| Sparziel Reise |
21.01.2026 07:51:00
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Urlaub finanzieren mit ETFs - sinnvoll oder riskant?
Mit einem ETF-Sparplan für den nächsten Urlaub sparen? Die Idee klingt verlockend, birgt aber Risiken. Was Anleger wissen sollten.
• Der Zinseszinseffekt entfaltet sich bei ETFs erst über längere Anlagezeiträume
• Zeitversetzte ETF-Sparpläne können langfristig für wiederkehrende Reisen genutzt werden
Warum ein ETF-Sparplan kurzfristig problematisch sein kann
Geld anlegen, von steigenden Kursen profitieren und mit dem Gewinn den nächsten Urlaub finanzieren - so die Überlegung vieler Sparer. Wie aus einem Beitrag von t-online hervorgeht, ist das zwar grundsätzlich möglich, allerdings mit erheblichen Risiken verbunden. Der Grund: Die Renditen von Aktien-ETFs schwanken aufgrund von Kursbewegungen an den internationalen Märkten von Jahr zu Jahr stark. Wer kurz vor der Jahrtausendwende in einen MSCI World-ETF investierte, musste beispielsweise in den Jahren 2000, 2001 und 2002 jeweils Verluste von rund 14 bis 18 Prozent hinnehmen.
Die Stiftung Warentest empfiehlt in ihrem ETF-Sparplan-Vergleich daher einen langfristigen Anlagehorizont: Solche Sparpläne sollten mindestens zehn Jahre laufen, besser über mehrere Jahrzehnte. Nur so lassen sich zwischenzeitliche Kursverluste aussitzen und der Zinseszinseffekt voll ausschöpfen.
Das Dilemma beim Urlaubssparen mit ETFs
Wer einen ETF nach nur einem Jahr verkauft, um damit eine Reise zu finanzieren, geht gleich zwei Risiken ein: Zum einen besteht die Gefahr, dass die Kurse zum geplanten Verkaufszeitpunkt ungünstig stehen - und weniger Geld zur Verfügung steht als ursprünglich eingezahlt. Zum anderen verzichtet man auf den Zinseszinseffekt, der erst über längere Zeiträume seine volle Wirkung entfaltet.
Es gibt dennoch eine Möglichkeit, ETFs für die Urlaubsfinanzierung zu nutzen - allerdings mit einem deutlich längeren Planungshorizont. Die Idee: Man startet nicht nur einen, sondern mehrere ETF-Sparpläne zeitversetzt. Jedes Jahr wird ein neuer Sparplan begonnen, während die älteren weiterlaufen. Der erste Urlaub, der aus einem dieser ETFs finanziert werden soll, sollte jedoch erst nach etwa zehn Jahren stattfinden. In den Folgejahren können dann jeweils die nächsten ETFs für weitere Reisen genutzt werden.
Tagesgeld, Festgeld und Geldmarkt-ETFs als Alternativen
Für kurzfristige Sparziele wie den Urlaub im kommenden Jahr eignen sich andere Anlageformen besser. Wie die Sparkasse erläutert, sollte bei einem kurzen Anlagehorizont von bis zu fünf Jahren auf risikoärmere Produkte gesetzt werden. Das klassische Festgeld bleibt dabei eine bewährte Option: Das eingezahlte Geld wird zu einem festen Zinssatz verzinst, und es besteht keine Gefahr, in turbulenten Börsenzeiten Verluste zu erleiden.
Als Mittelweg zwischen Tagesgeld und Aktien-ETFs haben sich in den vergangenen Jahren zudem Geldmarkt-ETFs etabliert. Diese bilden den kurzfristigen Euro-Zinssatz ab und bieten eine Rendite auf Niveau des aktuellen EZB-Leitzinses. Wie die Stiftung Warentest in einem Test zu Geldmarkt-ETFs feststellt, sind diese bei günstigen Anbietern eine gute Alternative zum Tagesgeld - allerdings ohne die gesetzliche Einlagensicherung, die für klassische Spareinlagen gilt.
Die Wahl der passenden Anlagestrategie hängt letztlich von der individuellen Risikobereitschaft, dem Anlagehorizont und den persönlichen Zielen ab. Wer bereit ist, Risiken einzugehen und einen langen Atem mitbringt, kann mit ETFs langfristig attraktive Renditen erzielen. Für das kurzfristige Urlaubssparen bleiben Tagesgeld oder Festgeld jedoch die sicherere Wahl.
D. Maier / Redaktion finanzen.ch
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