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Krypto-Kritik 26.06.2021 22:16:00

Sicherheitsbedenken: Elizabeth Warren kritisiert Bitcoin & Co.

Sicherheitsbedenken: Elizabeth Warren kritisiert Bitcoin & Co.

In einer Sitzung des Bankenausschusses des US-Senats standen Bitcoin & Co. kürzlich im Kreuzfeuer der Kritik. Besonders Senatorin Elizabeth Warren bemängelte zahlreiche Probleme, die mit dem Handel von Kryptowährungen einhergehen. Unter BTC-Fans kamen diese Aussagen nicht gut an.

• US-Senatorin kritisiert Kryptowährungen scharf
• Digitale Zentralbankwährung als sichere Alternative
• Krypto-Community reagiert empört

Kryptowährungen in der Kritik von US-Senatorin

Der Bitcoin erntete kürzlich heftige Kritik von Seiten des Bankenausschusses des US-Senats. Zwar fanden die Senatsmitglieder lobende Worte für eine mögliche digitale Zentralbankwährung, dabei war es aber besonders die Juristin und Politikerin Elizabeth Warren, die gegen das Krypto-Urgestein schoss. Konkret bemängelte die Vertreterin des Bundesstaates Massachusetts am Bitcoin und anderen Cyberdevisen, dass diese starke Wertschwankungen aufweisen, dabei Investitionsprobleme vorliegen, sie Gegenstand illegaler Handelsaktivitäten und ausserdem umweltschädlich seien, zitierte MassLive die Senatorin. "Kryptowährungen haben Möglichkeiten geschaffen, Investoren zu betrügen, Kriminelle zu unterstützen und die Klimakrise zu verschlimmern", so Warren in der Senatssitzung. "Die Bedrohungen, die von Kryptowährungen ausgehen, zeigen, dass der Kongress und die Bundesaufsichtsbehörden sich nicht weiter verstecken können, in der Hoffnung, dass Krypto verschwinden wird. Das wird nicht passieren. Es ist an der Zeit, diese Probleme frontal anzugehen."

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Mangelnde Stabilität

An der Anhörung nahmen auch Dr. Neha Narula vom Massachusetts Institute of Technology und Lev Menand von der Columbia Law School teil. Auf Warrens Frage, ob der Handel mit Kryptowährungen stabil und zuverlässig sei, antwortete Narula, dass dies definitiv nicht der Fall sei. "Wir haben gerade erlebt, wie der Wert des gesamten Kryptowährungsökosystems im Laufe der letzten zwei Monate um etwa 40 Prozent gefallen ist", so der Experte gegenüber der Senatorin. Problematisch könne dies etwa werden, wenn ein Einzelhandelsgeschäft 100 US-Dollar in Bitcoin an sich nehme, der Wert dieser Geldmenge im Tagesverlauf aber auf 60 US-Dollar falle, sodass das Unternehmen Verlust macht, gab Warren laut dem Nachrichtenportal zu bedenken.

Keine sichere Alternative zum traditionellen Bankensystem

Auch auf den mangelnden Sicherheitsaspekt von Kryptowährungen ging die Senatorin ein. Zwar gab Warren zu, dass das US-amerikanische Bankensystem zahlreiche Amerikaner ausschliesse - besonders Angehörige von Minderheitsgruppen -, Kryptowährungen seien jedoch keine sicherere Alternative zum traditionellen Bankensystem. "Im traditionellen finanziellen Raum gibt es Vorschriften und Verbraucherschutz", bestätigte auch Menand. "Beide gelten nicht für Krypto-Märkte. […] Es gibt eine Menge Marktteilnehmer, die die Preise manipulieren, was dazu führt, dass normale Benutzer feststecken und hohe Gebühren zahlen. Es ist kein sicherer Ort, um sein Geld aufzubewahren oder zu investieren." Warren fügte ausserdem hinzu, dass Kryptowährungen des Öfteren im Zusammenhang mit dunklen Geschäften stehen. "Online-Diebstahl, Drogenhandel, Lösegeld-Attacken und andere illegale Aktivitäten wurden alle mit Krypto einfacher gemacht", so die Politikerin. "Experten schätzen, dass im letzten Jahr mehr als 412 Millionen US-Dollar an Lösegeld durch Kryptowährungen an Kriminelle gezahlt wurden."

Hoher Stromverbrauch überwiegt Vorteile nicht

Doch auch die schlechte Umweltbilanz der digitalen Währungen stiess bei Warren auf Kritik. Die Senatorin führte an, dass eine einzige Bitcoin-Transaktion die gleiche Menge an Strom verbrauche wie ein normaler US-Haushalt in mehr als einem Monat. "Bitcoin erfordert so viel Rechenleistung, dass es mehr Energie frisst als ganze Länder", fügte sie nach der Sitzung über ihren Twitter-Account hinzu. "Eines der einfachsten und am wenigsten störenden Dinge, die wir tun können, um die Klimakrise zu bekämpfen, ist es, gegen umweltverschwenderische Kryptowährungen vorzugehen."

Auch Menand stimmte Warren zu, dass der hohe Stromverbrauch, der beim Schürfen der Kryptowährungen anfällt, die Vorteile der Internet-Coins nicht überwiegt.

Kein stabiler Vermögenswert: Dogecoin-Kurs nach Musk-Tweets in Bewegung

Dass es sich bei Kryptowährungen um unsichere Anlagegüter handle, zeige sich auch an der Kursbewegung der Spasswährung Dogecoin, so Warren weiter. "In nur den letzten zwei Monaten stieg der Wert von Dogecoin um mehr als das Zehnfache und sank dann um fast 60 Prozent," erklärte die Juristin. "Nun, das mag für Spekulanten und flüchtige Investoren funktionieren, aber nicht für normale Menschen, die nach einer stabilen Wertquelle suchen, mit der sie bezahlt werden und die sie für ihre täglichen Ausgaben nutzen können." Die ursprünglich als Parodie auf den Bitcoin und Konsorten erschaffene Währung stand zuletzt immer wieder im Fokus von Tesla-CEO Elon Musk, der auf seinem Twitter-Profil mehrfach darüber schrieb und passende Memes veröffentlichte, sodass der Kurs in die Höhe schoss. Auch den Preis für den Bitcoin beeinflusste Musk auf diese Art wiederholt.

Lob für digitale Zentralbankwährung

Dabei sei die Senatorin nicht prinzipiell jeder Art von digitaler Währung abgeneigt. "Wenn Sie jemandem Geld schicken wollen, kann eine digitale Währung einfacher und schneller sein", so Warren laut Coindesk. "Aber damit diese Vorteile realisiert werden können, muss die digitale Version sicher, stabil und überall akzeptiert sein." So sei eine digitale Zentralbankwährung "sehr vielversprechend" und damit den gängigen Krypto-Grössen wie Bitcoin, Ether und Ripple vorzuziehen. "Legitimes digitales öffentliches Geld könnte helfen, gefälschtes digitales privates Geld zu verdrängen. Es könnte helfen, die finanzielle Inklusion, die Effizienz und die Sicherheit unseres Finanzsystems zu verbessern - wenn dieses digitale öffentliche Geld gut konzipiert und effizient ausgeführt wird, was zwei sehr grosse 'Wenns' sind", zitierte MassLive die Politikerin.

Krypto-Kritik stösst auf Unverständnis

In der Krypto-Community kamen Warrens Aussagen nicht gut an. Besonders die Kritik am hohen Stromverbrauch von Kryptowährungen stiess auf Unverständnis. "Soziale Medien verbrauchen mehr Strom als Bitcoin. Sie könnten mehr für den Klimawandel tun, wenn Sie nicht twittern würden", entgegnete etwa Ari Paul von Blocktower Capital auf Warrens Ansicht. Und auch Dan Held von der Krypto-Börse Kraken reagierte auf die Kritikpunkte der Senatorin und schlug vor, Weihnachtsbeleuchtungen aufgrund des hohen Energieverbrauchs abzuschaffen, wie Bitcoin.com berichtete.

Ein weiterer Twitter-Nutzer kritisierte die Aussagen der Senatorin auch vor dem Gesichtspunkt ihres eigenen Gebrauchs von Privatflugzeugen. "Wenn wir anfangen wollen, die Energienutzung zu moralisieren, sollten wir vielleicht damit anfangen, Zoom statt Privatjets zu benutzen", so der Krypto-Fan über den Kurznachrichtendienst.

Redaktion finanzen.ch

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