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26.03.2026
Geändert am: 24.03.2026 21:01:52

Iran-Krieg vor Deeskalation? SMI beendet Handelstag fest -- DAX letztlich wenig bewegt -- US-Börsen schliessen schwächer -- Asiens Börsen schliesslich in Grün

Der heimische Aktienmarkt legte am Dienstag zu, während sich der deutsche Leitindex auf Richtungssuche begab. Die US-Börsen zeigten sich mit Verlusten. Die Börsen in Fernost notierten am Dienstag auf grünem Terrain.

SCHWEIZ

Der Schweizer Aktienmarkt legte nach den gestrigen Kursgewinnen auch am Dienstag weiter zu.

Der SMI notierte zur Startglocke zunächst höher, wechselte in der Folge aber häufiger das Vorzeichen. Am Nachmittag gelang der Ausbruch in die Gewinnzone. Letztlich verabschiedete sich der Leitindex 1,02 Prozent fester bei 12'515,94 Punkten in den Feierabend.
Die Nebenwerte-Indizes SPI und SLI notierten schliesslich 0,92 Prozent stärker bei 17'471,08 Zählern bzw. 0,92 Prozent höher bei 1'992,72 Stellen, nachdem sie ebenso fester in die Sitzung gingen.

Die Schweizer Börse zeigte sich am Dienstag höher. Damit knüpfte die hiesige Börse an die leichte Erholung vom Vortag an, die nach den Entspannungssignalen aus Washington eingesetzt hatte. Allerdings ist die Nachrichtenlage widersprüchlich. Die geopolitischen Schlagzeilen und die Entwicklung der Energiepreise sorgten weiterhin für eine hohe Volatilität, so Marktbeobachter.

Der Ölpreis hat sich am Dienstag nach starken Kursschwankungen am Montag wieder etwas eingependelt. Die geopolitische Risikoprämie könnte sich im Wochenverlauf aber schrittweise wieder aufbauen, so ein Marktteilnehmer. Steigende Energiepreise erhöhten die Inflationsrisiken vor allem in Europa und erschwerten damit eine lockerere Geldpolitik, was die Aktienmärkte belasten könnte.

Auf kurze Sicht stünden die Zeichen zwar auf Erholung, heisst es am Markt. Das Aufwärtspotenzial bleibe aber aufgrund der anhaltenden Unsicherheiten begrenzt. Die Verschiebung des Ultimatums von US-Präsident Trump in Richtung Iran um fünf Tage verlagere den Fokus klar auf das nächste Wochenende.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Aktienmarkt befand sich am Dienstag nach der gestrigen Erholung auf Richtungssuche.

So ging der DAX zunächst mit freundlicher Tendenz in die Sitzung, drehte im Anschluss jedoch ins Minus und wechselte seither immer wieder die Richtung. Rund eine halbe Stunde vor Handelsschluss rutschte das Börsenbarometer wieder ab, kämpfte sich vor Handelsschluss aber wieder an die Nulllinie. Sein Schlussstand: 22.636,91 (-0,07 Prozent).

Die anhaltende Unsicherheit rund um den Iran-Krieg liess die Anleger auch am Dienstag nicht los. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob die massive Zwischenerholung vom Montagmittag zunächst nur ein Strohfeuer war.

Am Montag war der DAX mit 21'863 Punkten zunächst auf einen Tiefpunkt seit April 2025 abgesackt, bevor eine Kurznachricht von US-Präsident Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social für einen Hoffnungsschimmer sorgte. Bei anschliessend widersprüchlicher Nachrichtenlage war die Euphorie aber schon am Vortag schnell wieder abgeebbt. Der Preis für ein Barrel der Ölsorte Brent, der zeitweise unter 100 Dollar stand, kostete zuletzt wieder bis zu 104 Dollar. Die davon ausgehenden Inflations- und Konjunktursorgen halten damit an.

Trump hatte am Vortag erklärt, man befinde sich in Gesprächen mit dem Iran, und verlängerte das Ultimatum für Angriffe auf iranische Energieanlagen bis kommenden Freitag. Der Iran hat die Gespräche allerdings dementiert. "Der Konflikt ist damit jedoch nicht beendet, und die wirtschaftlichen Folgen der faktischen Blockade der Strasse von Hormus bleiben schwer abschätzbar", schrieb am Morgen der Anlagestratege Ulrich Stephan von der Deutschen Bank. Die Märkte preisten weiterhin eine höhere Inflation, aber keine Rezession, ein. Die Gefahr einer solchen bleibe aber präsent, sollte die Situation weiter eskalieren.

WALL STREET

Die US-Börsen zeigten sich nach der Vortageserholung mit Verlusten.

Der Dow Jones gab 0,18 Prozent auf 46'123,63 Punkte nach.
Auch der NASDAQ Composite schloss tiefer und verlor 0,84 Prozent auf 21'761,89 Zähler.

Nach der Erholung zu Wochenbeginn ging es an den US-Aktienmärkten am Dienstag wieder bergab. Am Montag hatten Aussagen von US-Präsident Donald Trump noch Hoffnungen auf eine Deeskalation im Iran-Krieg geschürt. Trump verschob ein Ultimatum an den Iran und sprach von "produktiven" Gesprächen. Dass der Iran Verhandlungen zur Beendigung des Krieges umgehend dementierte, gab der Euphorie unter den Anlegern zunächst nur einen kleinen Dämpfer.

Doch schon einen Tag später überwog angesichts der anhaltenden Kämpfe erneut die Skepsis am Markt. Dies zeigten auch die wieder steigenden Ölpreise nach dem deutlichen Rückgang zu Wochenbeginn. Auf die Stimmung drückten zudem Unsicherheiten im Zusammenhang mit Fremdkapitalfinanzierungen durch spezialisierte Investmentfirmen.

"Es ist unklar, wie weit die diplomatischen Kontakte der USA in die neuen Strukturen des iranischen Regimes reichen und ob überhaupt ernsthafte Gespräche stattfinden", kommentierte Jochen Stanzl, Chefmarktanalyst der Consorsbank, die Lage im Nahen Osten. Er hält es obendrein für möglich, dass Saudi-Arabien ebenfalls zu einer aktiven Kriegspartei werden könnte, was eine weitere Eskalation bedeuten würde.

Wie Stanzl gibt es derzeit an den Börsen weltweit zahlreiche Marktbeobachter, Strategen, Analysten und Händler, die derzeit die Vielzahl möglicher Entwicklungen im Nahost-Konflikt vor Augen haben und sie abwägen. Eines befürchten allerdings so ziemlich alle: Sollte der Krieg länger dauern, dürfte dies einer wieder stärkeren Inflation Vorschub leisten und zu steigenden Zinsen führen, was die Attraktivität von Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren schmälern würde.

ASIEN

Die Börsen in Fernost präsentierten sich am Dienstag mit Aufschlägen.

In Tokio zeigte sich der Nikkei 225 letztlich 1,43 Prozent höher bei 52'252,28 Zählern.

Auf dem chinesischen Festland präsentierte sich der Shanghai Composite derweil 1,78 Prozent stärker bei 3'881,28 Indexpunkten.

In Hongkong bewegte sich der Hang Seng schliesslich 2,79 Prozent im Plus bei 25'063,71 Punkten.

Die Hoffnung auf eine Deeskalation im Iran-Krieg sorgte am Dienstag an den asiatischen Aktienmärkten für eine leichte Erholung von den teils heftigen Verlusten zu Wochenbeginn. Allerdings waren die Signale nicht eindeutig. So hatte am Vortag US-Präsident Donald Trump das Ultimatum gegen den Iran um fünf Tage verlängert und sprach von Gesprächen mit einem iranischen Spitzenvertreter. Gleichwohl nannte er den Namen des iranischen Vertreters nicht. Das iranische Aussenministerium dementierte zudem die Gespräche laut dem staatlichen Sender IRIB.

Der Iran hatte auf das Ultimatum mit der Drohung reagiert, alle Energieinfrastrukturen und Entsalzungsanlagen mit Verbindungen zu den USA in der Golfregion anzugreifen, was an den Börsen in Asien für einen Ausverkauf gesorgt hatte. Die Erholung fiel nun aufgrund der gegenteiligen Signale recht zurückhaltend aus.

Redaktion finanzen.ch / awp / Dow Jones Newswires


Bildquelle: Keystone, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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