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25.03.2026
Geändert am: 09.03.2026 21:02:41

Ölpreisschock: SMI und DAX schliessen mit Rückgang -- Wall Street beendet Handel im Plus -- Asiens Börsen letztlich unter starkem Druck

Der heimische sowie der deutsche Aktienmarkt schliesst am Montag mit Abgaben. Die US-Börsen präsentierten sich höher. Die asiatischen Börsen brachen zum Wochenbeginn deutlich ein.

SCHWEIZ

Der heimische Aktienmarkt zeigte sich am Montag schwächer.

Der SMI hat den ersten Handelstag der Woche auf rotem Terrain begonnen. Auch im weiteren Verlauf bewegte er sich in der Verlustzone, wo er den Handel 0,73 Prozent leichter bei 13'000,09 Punkten beendete.
Die Nebenwerte-Indizes SPI und SLI schlossen sich der Tendenz des Leitindex an und gingen 0,75 Prozent schwächer bei 17'964,17 Stellen bzw. 0,70 Prozent tiefer bei 2'063,57 Einheiten in den Feierabend.

Der Schweizer Aktienmarkt setzte zu Wochenauftakt seinen Abwärtstrend fort - belastet vom anhaltenden Anstieg der Ölpreise. Auslöser waren Angriffe auf iranische Öltanker und Öllager am Wochenende durch Israel. Händler sprachen von Stagflationsängsten. Anleger waren besorgt, dass die Inflation steigen und die Konjunktur leiden wird, sollte sich der Ölpreis länger auf dem hohen Niveau bewegen. Und noch gebe es keine Anzeichen für ein Ende des Militäreinsatzes gegen den Iran.

Befeuert wurden die Ängste zum Wochenstart vor allem vom Ölpreis, der über die psychologisch wichtige Marke von 100 US-Dollar je Barrel gestiegen ist. Dabei zeichnet sich im Iran-Krieg weiterhin keine klare Strategie ab. Vielmehr verschärften sich die Spannungen, nachdem im Iran am Montag der Sohn von Ajatollah Ali Khamenei, Mojtaba Khamenei, zum Nachfolger seines Vaters und damit zum Obersten Führer ernannt wurde. Dies signalisiere, dass die Hardliner in Teheran die Kontrolle behalten. US-Präsident Donald Trump hatte den Sohn in der Nachfolgefrage als "inakzeptabel" bezeichnet.

Für Entspannung sorgte ein Bericht, wonach die G7-Gruppe der führenden westlichen Industriestaaten erwägen, ihre nationalen Erdölreserven einzusetzen, um den Preisanstieg am Ölmarkt zu bremsen. Noch ist die Ländergruppe aber nicht bereit, ihre Reserven anzuzapfen, wie Agenturen zuletzt meldeten. Seither ziehen die Ölpreise wieder etwas an. Die Angst vor einer längeren Sperrung der Strasse von Hormus bleibt ein bestimmendes Thema auf dem Ölmarkt. Seit den amerikanisch-israelischen Attacken auf den Iran und den iranischen Gegenangriffen passieren kaum noch Schiffe die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman.

Ein Ende des Iran-Kriegs ist nicht in Sicht und die gegenseitigen Bombardierungen halten unvermindert an. Entsprechend bleibt die Verunsicherung gross und die Volatilität an den Finanzmärkten erhöht. Mit den massiv steigenden Öl- und Gaspreisen sind Inflationssorgen dominant, und ein länger anhaltender Konflikt würde sich negativ auf die konjunkturelle Entwicklung auswirken. Entsprechend reagieren Investoren mit einer Flucht aus Aktien.

DEUTSCHLAND

Der deutsche Aktienmarkt hat am Montag weiter an Boden verloren.

Der DAX startete die Sitzung deutlich tiefer und verblieb auch im Anschluss in der Verlustzone. Er verabschiedete sich 0,77 Prozent schwächer bei 23'409,37 Punkten in den Feierabend.

Für die europäischen Anleger wurde die Rückkehr aus dem Wochenende wegen des eher noch zugespitzten Iran-Kriegs zum bösen Erwachen. Zumindest brach der DAX aber nicht ganz so massiv ein, wie noch am frühen Morgen befürchtet wurde.

Vor allem der rasende Anstieg der Energiepreise schockierte und schürte zunehmend die Inflations- und Wachstumssorgen. Der Iran hat einen neuen obersten Führer bestimmt, aber auch der Sohn des getöteten Ajatollah Ali Chamenei wird von Israel und den USA wieder bedroht. Ein schnelles Ende des Kriegs und eine Normalisierung der Ölproduktion in der Region scheinen nicht absehbar.

"Die Angst davor, dass das schwarze Gold die Weltkonjunktur ausbremsen könnte, ist deutlich grösser geworden", schrieb der Experte Christian Henke vom Broker IG. US-Präsident Trump fordere eine bedingungslose Kapitulation des Iran und in der Folge davon drohe der Militäreinsatz länger anzudauern. "Und dies dürfte nicht im Sinne der Anleger sein", so der Experte.

Die geopolitisch getriebene Flucht aus dem Risiko schreite fort, schrieb denn auch der JPMorgan-Anlagestratege Mislav Matejka. Er erinnerte jedoch daran, dass der Aktienmarkt sein Tief meist dann findet, wenn die Anlegerstimmung am schlechtesten ist. Matejka wäre entsprechend jedenfalls nicht überrascht, wenn der Kursrutsch in dieser oder der kommenden Woche endet.

WALL STREET

Die Wall Street konnte am Montag im Handelsverlauf in die Gewinnzone vordringen.

Der Dow Jones startete etwas tiefer und fiel zunächst weiter zurück. Im Späthandel gelang ihm dann der Sprung ins Plus. Sein Schlussstand: 47'740,95 Punkte (+0,50 Prozent).
Der NASDAQ Composite eröffnete deutlicher im Minus und pendelte im weiteren Verlauf lange um die Nulllinie, bis er sich ebenso auf grünes Terrain vorarbeiten konnte. Er beendete den Handel kräftige 1,38 Prozent höher bei 22'695,95 Stellen.

Eine Reporterin des US-Senders "CBS News" berichtete auf der Plattform X nach einem Interview mit US-Präsident Donald Trump, dass dieser ein baldiges Ende des Krieges gegen den Iran für möglich halte. Daraufhin fiel der Preis für Rohöl der Sorte Brent kräftig. In der Nacht auf Montag hatte die Sorge vor Ölknappheit den Preis zeitweise noch auf über 120 Dollar getrieben.

"Ich denke, der Krieg ist so gut wie beendet. Sie haben keine Marine, keine Kommunikationsmittel, sie haben keine Luftwaffe", sagte Trump laut der CBS-Reporterin. Zudem fügte er hinzu, dass die USA dem ursprünglich veranschlagten Zeitrahmen von vier bis fünf Wochen für den Krieg "weit voraus" seien. Bezüglich der Strasse von Hormus - derzeit weitgehend durch den Iran blockiert und ein zentrales Nadelöhr im globalen Öl- und Gasverkehr - erklärte Trump, dass eine Übernahme der Kontrolle erwogen werde.

ASIEN

Die Börsen in Fernost zeigten sich am Montag mit starken Verlusten.

In Tokio verlor der Nikkei 225 letztlich 5,2 Prozent auf 52'728,72 Punkte.

Auf dem chinesischen Festland waren ebenfalls rote Zahlen zu sehen: Der Shanghai Composite sank um 0,67 Prozent auf 4'096,60 Zähler.

In Hongkong gab daneben der Hang Seng um 1,35 Prozent auf 25'408,46 Zähler nach.

Die jüngste Entwicklung der Ölpreise vor dem Hintergrund des im Iran-Kriegs liess die Aktienkurse an den Börsen in Ostasien am Montag einbrechen. Mit den Ölpreisen geht es nochmals rasanter als zuletzt bereits immer weiter nach oben. Erstmals seit 2022 kostet das Barrel Öl wieder mehr als 100 Dollar. Phasenweise betrug der Anstieg des Ölpreises sogar rund 30 Prozent. Der fortgesetzte Anstieg der Ölpreise schürt Inflationssorgen, was an den Börsen für Verkäufe sorgte. Dazu kommen Sorgen vor Störungen in den Lieferketten.

Überraschend stark gestiegene chinesische Verbraucherpreise im Februar belasteten nicht, sie werden tendenziell eher als Belebungsanzeichen der mauen Konjunktur gewertet. Beobachter sprachen ausserdem von einem Sondereffekt aufgrund des chinesischen Neujahrsfests.

Am Sonntag hatten israelische Streitkräfte vier Öllager in Teheran bombardiert, was eine dichte Rauchwolke über der Stadt zur Folge hatte. Im Gegenzug griff der Iran eine Wasserentsalzungsanlage in Bahrain an. Auch Ziele in Israel wurden angegriffen. Derweil meldete das iranische Staatsfernsehen, dass der Sohn des getöteten Ayatollah Chamenei, Modschtaba, zu dessen Nachfolger ernannt worden sei.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete den Ölpreisanstieg in einem Social-Media-Post als "sehr kleinen Preis", der für den Frieden zu zahlen sei. Der Preis werde rasch fallen, wenn die Zerstörung der iranischen nuklearen Bedrohung abgeschlossen sei, so Trump.

Analysten äusserten sich indessen besorgt über die möglichen Folgen der drastisch gestiegenen Ölpreise für die Wirtschaft. Wenn die Strasse von Hormus, ein wichtiger Transportweg für Öl, länger nicht passierbar sei, könnte der Preis für ein Barrel Öl auf 150 Dollar oder sogar höher steigen, hiess es von Price Futures Group.

Redaktion finanzen.ch / awp / Dow Jones Newswires


Bildquelle: Keystone, Ionana Davies / Shutterstock.com, Bule Sky Studio / Shutterstock.com
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