BYD Aktie 1459145 / CNE100000296
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| BYD-Offensive in Brasilien |
05.02.2026 17:38:00
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Brasilien: BYD setzt stärker auf lokale Produktion - Aktie steigt
Der chinesische Elektromobilitäts-Gigant BYD reagiert auf auslaufende Steuererleichterungen in Brasilien mit einer massiven Lokalisierungsstrategie.
• Ziel der Marktführerschaft in Brasilien
• Investitionen in den Industriekomplex Camaçari zur Sicherung der Lieferketten
Angesichts der wegfallenden Steuerbefreiungen, die es ermöglichten, Elektro- und Hybridfahrzeuge, die mit importierten Teilen aus China zusammengebaut wurden, zu stark reduzierten Kosten ins Land zu bringen, vollzieht BYD eine Neuausrichtung seiner Brasilien-Strategie. Wie aus einem exklusiven Reuters-Bericht hervorgeht, plant der Konzern, den Anteil lokal produzierter Bauteile in seinem neuen brasilianischen Werk in Camaçari massiv zu erhöhen. Das Ziel dieser Massnahme ist es, die regulatorischen Anforderungen zu erfüllen und von seinem Werk in Brasilien aus auch in andere Nachbarstaaten, die Teil des Mercosur-Handelsblocks sind, zu exportieren, wie BYD-Senior Vice President Alexandre Baldy im Interview mit Reuters erklärte.
Konkret will BYD den Anteil der in Brasilien produzierten Komponenten seiner Fahrzeuge bis Januar 2027 um 50 Prozent erhöhen. Dabei geht es um die hauseigene Produktion, aber auch um Teile, die von lokalen Zulieferern kommen, wie beispielsweise Autoreifen. Brasilien stellt BYDs grössten Automarkt ausserhalb Chinas dar. In der Camaçari-Fabrik werden EVs und Hybrid-Fahrzeuge hergestellt. Wie Reuters schreibt, hätte BYD seit Oktober rund 25'000 Fahrzeuge produziert. Das Werk wurde übernommen, nachdem US-Autobauer Ford seine Produktion in Brasilien 2021 eingestellt hatte.
Wie Baldy erklärt, dürfte der neue Fokus auf lokal produzierte Fahrzeugkomponenten im Laufe der Zeit rund 20'000 Arbeitsplätze in Brasilien schaffen. Bis vor Kurzem hatte der chinesische Autobauer noch von Steuererleichterungen beim Import von chinesischen Bauteilen für E-Fahrzeuge und Hybride profitiert. Diese hat Brasilien nun jedoch auslaufen lassen, auch nachdem es viel Kritik seitens konkurrierender Autobauer gab. So hätte die Massnahme gefördert, dass lediglich das Zusammensetzen des Fahrzeugs in Brasilien vorgenommen werden müsse, während keine vollständige Fertigungskette vor Ort nötig sei, was wiederum die Zulieferketten vom heimischen Markt ins Ausland verlagere.
Allerdings plane BYD laut Baldy sich erneut für eine Verlängerung der Steuererleichterungen bis Mitte dieses Jahres zu bewerben. Schon in der Vergangenheit hatte BYD die Kritik von Rivalen von sich gewiesen: "Unsere Autos sind in Brasilien deutlich teurer als in China, und wir halten uns vollständig an die brasilianischen Gesetze", erklärte das Unternehmen laut dem Nachrichtenportal und fügte hinzu, dass eine vorübergehende Zolldifferenzierung notwendig sei, um Investitionen während der Umstellung auf eine vollständige lokale Fertigung zu unterstützen. Trotzdem betonte der Senior Vice President, dass es sich bei dem Vorgehen schon weitgehend vorgefertigte Fahrzeuge zu importieren um eine "vorübergehende Massnahme" handele und fügte hinzu: "Autos müssen mit lokalen Komponenten hergestellt werden, um wirtschaftlich und finanziell rentabel zu sein."
Aktuell ist die Erweiterung des brasilianischen Werkes mit lokalen Stanz-, Schweiss- und Lackieranlagen in vollem Gange und nahezu vollendet, so Baldy. Sie gehört zur milliardenschweren Investitionsphase des chinesischen Autobauers in Brasilien. Ziel ist es, die Kapazität des Werks von geschätzten 150'000 Fahrzeugen bis Ende 2026 auf 300'000 Fahrzeuge pro Jahr zu steigern.
Wie Reuters schreibt, beschäftigt das Camaçari-Werk schon jetzt rund 5'000 Menschen, wovon ungefähr die Hälfte bei BYD direkt und der Rest bei Zulieferern angestellt ist.
Aktuelle Kursreaktion der BYD Aktie am Finanzmarkt
Die Anleger reagierten auf die Pläne zur verstärkten Lokalisierung mit vorsichtigem Optimismus, da dies die langfristige Marge im wichtigen Wachstumsmarkt Brasilien absichern könnte. Die BYD-Aktie bewegte sich im Handel in Honkong letztlich 1,39 Prozent höher auf 91,25 Hong Kong-Dollar.
Redaktion finanzen.ch
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