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Börsenausblick 02.02.2015 10:30:00

«Auf Schweizer Werte mit Dividendenrenditen setzen»


Gibt es Einflüsse der Vorwoche, welche an der Börse nachwirken werden?
Michael Romer*: Momentan ist es eine Herausforderung den Überblick zu behalten in Anbetracht der zahlreichen und bedeutenden Ereignisse, welche sich global auf der makroökonomischen Seite abspielen und welchen Einfluss das auf die Aktienmärkte hat. Die Nachwehen des SNB-Entscheids beziehungsweise die Aufwertung des Schweizer Frankens wurden in ersten Unternehmensberichten kommentiert. Der negative Effekt, sei es durch Umrechnungs- und/oder Translations-Effekte hat die Schweizer Unternehmen mit namhaftem Auslandsgeschäft aber nicht mehr wesentlich geschüttelt. Im Gegenteil, die Ankündigung der quantitativen Lockerung durch Anleihenkäufe und Geld durch die europäische Zentralbank EZB hat den europäischen Aktien und vermutlich auch den Schweizer Titeln wieder etwas Support gebracht. Die Rating-Herabstufung von Russland auf "Ramsch" oder der politische Linksrutsch in Griechenland konnten das nicht verhindern. Zu guter Letzt hat die Aussage des US-Fed, es mit der Normalisierung der Zinspolitik nicht eilig zu haben, den Aktienmärkten weitere Zeit für Kursavancen verschafft.

Welche Ereignisse werden die kommende Woche prägen?
Abgesehen von einigen wenigen Wirtschaftsdaten aus den USA, welche zwar Indiz für Konjunkturverfassung des global grössten und wichtigsten Markts geben sollte, müsste das Geschehen für einmal nicht von Makro- und Polit-Ereignissen, sondern von Unternehmensberichterstattungen beidseits des Atlantiks geprägt sein. Das 4Q- und 2014-Jahresreporting ist in vollem Gange. Vom Gesamtmarkt haben bisher lediglich rund 10% der Unternehmen Quartalszahlen rapportiert. Auf Umsatzebene wurden die Erwartungen im Schnitt bisher getroffen, nicht aber im Gewinn.

Wie wird dies die Schweizer Börse beeinflussen?
Da der SNB-Währungsschock das laufende Quartal 2015 beeinflusst, dürften die Umsatz- und Gewinnzahlen für das abgelaufene, vierte Quartal die Aktienkurse kaum bewegen. Die Gewinnentwicklung für das laufende Jahr könnte aber den Dividendenvorschlag zu Handen der Generalversammlung beeinflussen. Dabei ist bemerkenswert, dass bisher alle grossen Unternehmen von Novartis (+6%), Roche (+3%), Givaudan (+6%), Lonza (+16%), SGS (+5%) eine Erhöhung der Ausschüttungen vorschlagen. Selbst UBS, die noch gar keine Zahlen veröffentlichte, hat vorsichtshalber schon einen Dividendenvorschlag auf Quartalsbasis abgegeben. Dieser erste Trendindikator wird den Schweizer Aktienmarkt stützen.

Welche Schweizer Unternehmen/Branchen stehen nächste Woche im Fokus?
Auf unserem Radaraschirm stehen grössere Unternehmen wie Syngenta, ABB, Swisscom, Emmi oder EMS-Chemie, alle in höchst unterschiedlichen Industrien. Letztere Beide wurden vom SNB-Entscheid besonders getroffen, da sie mehr als die Hälfte der Kosten in der Heimwährung führen, während die Umsatzseite im Ausland deutlich geringer ist. Während Emmi die Anleger bereits in der abgelaufenen Woche mit geplanten Massnahmen beruhigen konnte, steht das bei EMS-Chemie noch aus. Ebenso bei einer ABB, die im Zuge deutlich gefallener Ölpreise zudem noch mit schwachen Endmärkten im Energiebereich konfrontiert ist.

Wo drohen kommende Woche Verluste?
Die Unternehmens-Ausblicke spielen neben den Dividendenvorschlägen das Zünglein an der Waage. Jene Gesellschaften, die nicht darum herum kommen, die bisherigen Prognosen zu präsentieren, dürften nochmals Abgabedruck verspüren. Der Fokus wird nächste Woche innerhalb des SMI beim Industrieunternehmen ABB liegen, wo wir zur Vorsicht mahnen und negative Überraschungen nicht ausschliessen.

Ihr Ratschlag für Anleger für die kommende Woche?
Aus unserer Sicht kommt man an Schweizer Werten mit soliden und attraktiven Dividendenrenditen nach wie vor nicht vorbei. Die beiden Pharma-Riesen Novartis und Roche haben diesbezüglich und trotz des Währungsgegenwindes eine um 6% bzw. 3% höhere Dividendenausschüttung für das Geschäftsjahr 2014 vorgeschlagen.

Wie schätzen Sie die Entwicklung an der Schweizer Börse über die nächsten 12 Monate ein?
Nach der Korrektur Mitte Januar um 15% auf einen zwischenzeitlichen Tiefpunkt im SMI bei 7‘900 Punkten hat dieser in den letzten zwei Wochen mehr als ein Drittel des Rückschlags wieder aufgeholt. Wir gehen in unserer Anlagestrategie von einem Stand per Ende Jahr von 9‘200 Punkten aus, was von gegenwärtigem Niveau aus einem Kurspotenzial von knapp 9% entspricht. Darin eingerechnet ist eine geringfügige Ausweitung der Bewertung, was bedeutet, dass die Gewinne im Schnitt im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen sollten.

*Michael Romer ist seit August 2006 Aktienanalyst bei J. Safra Sarasin und seit März 2014 Leiter des Aktienresearch Private Banking.

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