheben. Daraufhin gewann der Schweizer Franken kräftig, ein Euro notierte kurzzeitig bei gerade noch 0,85 CHF - für einige Schweizer Unternehmen war dieser überraschende SNB-Entscheid existenzbedrohend.

Risiko und Potential des Schweizer Franken

Nicht nur Notenbankentscheidungen beeinflussen die Stärke einer Währung, sondern auch politische Unsicherheiten. Haben Investoren ein negatives Gefühl in Bezug auf die künftige Wirtschaftspolitik in den USA, werden wieder vermehrt Devisen in Schweizer Franken gehandelt.

Wie die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich Anfang Oktober 2019 erklärte, geht sie davon aus, dass der Aufwärtsdruck auf den Franken weiterhin anhalten dürfte. Die KOF-Experten rechnen damit, dass die Europäischen Zentralbank (EZB) die Zinsen in einem weiteren kleinen Schritt anheben wird. Diesem Vorgehen dürfte dann auch die Schweizerische Nationalbank (SNB) folgen und Richtung Jahresende die Zinsen noch tiefer in den Negativbereich herabsetzen, hiess es. Der Devisenhandel bleibt also spannend.

Kevin Kremer / Redaktion finanzen.ch

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Bildquelle: Nyanza / Shutterstock.com,Hasloo Group Production Studio / Shutterstock.com

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