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Geändert am: 23.02.2026 22:01:49

Zoll-Chaos: US-Börsen zum Handelsende mit deutlichen Verlusten -- SMI schliesst stabil -- DAX letztlich schwach - unter 25'000 Punkten -- Hang Seng geht stark aus dem Handel

Der heimische Aktienmarkt kam am Montag kaum vom Fleck, während der deutsche Leitindex schwächer tendierte. Die Wall Street zeigte sich kräftig im Minus. Die Börse in Hongkong präsentierte sich am Montag sehr stark.

SCHWEIZ

Anleger am Schweizer Aktienmarkt hielten sich am Montag zurück.

So eröffnete der SMI etwas schwächer und bewegte sich im Anschluss in der Nähe der Nulllinie. Zum Handelsschluss notierte er minimale 0,08 Prozent im Plus bei 13'871,06 Punkten.
Die Nebenwerte-Indizes SPI und SLI tendierten unterdessen abwärts und verliessen die Sitzung mit moderaten Verlusten von 0,24 Prozent bei 19'051,52 Einheiten bzw. 0,51 Prozent leichter bei 2'189,42 Stellen.

Investoren waren angesichts der neuesten Ausgangslage in puncto US-Handelspolitik merklich verunsichert. Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA am Freitag weite Teile der von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle als rechtswidrig einstufte, holte dieser am Wochenende zum Gegenschlag aus und kündigte an, einen weltweiten Zollsatz von 15 Prozent zu erheben. "Da hier das letzte Wort noch lange nicht gesprochen ist, müssen sich Anleger auch weiterhin auf erratische Kursbewegungen und eine anhaltend hohe Volatilität einstellen", fasste ein Händler zusammen.

Und auch wenn das Urteil des Supreme Court ein deutlicher Dämpfer für Trumps handelspolitische Alleingänge sei, markiere es keinesfalls das Ende des Protektionismus, hiess es in einem Kommentar der Helvetischen Bank. "Vielmehr leitet es eine neue Phase der Unsicherheit ein: Während die Justiz die Exekutive in ihre Schranken weist, nutzt Trump bereits neue gesetzliche Grauzonen aus." Dennoch bleibe die Signalwirkung entscheidend: "Das Urteil beweist die Resilienz der US-Gewaltenteilung." Für Handelspartner bedeute dies jedoch noch kein Aufatmen. Befeuert wird die Nervosität durch ein weiteres Thema - Iran. Der US-Aufmarsch im Nahen Osten werde von einem drastischen 15-tägigen Ultimatum an den Iran begleitet. Trump fordert eine sofortige Einigung im Atomstreit, um einen drohenden Militärschlag abzuwenden.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Aktienmarkt präsentierte sich am Montag tiefrot.

So startete der DAX moderat tiefer und wies auch im Anschluss ein rotes Vorzeichen aus. Dabei wurden die Verluste zunehmend grösser. Er beendete den Handel 1,06 Prozent leichter bei 24'991,97 Punkten.

Der DAX war am Montag nach einem versöhnlichen Wochenausklang deutlich unter Druck geraten. Das Mitte Januar erreichte Rekordhoch von 25'507 Punkten rückt damit wieder etwas weiter in die Ferne, denn auch die viel beachtete runde Marke von 25'000 Punkten wurde letztlich unterschritten. Das verbesserte deutsche Ifo-Geschäftsklima gab indes keine Impulse.

Die positive Marktreaktion vom Freitagnachmittag auf die Entscheidung des obersten US-Gerichts gegen viele der globalen Zölle der US-Regierung machte damit etwas Ernüchterung Platz. Neben der "Konfusion im Zollstreit" halte weiterhin ein möglicher Militärschlag der USA gegen Iran die Anleger auf Trab, kommentierte Marktanalyst Christian Henke vom Broker IG. Zudem richteten sich die Blicke schon zunehmend auf die am späten Mittwochabend anstehenden Geschäftszahlen des Halbleiterriesen NVIDIA.

Wenige Stunden, nachdem das oberste US-Gericht am Freitag einen Grossteil von Donald Trumps Zöllen auf Basis eines Notstandsgesetzes aus den 1970er Jahren als unzulässig erklärt hatte, kündigte der US-Präsident einen weltweiten Zoll auf Importe in die USA von 10 Prozent an. Diesen hob er am Folgetag auf 15 Prozent an. Damit schöpft er die Höchstgrenze eines Handelsgesetzes aus den 1970er Jahren, auf das er sich beruft, voll aus. Nun versuchen die EU und andere Länder, die genauen Folgen für die globale Wirtschaft abzuschätzen. Im EU-Parlament ist eine Sondersitzung des Rechtsdienstes und des Verhandlungsteams, das für ein Zollabkommen zwischen den USA und der EU zuständig war, geplant. Die Europäische Kommission verlangt von den USA, eine vereinbarte Zollobergrenze von 15 Prozent in jedem Fall nicht zu überschreiten.

Mit am stärksten unter Druck in Europa standen angesichts der Zollunsicherheit exportsensible Titel aus den Branchen Technologie, Chemie und Industrie.

WALL STREET

An den US-Börsen kam es zum Wochenauftakt zu klaren Verlusten.

Der Dow Jones beendete den Handel bei 48'804,06 Punkten mit einem Abschlag in Höhe von 1,66 Prozent. Bereits zum Handelsstart hatte er sich etwas schwächer gezeigt und war dann im Verlauf immer tiefer abgetaucht.
Der NASDAQ Composite gab letztlich um 1,13 Prozent auf 22'627,27 Zähler nach. Auch er hatte bereits etwas tiefer eröffnet und seine Verluste dann im Handelsverlauf noch deutlich ausgeweitet.

Die Unsicherheit rund um das Zoll-Thema lastete zum Wochenstart auf dem Sentiment. Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA am Freitag die globalen Zölle von US-Präsident Donald Trump für unrechtmässig erklärt hatte, verhängte Trump im Anschluss neue Zölle. Er beruft sich nun auf Abschnitt 122 des Handelsgesetzes von 1974 und erhebt einen globalen Basiszoll von 15 Prozent, der zunächst 150 Tage eingesetzt werden kann, um aussenwirtschaftliche Ungleichgewichte zu korrigieren.

"Das fügt der Zollgeschichte eine neue Ebene der Unsicherheit hinzu. Wenn die Zoll-Politik diesen Weg weitergeht, könnten wir Ende des Jahres durchaus wieder vor dem Obersten Gerichtshof stehen", sagte Michael Landsberg, Chief Investment Officer bei Landsberg Bennett Private Wealth Management. Volkswirte der Deutschen Bank wiesen darauf hin, dass der US-Handelsbeauftragte Jamieson Greer am Sonntag zu verstehen gegeben habe, dass bereits vereinbarte Handelsabkommen in Kraft bleiben und nicht dem neuen höheren Zollsatz unterliegen würden.

Die Agenda der US-Konjunkturdaten war am Montag indes übersichtlich, nach der Startglocke wurde lediglich der Auftragseingang der Industrie für Dezember veröffentlicht. Auch die Berichtssaison legte eine Pause ein. Das Highlight dürften nun die Ergebnisse von NVIDIA für das vierte Quartal sein, die am Mittwoch nach Handelsende veröffentlicht werden. Allgemein wird mit erneuten Rekordzahlen gerechnet. Doch im Fokus stehen der Ausblick sowie die Investitionen. Zuletzt hatten bei anderen grossen Technologie-Konzernen vor allem die hohen Ausgaben für künstliche Intelligenz (KI) für Abgabedruck gesorgt.

ASIEN

In Hongkong jubelten am Montag die Bullen.

In Tokio fand feiertagsbedingt (Geburtstag des Kaisers) kein Handel statt. Zuletzt hatte der Nikkei 225 am Freitag 1,12 Prozent tiefer bei 56'825,70 Punkten geschlossen.

Auf dem chinesischen Festland blieb der Shanghai Composite am Montag aufgrund des chinesischen Neujahrsfest weiterhin geschlossen. Er schloss zuletzt mit einem Minus von 1,26 Prozent bei 4'082,07 Zählern.

Der Hang Seng zeigte sich am Montag unterdessen schlussendlich 2,53 Prozent fester bei 27'081,91 Punkten.

Die asiatischen Aktienmärkte haben sich am Montag tendenziell mit Aufschlägen gezeigt, auch wenn das US-Zollthema für Verunsicherung sorgte. Am Freitag hatte der Oberste Gerichtshof der USA die Trump-Zölle für unrechtmässig erklärt, weil das dafür bemühte Notstandsgesetz den Präsidenten nicht dazu ermächtige. Inzwischen hat Trump darauf reagiert und neben Schimpftiraden gegen das Gericht angekündigt, den globalen Zollsatz auf 15 Prozent zu erhöhen. Dieser soll viele der Zölle ersetzen, die vom Supreme Court für illegal erklärt wurden. Volkswirte wiesen derweil darauf hin, dass die Ankündigungen von Trump manche Volkswirtschaften in Südostasien nun zunächst sogar besser dastehen liessen als zuvor, weil diese mit besonders hohen Zöllen belegt waren. Die generelle Unsicherheit sei dennoch ein Problem.

In Hongkong beflügelten nach einer Woche Pause wegen der Neujahresfeierlichkeiten die Hoffnungen auf niedrigere Zölle eher. Dazu deuteten Daten zu den chinesischen Neujahrsfeiertagen auf eine allgemein robuste Binnennachfrage hin, wie die Citi-Analysten anmerkten. Nach den zuletzt starken Verlusten seien Schnäppchenjäger aktiv gewesen, hiess es.

Redaktion finanzen.ch / awp / Dow Jones Newswires


Bildquelle: Keystone, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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Long 11’726.17 13.88 SHXB4U
Long 11’217.81 8.99 BQZSCU
Die Produktdokumentation, d.h. der Prospekt und das Basisinformationsblatt (BIB), sowie Informationen zu Chancen und Risiken, finden Sie unter: https://keyinvest-ch.ubs.com

Unternehmensdaten

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23.02.26 ACV Auctions Inc Registered Shs -A- / Quartalszahlen
23.02.26 Addus HomeCare Corp / Quartalszahlen
23.02.26 Adore Beauty Group Ltd Registered Shs / Quartalszahlen
23.02.26 Africa Resources AB Registered Shs / Quartalszahlen
23.02.26 Allison Transmission Holdings Inc. / Quartalszahlen

Wirtschaftsdaten

Datum Unternehmen
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23.02.26 Customs-Based Trade Balance
23.02.26 Consumer Price Index (YoY)
23.02.26 Industrial Outlook
23.02.26 Erzeuger- und Importpreise (Monat)
23.02.26 Producer and Import Prices (YoY)
23.02.26 Verbraucherpreisindex (EU-Norm) ( Monat )
23.02.26 Consumer Price Index (EU Norm) (YoY)
23.02.26 Retail Sales (YoY)
23.02.26 Verbraucherpreisindex (Jahr)
23.02.26 ifo - Geschäftsklimaindex
23.02.26 IFO – Expectations
23.02.26 ifo - aktuelle Beurteilung
23.02.26 Verbraucherpreisindex (Monat)
23.02.26 BoE's Taylor speech
23.02.26 Bruttoinlandsprodukt (Jahr)
23.02.26 Gross Domestic Product (QoQ)
23.02.26 Fed's Waller speech
23.02.26 M2 Money Supply
23.02.26 M3 Money Supply (YoY)
23.02.26 Netto-Inflation
23.02.26 Chicago Fed nationaler Aktivitätsindex
23.02.26 Chicago Fed nationaler Aktivitätsindex
23.02.26 Leading Indicator
23.02.26 BoI Interest Rate Decision
23.02.26 Auftragseingänge der Industrie (Monat)
23.02.26 Auktion 3-monatiger Treasury Bills
23.02.26 Auktion 6-monatiger Treasury Bills
23.02.26 Konsumklimaindex
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