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Vorsicht geboten 04.02.2019 22:39:00

Morgan Stanley rät, jetzt aus dem Markt auszusteigen und sich für das nächste Rodeo auszuruhen

Morgan Stanley rät, jetzt aus dem Markt auszusteigen und sich für das nächste Rodeo auszuruhen

Mike Wilson, Chefstratege bei der US-Bank Morgan Stanley, glaubt offenbar nicht, dass die positive Marktentwicklung an den US-Börsen ihre Fortsetzung findet. Stattdessen rät der Experte nicht nur zur Vorsicht, sondern sogar zum Ausstieg aus dem Markt.

Zu nah am gefährlichen Bullen

"Wir sind einem Bullen, der zunehmend gefährlicher wird, nahe genug gekommen", so Wilson. Bullen seien gefährliche Tiere, Bullenreiter sollten jetzt absteigen, bemüht er eine Rodeo-Metapher. Mit einem sofortigen Einbruch der Aktienkurse rechnet Wilson zwar nicht - tatsächlich hält er es für möglich, dass der Markt noch ein gewisses Aufwärtspotenzial hat -, doch offenbar hält er die Luft zwischenzeitlich für zu dünn, um weiter auf steigende Kurse zu setzen.

"Wir denken, es ist besser, jetzt auszusteigen und sich für das nächste Rodeo auszuruhen", statt so lange wie möglich im Markt zu bleiben, glaubt der Aktienstratege.

Rally ist kurzlebig

Als Gründe, wieso er nicht an einen längerfristigen Aufwärtstrend am Markt glaubt, führte Wilson unter anderem den aktuellen Bilanzreigen an. Die Signale von der Berichtssaison seien gemischt, erklärte er. Zudem sieht er auch den längsten Shutdown in der US-Geschichte als deutlichen Belastungsfaktor für die Märkte. Zwar hatte US-Präsident Donald Trump am Freitag eine Vereinbarung unterzeichnet, die den teilweisen Regierungsstillstand in den Vereinigten Staaten zunächst für drei Wochen aussetzt, dennoch dürfte der Schaden bereits angerichtet sein. "Wir bezweifeln, dass eine dreiwöchige Wiedereröffnung der Regierung zu einer vollständigen Erholung der wirtschaftlichen Aktivitäten führen wird", warnte er in diesem Zusammenhang.

Morgan Stanley hat infolge der Ereignisse die Prognose für das BIP-Wachstum im ersten Jahresviertel von 2,5 auf 1,7 Prozent gesenkt und rechnet mit einer Belastung der Wirtschaftsdaten, der Gewinne und des Wachstums.

Einen zusätzlichen Belastungsfaktor hat Mike Wilson in der US-Notenbank Federal Reserve ausgemacht. Zwar gibt es Spekulationen darüber, dass die Fed vor dem Ende der Reduzierung der Bilanzsumme stehen könnte, was sich positiv auf den Markt auswirken könnte. Dennoch werde es einige Zeit dauern, bis der Effekt Auswirkungen zeige, fürchtet Wilson.

Der einzige entscheidende Schritt zu diesem Zeitpunkt besteht nach Ansicht von Wilson darin, dass sich die Federal Reserve entscheidet, sich von ihrer hawkischen Haltung zurückzuziehen und die Bemühungen um eine Normalisierung ihrer Bilanz aufzugeben. Eine vollständige Kapitulation der Fed hält er allerdings für unwahrscheinlich. Stattdessen werde die Zentralbank jeden Rückzug von ihrem verschärften Regime als "Tapering" darstellen."Tapering bedeutet allerdings nach wie vor eine Straffung, nur weniger, sodass die Auswirkungen auf die Aktienmärkte möglicherweise gedämpft werden. Die umfassenderen Auswirkungen werden sich erst nach einiger Zeit zeigen", so der Experte.

Mitten im Bärenmarkt

Wilson ist bereits seit geraumer Zeit unter die Bären gegangen. Schon im Herbst hatte der Morgan Stanley-Stratege davor gewarnt, dass der Ausverkauf an den Märkten erst der Anfang sei und noch viel schlimmer kommen könne. Er sollte recht behalten: Am 24. Dezember erreichten die US-Börsen einen Tiefpunkt, Experten riefen an Heiligabend offiziell den Bärenmarkt aus, nachdem der US-Index S&P 500 von seinen Höchstkursen 20 Prozent abgegeben hatte.

Redaktion finanzen.ch

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Bildquelle: diez artwork / Shutterstock.com,Raymond Boyd/Getty Images,albund / Shutterstock.com

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