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Rohstoff-Rally 05.04.2022 23:58:00

Ukraine-Krieg lässt Nickelpreis kräftig anziehen - und sorgt für Turbulenzen an der London Metal Exchange

Ukraine-Krieg lässt Nickelpreis kräftig anziehen - und sorgt für Turbulenzen an der London Metal Exchange

Ein starker Anstieg des Nickelpreises führte kürzlich dazu, dass der Handel an der London Metal Exchange für eine Woche pausiert wurde. Zwar kann das Metall an der Börse nun wieder gekauft werden, Händler kritisieren die Plattform nun aber für ihre Reaktion auf den Kurssprung.

• Nickelpreis im Höhenflug
• LME reagiert mit Handelsstopp
• Pechsträhne reisst nicht ab

Nickelpreis steigt in London auf mehr als 100'000 US-Dollar

Der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine löste nicht nur weltweites Bestürzen aus, sondern rüttelte auch den Rohstoffmarkt durch. Dabei sind es nicht nur die Preise für Öl und Gas, die sich aufgrund der Sorge eines Lieferstopps seit der Invasion auf hohem Niveau bewegen. Auch der Preis für einige Metalle ist seitdem gestiegen - so auch der Nickelpreis. Während zu Jahresbeginn für eine Tonne Nickel noch 20'725,00 US-Dollar fällig wurden und der Preis am 23. Februar, also einen Tag vor Kriegsbeginn, bei 24'944,00 US-Dollar notierte, stieg der Kurs innerhalb der vergangenen Wochen deutlich an. So kletterte er an der London Metal Exchange (LME) am 8. März auf mehr als 100'000 US-Dollar, woraufhin der Handel mit dem Schwermetall ausgesetzt wurde. Mittlerweile findet dieser aber wieder statt. Zuletzt wurde eine Tonne Nickel zu 33.690 US-Dollar gehandelt (Stand vom 5. April 2022).

Kurssprung auch bei Nickel-Aktien

Doch nicht nur für den Nickelpreis ging es jüngst bergauf, auch die Aktien von Nickelherstellern konnten profitieren. So stieg etwa der Kurs des an der NYSE notierten brasilianischen Bergbauunternehmens Vale deutlich an, genau wie das Papier des Rohstoffhändlers Glencore. Auch Aktien des indonesischen Nickelproduzenten Aneka Tambang konnten an der Heimatbörse in Jakarta seit Jahresbeginn deutlich zulegen.

Preisanstieg überrascht Shortseller

Auslöser des Preissprungs beim Nickelpreis waren der Deutschen Presse-Agentur zufolge mehrere Leerverkäufer, die auf sinkende Kurse des silbrig-weissen Metalls gewettet hatten. Laut der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ) befand sich auch der chinesische Unternehmer Xiang Guangda unter den Shortsellern. Der Gründer des Stahlproduzenten Tsingshan Group soll nach Informationen des Blatts bereits vor dem Einmarsch Russlands in die Ukraine in grossem Umfang Short-Wetten gegen den Nickelpreis gehandelt haben. Als der Nickelpreis dann - gemeinsam mit dem Grossteil des Rohstoffmarkts - anstieg, mussten die Spekulanten Nickel nachkaufen, um ihre Positionen auszugleichen, wodurch der Nickelpreis weiter anstieg und ein "Short Squeeze" ausgelöst wurde, wie es im vergangenen Jahr bereits beim Hype um Meme-Aktien wie GameStop und AMC der Fall war. Es kam zu einer regelrechten Kursexplosion. Um ihre Verluste einzudämmen, verkauften die Leerverkäufer einige ihrer Nickel-Kontrakte. "Einige Marktteilnehmer, die auf fallende Preise gesetzt haben, wurden offenbar von dem Preisanstieg und der -dynamik seit der Ukraine-Invasion durch Russland überrascht und auf dem falschen Fuss erwischt", so Rohstoffexperte Daniel Briesemann von der Commerzbank gegenüber der dpa.

London Metal Exchange ergreift Massnahmen - und erntet Kritik

Nachdem der Nickelpreis in London zeitweise auf über 100'000 US-Dollar je Tonne sprang, ergriff die Metallbörse Massnahmen und pausierte den Handel mit dem Schwermetall für eine Woche. Ausserdem wurden Transaktionen aufgelöst, die während des starken Kursanstiegs getätigt wurden. Laut NZZ sollen dies etwa 5'000 Aufträge im Wert von insgesamt 4 Milliarden US-Dollar gewesen sein. Zwar gab die LME an, mit diesem Schritt Investoren schützen zu wollen, die sich verspekulierten, unter den Händlern sorgten die Einschränkungen aber für Kritik, wie das Blatt berichtet. So vermuteten einige Anleger, dass die LME, die ein Tochterunternehmen der Börse Hongkong ist, möglicherweise unter dem Einfluss des Tsingshan-Gründers Xiang Guangda stehe und daher den Handelsstopp erwirkt habe. Die Metallbörse habe damit ihre Neutralität aufgegeben.

Nickel-Handel weiter problembehaftet

Doch auch bei der Wiederaufnahme des Nickel-Handels kam es zu einigen Herausforderungen an der Metallbörse: Nachdem der Handel eine Woche lang ausgesetzt wurde, sollten Transaktionen nur in einem bestimmten Preisrahmen möglich sein, um erneute Preisausschläge zu verhindern. Einige Händler konnten die Begrenzung in der elektronischen Handelsoberfläche offenbar umgehen, woraufhin das Online-System komplett deaktiviert wurde. Nun war nur noch der Handel per Telefon möglich. Einen solchen "Ring", in dem sich Händler die Preise zurufen, wollte die LME bereits seit einiger Zeit abschaffen. Die Händler protestierten und argumentierten jedoch, dass das elektronische Handelssystem die Menge an Transaktionen nicht abdecken könne und der Handel bei einem Ausfall ganz ausgesetzt werden müsse.

Darüber hinaus wurde der Preisrahmen seit der Wiederaufnahme des Handels angepasst, nachdem starke Kursbewegungen zu einem erneuten Aussetzen führten.

Russland ist einer der weltweit grössten Nickelexporteure

Der Anstieg des Nickelpreises hatte aber nicht nur mit einem generellen Anstieg der Rohstoffpreise im Umfeld hoher Inflationsraten zu tun, sondern ist auch als Folge des Kriegs in der Ukraine zu sehen. Wie die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe in einer Publikation über das Metall erklärt, ist Russland nach Indonesien und den Philippinen das wichtigste Abbauland für Nickel. Das russische Bergbauunternehmen Nornickel gilt ausserdem als grösster Nickel-Exporteur. "Capital" zufolge soll Nickel bereits vor Beginn des Krieges knapp gewesen sein, Diskussionen über Lieferstopps von russischem Öl und Gas treiben ausserdem auch Spekulationen um ähnliche Einschränkungen für Nickel an.

Tesla-Chef Musk fordert mehr Nickel-Abbau

Zwar macht die Produktion von Batterien für E-Autos laut Capital nur einen kleinen Teil des gesamten Nickelbedarfs aus, dennoch ist das Metall für Hersteller wie Tesla unerlässlich. Laut der Agentur "Reuters" warnte Unternehmenschef Elon Musk bereits 2020 vor einer Nickel-Knappheit und forderte mehr Abbaumöglichkeiten. "Tesla wird Ihnen einen riesigen Vertrag über einen langen Zeitraum geben, wenn Sie Nickel effizient und umweltfreundlich abbauen", richtete Musk sich damals an die Öffentlichkeit. Um sich von russischen Nickellieferungen unabhängiger zu machen, will die EU nun die Nutzungszeit von Batterien erhöhen, ehe diese entsorgt werden müssen. "Das Recycling von wertvollen und umweltkritischen Stoffen in Batterien wird eben ein Schlüssel sein zu einer nachhaltigen und wettbewerbsfähigen Industrie, die weltweit an der Spitze stehen sollte", so SPD-Europaparlamentarier Ismail Ertug laut der "Tagesschau". Damit soll der Wiederverwertungsanteil in den nächsten Jahren auf 90 Prozent steigen.

Darüber hinaus wird Nickel aber auch bei der Herstellung von Edelstahl und Münzen eingesetzt.

Redaktion finanzen.ch


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