QIAGEN Aktie 132350663 / NL0015001WM6
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05.02.2026 13:31:00
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QIAGEN-Aktie in Rot: Solides Jahr 2025 - moderates Wachstum für 2026 avisiert - Höhere Dividende in Aussicht
QIAGEN hat die Erwartungen im Schlussquartal übertroffen und rechnet trotz Zöllen und Übernahmen auch 2026 mit weiterem Wachstum.
Finanzchef Roland Sackers sieht den Konzern insbesondere für die weitere Entwicklung aus eigener Kraft gut positioniert. Die Übernahmespekulationen wollte der Manager in einer Videokonferenz am Donnerstag mit Journalisten derweil nicht kommentieren - dementierte sie aber auch nicht ausdrücklich. Die Aktie gab nach.
Am späten Vormittag stand die Aktie knapp ein halbes Prozent tiefer. Damit setzt sich die Talfahrt ausgehend vom vorangegangen Kurssprung weiter fort. Mitte Januar war das Papier wegen der Verkaufsfantasien binnen weniger Handelstage um rund ein Fünftel angesprungen. Seitdem hat sie rund neun Prozent verloren. Die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte unter Berufung auf Insider berichtet, QIAGEN habe sich Berater an die Seite geholt und prüfe strategische Optionen, darunter auch seinen eigenen Verkauf.
Finanzchef Sackers wollte dies nicht kommentieren, vom Manager kam aber auch kein ausdrückliches Dementi der Gespräche. Die Branche befinde sich aktuell in einer Konsolidierungsphase, und es sei deshalb ein "gutes Zeichen", dass QIAGEN "mit einem der attraktivsten Portfolios" Interesse wecke. Generell sei es die Aufgabe eines Unternehmens, sich in regelmässigen Abständen umzuschauen. Der Konzern nehme aber seine Verantwortung gegenüber seinen Aktionären sehr ernst.
QIAGEN setze den Fokus deshalb nach wie vor darauf, seine bis 2028 geltende Strategie umzusetzen und die mittelfristige Prognose "zu erreichen oder zu übertreffen", so Sackers. Dabei stellte der Manager angesichts der deutlichen Margenverbesserung im vergangenen Jahr auch eine Erhöhung des Profitabilitätsziels für 2028 noch in diesem Jahr in Aussicht. Es sei aber Aufgabe eines neuen Konzernchefs, sich die Zahlen zunächst genauer anzuschauen.
Der amtierende QIAGEN-Lenker Thierry Bernard hatte im November mitgeteilt, dass er sein Amt aufgibt, sobald die Nachfolge geklärt ist. Aktuell hat der Aufsichtsrat aber noch niemanden offiziell für den Spitzenposten neu bestellt.
QIAGEN bietet unter anderem Probentechnologien und diverse Diagnostiklösungen wie etwa den Tuberkulosetest Quantiferon und die Analysesysteme Qiastat-Dx und Qiacuity an. Nach einem starken Lauf in der Pandemie dank einer hohen Nachfrage nach Covid-Tests und einer anschliessenden Nachfragedelle, geht es seit 2024 beim Konzern wieder aufwärts. Im Verlauf des vergangenen Jahres hatte das Management seine Prognosen mehrfach erhöht.
2025 erhielt das Unternehmen vor allem von seinen wichtigsten Wachstumsträgern Schwung. Der Erlös stieg um sechs Prozent auf knapp 2,09 Milliarden Dollar (ca 1,77 Mrd Euro). Im Schlussquartal schwächte sich die Wachstumsdynamik zwar ab, dennoch liefen die drei Monate besser als vom Konzern selbst und auch von Analysten erwartet. Unter dem Strich konnte QIAGEN seinen Gewinn auf 425 Millionen Dollar verfünffachen - ein Jahr zuvor hatten noch Restrukturierungskosten kräftig auf das Ergebnis gedrückt. Trotz eines Bremseffekts durch die US-Zölle stiegen 2025 auch das operative Ergebnis und die entsprechende Marge deutlich.
Die Anleger haben gute Aussichten, davon zu profitieren. "Wir erwägen, der Hauptversammlung weitere Aktienrückkäufe vorzuschlagen", sagte Sackers. "Auch eine Dividenderhöhung ist etwas, was wir sicher intern diskutieren werden." Im vergangenen Juli hatte der Konzern erstmals in seiner Geschichte den Aktionären eine Bardividende in Höhe von 0,25 Dollar ausgezahlt.
Für 2026 peilt das Management nun abseits von Wechselkurseffekten ein Umsatzplus von mindestens fünf Prozent an - und damit so viel wie im Vorjahr. Dabei sollen QIAGENs wichtigste Wachstumstreiber mit plus 9 Prozent noch stärker wachsen. Berücksichtigt ist auch ein erster Umsatzbeitrag von 40 Millionen Dollar durch die jüngst erfolgte Übernahme des US-Biotechunternehmens Parse Biosciences.
Der bereinigte Gewinn je Aktie (EPS) soll in diesem Jahr zu konstanten Umrechnungskursen auf mindestens 2,50 Dollar klettern, verglichen mit 2,38 Dollar im vergangenen Jahr. Dabei wird für das erste Quartal aber wegen einer verwässernden Wirkung durch den Parse-Zukauf und wegen der Zölle ein leichter Rückgang um einen US-Cent im Vergleich zum Vorjahr erwartet.
Rackers schätzt unterdessen, dass die höheren US-Zölle QIAGEN im weiteren Jahresverlauf im Vergleich zu 2025 keine wesentliche Mehrbelastung bereiten dürften. Der Konzern habe einen grossen Teil der Zölle an Kunden weitergeben können, nun dürfte QIAGEN auch seine Logistikketten überarbeiten, um Zollaufschläge zu umgehen. Befragt nach möglichen weiteren Übernahmen bekräftigte er, dass QIAGEN weitere ergänzende Zukäufe ins Auge nehme.
Finanzchef stellt höhere Ausschüttungen in Aussicht
QIAGEN-Finanzvorstand Roland Sackers hat den Aktionären des Diagnostikspezialisten eine weitere Erhöhung ihrer Rendite in Aussicht gestellt. "Wir werden mit Sicherheit überlegen, ob wir für die Hauptversammlung einen Dividenerhöhungsvorschlag einreichen werden und auch neue Aktienrückkaufprogramme", sagte Sackers in der Pressekonferenz zu den Zahlen des abgelaufenen Jahres.
QIAGEN hatte erst zu Jahresbeginn einen synthetischen Aktienrückkauf über 500 Millionen Dollar umgesetzt und im vergangenen Jahr erstmalig eine Dividende gezahlt.
Zu Berichten, wonach QIAGEN strategische Optionen prüfe, unter anderem auch einen potenziellen Verkauf, wollte sich Sackers nicht äussern. "Zu Marktkommentaren geben wir keine Stellung ab", sagte er.
Es sei jedoch die Aufgabe eines jeden Unternehmens, regelmässig zu prüfen, was seinen Investoren den meisten Wert einbringe, sagte er. QIAGEN unterziehe sich dieser Aufgabe zusammen mit dem Aufsichtsrat regelmässig. "Wir fühlen uns sehr wohl mit unserem organischen Wachstumsmöglichkeiten insgesamt aufgestellt", fügte der Finanzchef hinzu.
Im XETRA-Handel sinkt die QIAGEN-Aktie zeitweise 0,47 Prozent auf 43,53 Euro.
Redaktion finanzen.ch / AWP international / DOW JONES
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