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Margenziel verschoben 05.12.2023 22:07:00

Nokia-Aktie bricht ein, Ericsson-Titel kräftig im Plus, AT&T höher: AT&T gibt Ericsson bei Netzerneuerung den Vorzug vor Nokia - Nokia mit Ergebniswarnung

Nokia-Aktie bricht ein, Ericsson-Titel kräftig im Plus, AT&T höher: AT&T gibt Ericsson bei Netzerneuerung den Vorzug vor Nokia - Nokia mit Ergebniswarnung

Der Netzwerkausrüster Ericsson erhält den Zuschlag für einen milliardenschweren Auftrag seines Grosskunden AT&T.

Damit setzt der US-Telekommunikationsriese bei der Modernisierung seines Netzes auf die Schweden und nicht auf den Rivalen Nokia. Die Finnen, die ohnehin mit Problemen im Netzwerkgeschäft ringen, trifft das hart: Sie rechnen mit Umsatzrückgängen und einem längeren Weg hin zu ihren Margenzielen. An der Börse nahmen die Aktien von Ericsson und Nokia am Dienstag entgegengesetzte Wege.

Bei Nokia und Ericsson hat sich am Dienstag der Trend vom Montagnachmittag fortgesetzt: Nokia-Titel brachen an der Börse in Helsinki letztlich 5,63 Prozent auf 2,816 Euro ein, für Titel von Ericsson ging es zeitgleich in Stockholm 8,75 Prozent auf 60,90 SEK nach oben. Die Titel von AT&T zeigten sich im Handel an der NYSE schliesslich 3,42 Prozent höher bei 17,23 US-Dollar. Die Finnen haben in diesem Jahr einen schweren Stand an der Börse. Mit einem Verlust von rund einem Drittel seit Jahresbeginn ist Nokia der grösste Verlierer im Eurozonen-Leitindex - während der Wert mit lediglich knapp 15 Milliarden Euro Marktkapitalisierung ein Leichtgewicht ist. Ericsson-Papiere kommen derweil auf eine Jahresbilanz von rund acht Prozent Minus und einem Börsenwert von umgerechnet 16,5 Milliarden Euro.

Das Volumen des Auftrags für Ericsson bezifferten die Konzerne in einer gemeinsamen Mitteilung vom Montag auf 14 Milliarden Dollar (12,9 Mrd Euro). Die Laufzeit der strategischen Vereinbarung wurde mit fünf Jahren angegeben. Vorgesehen ist der Aufbau eines cloudbasierten 5G-Netzes mit einer offenen Architektur (sogenanntes OpenRAN). Dadurch solle es Entwicklern ermöglicht werden, bei der Lieferung von Komponenten zu konkurrieren, hiess es in der Mitteilung weiter.

Die meisten Netze heutzutage basieren hingegen auf einer Beziehung mit einem einzigen Hersteller. AT&T ist nach der Deutschen-Telekom-Tochter T-Mobile US und Verizon der drittgrösste Anbieter von Mobilfunk in den Vereinigten Staaten und will mit dem modernisierten Netz Boden gutmachen.

Für Ericsson ist der Auftrag ein bedeutender Schritt, um seine Verbindungen zu AT&T weiter auszubauen. Bereits jetzt stehen die Schweden für rund zwei Drittel des Netzes der Amerikaner. Das andere Drittel entfällt auf Nokia.

Für die Finnen ist der Sieg des Konkurrenten ein weiterer schwerer Schlag: Laut Konzernangaben dürfte AT&T in diesem Jahr für fünf bis acht Prozent des Nettoumsatzes im Netzwerkgeschäft stehen. Die erwarteten Umsatzeinbussen dürften aber zum Teil durch die bereits verkündeten Sparmassnahmen abgefedert werden, teilte Nokia weiter mit.

Wegen der Probleme in seinem Geschäft mit 5G-Infrastruktur hatte Nokia bereits im Oktober den Abbau von bis zu 14 000 Stellen verkündet, was in etwa 15 Prozent entspräche. Nokia erwartet nun zwar, dass das Netzwerkgeschäft in den kommenden Jahren profitabel bleiben wird. Der Zeitplan für das Erreichen einer zweistelligen operativen Marge werde sich aber um bis zu zwei Jahre verzögern, hiess es vom Konzern weiter.

Zuvor hatte die Nokia-Führung noch für 2026 eine Marge von mindestens 14 Prozent in Aussicht gestellt. Um dieses Ziel zu erreichen, hatte der Konzern aus dem finnischen Espoo vor rund eineinhalb Monaten ein Sparprogramm aufgelegt. Bis zu 1,2 Milliarden Euro will das Management um Nokia-Chef Pekka Lundmark demzufolge weniger ausgeben, auch mit dem Stellenabbau.

Auch die Aussichten für das laufende Jahr hatten sich bereits vor Wochen für Nokia wegen ausgebliebener Geschäfte weiter eingetrübt: Der Konzern hatte deshalb parallel zur Veröffentlichung seiner Kostensenkungspläne seine Umsatzerwartungen für 2023 gesenkt.

Aber auch für Konkurrent Ericsson lief es bislang nicht gerade rosig: Für das dritte Quartal hatten die Schweden einen Milliardenverlust gemeldet. Konzernchef Börje Ekholm hatte seinerzeit von einer anhaltenden Investitionszurückhaltung von Kunden im Netzwerkgeschäft berichtet und kaum Auftrieb für das Schlussquartal erwartet. Vor diesem Hintergrund ist der AT&T-Auftrag entsprechend wichtig.

DALLAS/STOCKHOLM (awp international)


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