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Werbung 04.11.2021 09:00:09

Schroders: Wie sehen Privatanleger die Renditen nachhaltiger Anlagen?

Schroders: Wie sehen Privatanleger die Renditen nachhaltiger Anlagen?

Anastasia Petraki
Head of Policy Research

Wir alle haben die Geschichte gehört: nachhaltige Fonds sind sehr gefragt. Bis Mitte 2021 betrug ihr Vermögen beispiellose 2,3 Billion US-Dollar, was hauptsächlich auf das anhaltende Wachstum auf dem europäischen Fondsmarkt zurückzuführen war (Quelle: Reuters).

Die Nettozeichnungen übertrafen bereits im ersten Halbjahr 2021 die des Gesamtjahres 2020. In den Jahren 2019 und 2018 stiegen sie jeweils um mehr als das Doppelte an.

Dieses spektakuläre Wachstum dürfte verschiedenen Faktoren geschuldet sein. Zu erwähnen sind starke Wertentwicklung (insbesondere 2020), Auflage neuer Fonds oder die Umstellung bestehender Fonds, um nachhaltiger aufgestellt zu sein. Die Anzahl der Zeichnungen der Fonds deuten darauf hin, dass es sich nicht nur um eine Erhöhung des Angebots handelt. Privatanleger wollen wirklich mehr nachhaltige Fonds kaufen.

Was also macht nachhaltige Fonds für viele so attraktiv? Inwieweit spielen Renditeerwartungen eine Rolle? Unser Flaggschiff, die Global Investor Study, kann mehrere Erkenntnisse liefern.

Erkenntnis 1: Renditen sind für die Anleger wichtig, aber nicht so sehr, wie die Auswirkungen auf die Umwelt

Die Ergebnisse sind eindeutig: Der Hauptgrund für das Interesse an nachhaltigen Fonds sind deren potenziellen Umweltauswirkungen. Das Potenzial für höhere Renditen ist wichtig, aber es kommt weiter unten in der Rangfolge.

Dies ist in allen Regionen einheitlich. Allerdings werden insbesondere Anleger in Europa, wo es den grössten Markt für nachhaltige Fonds weltweit gibt, mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit von Renditeerwartungen beeinflusst als in anderen Regionen. Dasselbe Muster lässt sich feststellen, wenn wir Länder innerhalb jeder Region betrachten, zum Beispiel Deutschland und Frankreich im Vergleich zu den USA und China.

In allen Regionen und in den meisten Ländern lässt sich nur ein kleiner Prozentsatz der Anleger von Bedenken hinsichtlich der Wertentwicklung von nachhaltigen Fonds abschrecken. Interessanterweise ist die Skepsis hinsichtlich der Wertentwicklung in einer Reihe von Ländern höher, die traditionell mit Nachhaltigkeit in Verbindung gebracht werden, wie beispielsweise Schweden, Dänemark und Deutschland. Im Gegensatz dazu scheinen sich amerikanische und chinesische Anleger von Sorgen hinsichtlich der Wertentwicklung weniger abschrecken zu lassen.

Andere Ergebnisse der Global Investor Study zeigten, dass jüngere Anleger und solche mit mehr Sachkenntnis generell eher zu nachhaltigen Anlagen neigten. Dementsprechend sehen sie auch das Potenzial für höhere Renditen eher positiv für nachhaltige Fonds.

Erkenntnis 2: Die meisten würden gerne ihr gesamtes Portfolio in nachhaltige Fonds umschichten, aber Skeptiker halten sich wegen Renditesorgen zurück

Privatanleger sind durchaus offen für die Möglichkeit, ihr gesamtes Portfolio in nachhaltige Fonds umzuschichten (bei gleichem Risiko und gleicher Diversifikation). Auch hier liegt der Grund für ihre positive Einstellung zu diesem Vorschlag weniger in der Wertentwicklung als vielmehr in der positiven Wirkung. Für den kleinen Prozentsatz der Personen, die einem solchen Vorhaben gegenüber negativ eingestellt sind, stellen Renditesorgen jedoch die grösste Hürde dar.

Wenn es darum geht, warum die Anleger die Portfolioumstellung positiv oder negativ sehen, sind die Antworten auf der ganzen Linie sehr einheitlich. Für Anleger, die diesbezüglich eine positive Einstellung haben, stehen die Auswirkungen noch vor der Rendite an erster Stelle. Aber bei Anlegern mit einer negativen Einstellung dominieren Renditesorgen. Dies gilt unabhängig von Region, Altersgruppe und Anlagekenntnissen.

Erneut scheinen europäische Anleger eine vollständige Portfolioumstellung auf Nachhaltigkeit weniger zu begrüssen als Anleger in anderen Teilen der Welt, wie etwa den grossen asiatischen Märkten und den USA.

Und wiederum sind jüngere Anleger und solche mit grösseren Anlagekenntnissen einer Umstellung ihres Portfolios ausschliesslich auf Nachhaltigkeit gegenüber positiver eingestellt.

Erkenntnis 3: Vor allem würden Daten, die belegen, dass nachhaltige Fonds bessere Renditen erzielen, die meisten Menschen dazu bewegen, ihre nachhaltigen Investitionen zu erhöhen.

Die früheren Ergebnisse zeigten, dass die meisten Menschen in nachhaltige Fonds investieren, um eine positive Wirkung zu erzielen, und dass die meisten Menschen aus dem gleichen Grund auch gerne auf ein rein nachhaltiges Portfolio umsteigen würden. In beiden Fällen sind Renditen wichtig, haben aber eine geringere Priorität - ausser bei den Skeptikern, bei denen die Renditesorgen am ausgeprägtesten sind.

Die Studie kommt aber auch zu einem scheinbar widersprüchlichen Ergebnis: Nämlich, dass die meisten Anleger ihre nachhaltigen Investitionen erhöhen würden, wenn sie Daten oder Belege dafür hätten, dass nachhaltige Investitionen zu besseren Renditen führten. Dies ist der mit Abstand stärkste Faktor im Vergleich zu anderen Möglichkeiten wie der regelmässigen Berichterstattung über die Auswirkungen oder Nachhaltigkeitslabels Dritter.

Dabei ist vor allem zu beachten, dass dieses Ergebnis unabhängig von Region, Altersgruppe und Anlagekenntnissen gilt.

Oder anders ausgedrückt: Renditen sind zwar nicht der wichtigste Faktor für die Einstellung der meisten Anleger gegenüber nachhaltigen Anlagen, sie haben aber das Potenzial, einen Umstieg am stärksten zu beschleunigen.

Nachhaltigkeit sowohl als Investitions-Input als auch als Investitions-Output betrachten

Zum Thema nachhaltiges Investieren und Wertentwicklung wird eine breite Debatte mit starken Ansichten auf beiden Seiten geführt. Es kann argumentiert werden, dass nachhaltigere Unternehmen widerstandsfähiger gegenüber Risiken für ihre Geschäftsmodelle sein werden. Unternehmen mit hohen CO2-Emissionen dürften beispielsweise einem zunehmenden Druck ausgesetzt sein. Andere argumentieren, dass die Renditen für nachhaltigere Strategien nicht unbedingt davon profitieren, wenn sich dies bereits im Preis widerspiegelt. Und dass die Ergebnisse nur darunter leiden, wenn einem Portfolio Beschränkungen aufgezwungen werden.

Wir haben darüber geschrieben, warum man theoretisch erwarten könnte, dass Unternehmen mit starken Nachhaltigkeitsnachweisen unterdurchschnittlich abschneiden, aber vor allem, warum dies in der Praxis nicht passieren muss. Dabei spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle, etwa inwieweit der Markt Nachhaltigkeitsrisiken richtig einschätzt, wie diese Daten bewertet werden und wie undeutlich die Grenze zwischen Fundamental- und Nachhaltigkeitsanalysen ist.

Aber sollte man von nachhaltigen Fonds eine bestimmte Rendite erwarten? Die Ergebnisse unserer Studie legen nahe, dass es im Grossen und Ganzen zwei Gruppen von Anlegern gibt. Die erste Gruppe sind diejenigen, die Nachhaltigkeit als das gewisse Extra betrachten, wodurch sich die Renditen erhöhen. Die zweite, viel kleinere Gruppe sind diejenigen, die Nachhaltigkeit als eine Beschränkung des Portfolios ansehen und deshalb unausweichlich zu einem schlechteren oder suboptimalen Risiko-Rendite-Ergebnis führt.

Eine Gemeinsamkeit beider Gruppen ist, dass sie Nachhaltigkeit nur als Input sehen. Was aber, wenn Nachhaltigkeit nicht nur Input, sondern auch Output ist?

Wir könnten uns Nachhaltigkeit als Ergebnis vorstellen, bei dem es um nachhaltige Geschäftsmodelle geht, die Trends, Risiken und Chancen erkennen und sich an ein sich ständig änderndes Umfeld anpassen können. So entsteht ein Mehrwert.

Anlegern stehen viele Instrumente zur Verfügung, um zu beurteilen, welche Unternehmen nachhaltig wirtschaften. Einige Instrumente beinhalten Finanzkennzahlen. Einige sind nichtfinanzieller Natur. Manche lassen sich nicht einmal richtig quantifizieren, wie zum Beispiel Kultur. Bei der Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsfaktoren geht es darum, das Instrumentarium zu erweitern und mehrere Objektive zu verwenden, um zu beurteilen, ob ein Unternehmen wahrscheinlich weiterhin laufen und wachsen wird.

Ein Unternehmen, das den Menschen und/oder dem Planeten schadet und gleichzeitig Gewinne erwirtschaftet, ist nicht nachhaltig. Seine gesellschaftliche Betriebserlaubnis erlischt früher oder später durch Rechtsstreitigkeiten, Verbraucherklagen, politische Massnahmen usw.

Es gibt verschiedene Ansätze, um dies anzugehen und Nachhaltigkeit zu erreichen. Ein Ansatz kann ein Screening beinhalten, von dem wahrscheinlich die Wahrnehmung einer Einschränkung stammt. Ein anderer kann das Anstreben eines anderen Ergebnisses als einer Rendite beinhalten, wie eine positive Wirkung oder thematisches Investieren. Ein anderer kann aktives Eigentum beinhalten, bei dem Ihr Einfluss als Anleger genutzt wird, um einem Unternehmen zu helfen, sich zu verbessern und nachhaltiger zu werden.

Letztlich spielt es kaum eine Rolle, welchen Weg man zur Nachhaltigkeit einschlägt. Wichtig ist die Endstation: nachhaltige Unternehmen untermauern nachhaltige Renditen.

Hier erfahren Sie mehr: https://www.schroders.com/de/ch/asset-management/insights/

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