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Verwaltungsrat erweitert 19.02.2026 21:01:00

Nestlé-Aktie steigt: Wachstum zieht an - Corporate Governance gestärkt

Nestlé-Aktie steigt: Wachstum zieht an - Corporate Governance gestärkt

Bei dem von einer Führungskrise durchgeschüttelten Nahrungsmittelkonzern verstärkt der Verwaltungsrat seine Grundsätze zur Unternehmensführung. Zudem hat Nestlé hat 2025 sein Wachstum aus eigener Kraft wieder beschleunigen können.

Das Aufsichtsgremium wird zudem erweitert und erhält mit Thomas Jordan einen prominenten Zugang.

Nestlé hat Änderungen an den Verwaltungsratsprozessen beschlossen, teilte der Konzern am Mittwochabend mit. Zusätzliche Sitzungen etwa sollen das Engagement des Verwaltungsrats erhöhen und mit Anpassungen der Ausschussstrukturen und -verantwortlichkeiten wolle man die Kompetenzen der Mitglieder noch besser nutzen.

"Mit den heute angekündigten Anpassungen wollen wir das Engagement des Verwaltungsrats für den Erfolg des Unternehmens weiter fördern, die Aufsicht vertiefen und die Entscheidungsfindung stärken", liess sich der seit Oktober 2025 amtierende Verwaltungsratspräsident Pablo Isla in der Mitteilung zitieren.

Der bisherige Nachhaltigkeitsausschuss wird zum Wissenschafts-, Technologie- und Nachhaltigkeits-Ausschuss erweitert. Ein Präsidial- und Governance-Ausschuss wird aufgelöst; dessen Aufgaben gehen an einen neuen Audit- und Finanz-Ausschuss sowie an einen neu zusammengesetzten Nominations- und Governance-Ausschuss.

Breiterer Verwaltungsrat

Eine gute Corporate Governance sei ein zentraler Pfeiler für den langfristigen Erfolg von Nestlé, sagte Isla weiter. So sollen zudem künftig alle Verwaltungsräte in zwei Ausschüssen mitarbeiten, um die Aufsicht und Entscheidungsfindung zu stärken.

Und der Verwaltungsrat von Nestlé wird mit zwei Nominierungen auf 13 unabhängige Mitglieder anwachsen. Zur Wahl an der Generalversammlung vom 16. April stehen neben dem früherem Nationalbank-Präsidenten Thomas Jordan die P&G-Managerin Fama Francisco.

"Durch unsere Praxis, den Verwaltungsrat regelmässig zu erneuern, erweitern wir die Vielfalt an Perspektiven und Fachkenntnissen", hielt Nestlé-Präsident Isla dazu fest.

Nächster Job für Jordan

Thomas Jordan war von 2012 bis 2024 Präsident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank. Der Schweizer Ökonom vertrat das Land in internationalen Finanzgremien wie IWF, BIZ und Financial Stability Board. Er sitzt bereits seit Frühling 2025 beim Versicherungskonzern Zurich im Verwaltungsrat.

Fama Francisco ist CEO des globalen P&G-Geschäfts mit Pflegeprodukten für Babys, Frauen und Familien. Die auf den Philippinen geborene US-Staatsbürgerin bekleidete seit 1989 verschiedene Führungsfunktionen bei P&G und wurde mehrfach in die "Fortune"-Liste der 50 einflussreichsten internationalen Managerinnen aufgenommen.

CEO treibt neue Strategie voran

CEO Philipp Navratil will mit einer neuen Strategie noch mehr aufs Tempo drücken. Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe ausgeklammert betrug das organische Wachstum 3,5 Prozent nach 2,2 Prozent im Jahr zuvor, wie der Hersteller von Nespresso-Kaffee, Kitkat-Schokoriegeln und Purina-Tierfutter am Donnerstag mitteilte. Dieses ging vor allem auf Preisanpassungen von 2,8 Prozent zurück. Das Mengenwachstum (RIG) blieb im Umfeld einer gedämpften Konsumlust stabil bei 0,8 Prozent.

Im vierten Quartal belief sich das organische Wachstum auf 4,0 Prozent nach 4,3 Prozent im dritten Quartal. Der grossangelegte Rückruf von Babynahrung in gegen 60 Ländern wegen einer giftigen Zutat erfolgte weitgehend erst Anfang 2026 und hatte darum keinen Effekt auf die Zahlen von 2025.

Der Umsatz ging im Gesamtjahr um 2,0 Prozent auf 89,49 Milliarden Franken zurück. Hintergrund waren vor allem die Dollarschwäche respektive der starke Franken.

Vom Umsatz blieben 16,1 Prozent als Betriebsgewinn übrig, nach 17,2 Prozent im Vorjahr. Auf die Marge drückten unter anderem Investitionen für Wachstum, US-Zölle, Wechselkurseffekte und höhere Rohstoffkosten für Kaffee und Kakao. Der Reingewinn ging leicht auf 9,03 Milliarden Franken zurück.

Trotz hohem Schuldenberg hält der Konzern an seiner Dividendenpolitik fest: Die Auszahlung steigt zum 30. Mal in Folge, und zwar auf 3,10 Franken je Aktie nach 3,05 Franken im Jahr davor.

Für künftig wieder stärkeres Wachstum schärft der seit gut fünf Monaten amtierende CEO Navratil die Konzernstrategie. Demnach richtet Nestlé seinen Fokus wie erwartet stärker auf die vier Sparten Kaffee, Heimtierprodukte und Nutrition, die zusammen rund 70 Prozent des Umsatzes ausmachen, sowie auf Kulinarikprodukte und Snacks aus.

Nutrition und Nestlé Health Science werden zu einem gemeinsamen Geschäft zusammengeführt, um die Marktstellung zu stärken und Synergien zu nutzen. Im Bereich Kulinarik und Snacks will der Konzern das Portfolio weiter straffen und Marken reduzieren. Dazu zählen auch fortgeschrittene Verhandlungen über den Verkauf des verbleibenden Speiseeisgeschäfts an Froneri.

Beim Ausblick bleibt das Management wegen des schwierigen Umfelds wie erwartet vorsichtig. Nestlé erwartet ein organisches Wachstum von etwa 3 bis 4 Prozent, wobei das interne Realwachstum gegenüber 2025 zunehmen soll; belastend wirken rund 20 Basispunkte aus Produktrückgaben und Bestandslücken nach dem grossen Rückruf von Babynahrung. Die zugrunde liegende operative Marge dürfte sich gegenüber 2025 verbessern und im zweiten Halbjahr anziehen, während der freie Cashflow voraussichtlich über neun Milliarden Franken liegt.

Fokus auf vier Kernbereiche

Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern Nestlé will sich künftig auf vier Kernbereiche konzentrieren: Kaffee, Tierfutter, Ernährung und Gesundheit sowie Lebensmittel und Snacks. Ernährung (Nutrition) und Gesundheit (Health Science) werden dabei künftig zu einer Einheit zusammengefasst.

Damit will Nestlé-CEO Philipp Navratil das Geschäft vereinfachen und Synergien freisetzen. Im Zuge dieser Reorganisation verlässt die bisherige Nestlé-Health-Science-Chefin Anna Mohl den Konzern, wie Nestlé am Donnerstag mitteilte. Die Pläne zur Fokussierung kommen nicht überraschend - entsprechende Absichten waren bereits durchgesickert.

Bislang ist Nestlé primär nach Regionen organisiert - Amerika, Europa und Asien sowie Ozeanien und Afrika - und zusätzlich in sechs sogenannte strategische Geschäftseinheiten gegliedert. Daneben bestehen drei global geführte Sparten, darunter Nespresso, Health Science und das zum Verkauf stehende Wassergeschäft.

Bereits die Vorgänger von Navratil hatten sich an Reorganisationen versucht: Erst hatte Mark Schneider per Anfang 2022 Nordamerika und Grosschina als separate Regionen aus den Zonen Americas bzw. Asien ausgegliedert, dann machte Laurent Freixe per 2025 diesen Schritt wieder rückgängig. Die Geschäftsleitung verkleinerte Freixe von 15 auf 12 Mitglieder. Damals holte er zudem auch Navratil - damals noch Nespresso-Chef - in die Geschäftsleitung.

Mehr Geld für Marketing

Navratil will künftig mehr Geld in Marketing und Innovationen stecken. Das Geld soll aus dem laufenden Sparprogramm kommen. Navratil hatte kurz nach seinem Einstand als CEO im Oktober einen grossen Stellenabbau angekündigt. In den nächsten zwei Jahren ist ein globaler Personalabbau von etwa 16'000 Stellen geplant, was knapp 6 Prozent der knapp 280'000 Nestlé-Stellen entspricht.

Mit dem Stellenabbau sollen bis Ende 2027 jährliche Einsparungen von rund einer Milliarde Franken erzielt werden. 20 Prozent dieser Einsparungen seien bereits erreicht worden, heisst es nun.

Nestlé hatte zuletzt einige Turbulenzen durchgemacht, darunter mehrere Wechsel an der Konzernspitze: So hatte Navratil im September 2025 die Leitung von Laurent Freixe übernommen. Dieser war nach nur einem Jahr im Amt über eine firmeninterne Affäre gestolpert. Er selbst hatte Mark Schneider abgelöst, in dessen letzten Amtsjahren der Nestlé-Aktienkurs auf Talfahrt gegangen war. Neben der finanziellen Performance sorgten auch immer wieder Skandale etwa im Wassergeschäft oder zuletzt bei der Babynahrung für Unruhe.

Nestlé-CEO erwartet keinen dauerhaften Schaden nach Babymilch-Panne

Der Rückruf vergifteter Babynahrung wird das Wachstum von Nestlé 2026 bremsen. CEO Philipp Navratil glaubt jedoch nicht an einen langfristigen Schaden für das Unternehmen, wie er am Donnerstag an einer Telefonkonferenz mit Journalisten sagte.

2025 fielen beim weltgrössten Nahrungsmittelhersteller im Zusammenhang mit dem Rückruf Kosten von insgesamt 185 Millionen Franken für Produktrückgaben und Bestandesabschreibungen an, wie es hiess. Im laufenden Jahr dürften die Effekte zudem das organische Wachstum des Konzerns um 20 Basispunkte bremsen.

Zusätzliche Auswirkungen wegen möglicher Zurückhaltung bei den Konsumenten seien noch unklar und schwer zu beziffern, sagte Finanzchefin Anna Manz. Die Auswirkungen könnten das organische Wachstum ans untere Ende der für 2026 angepeilten Spanne von rund 3 bis 4 Prozent trieben, hiess es.

Über späte Rückrufe der Konkurrenz überrascht

Einen dauerhaften strukturellen Schaden oder eine Beeinträchtigung anderer Marken erwartet Nestlé nicht, auch wenn ein Teil des Vertrauens wieder aufgebaut werden müsse, sagte CEO Navratil. Der Konzern habe rasch reagiert und Behörden sowie Branche sofort informiert.

Navratil äusserte sich überrascht, dass andere ebenfalls betroffene Babymilchpulverproduzenten wie der französische Konkurrent Danone mit Rückrufen zugewartet hätten. Er betonte allerdings, er könne nicht für die Wettbewerber sprechen und wisse nicht, warum sie später reagiert hätten.

Werke laufen rund um die Uhr

Nestlé hat den Rückruf inzwischen abgeschlossen und die Produktion in allen Fabriken wieder aufgenommen. Die Werke liefen derzeit rund um die Uhr, um Lieferengpässe zu vermeiden, sagte Navratil.

Nestlé hatte Ende Dezember in einer zugekauften Öl-Zutat eines chinesischen Herstellers das Bakteriengift Cereulid entdeckt und Ende 2025 die grösste Rückrufaktion seiner Geschichte in total gegen 60 Ländern gestartet.

Der Konzern nutzt inzwischen alternative Zulieferer und führt umfassende Tests vor, während und nach der Produktion durch. Cereulid habe in Säuglingsnahrung keinen Platz, und Nestlé arbeite mit strengeren Standards als den europäischen Referenzwerten, hiess es.

Die Nestlé-Aktie stieg an der SIX um 3,86 Prozent und notierte schlussendlich bei 81,43 Franken.

ra/mk/tt/uh

Vevey (awp)

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Bildquelle: Taina Sohlman / Shutterstock.com,Keystone,360b / Shutterstock.com
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