| Zins-Votum |
19.03.2026 07:44:40
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Geldpolitisches Dilemma: Warum die BoJ trotz Inflationsangst nicht handelt
Die Bank of Japan (BoJ) hat am Donnerstag ihre Geldpolitik unverändert gelassen und hält damit vor dem unsicheren Hintergrund aus Konflikten im Nahen Osten und volatilen Energiemärkten Kurs.
Es ist ein Dilemma, in dem viele Zentralbanken stecken: Ölpreise bedrohen das Wirtschaftswachstum und die Unternehmensgewinne, was für eine Lockerung der Geldpolitik spricht, während sie zugleich Inflationsrisiken bergen, die wiederum für eine straffere Politik spricht. Wie die Geldpolitiker mit dieser Frage umgehen, hängt von den nationalen Prioritäten ab und davon, wie lange sie die Preisschwankungen für anhaltend halten.
Mit ihrer Entscheidung folgt die BoJ der US-Notenbank Federal Reserve, die Zinsen unverändert zu lassen. Anfang dieser Woche entschied sich dagegen die australische Zentralbank für eine Zinserhöhung. Sie befürchtete, dass steigende Energiepreise die ohnehin schon hohe Inflation weiter anheizen könnten, während die indonesischen Behörden ihren restriktiven Kurs beibehielten und die Stabilität von Währung und Inflation betonten.
Die BoJ erklärte in einer Stellungnahme, sie werde die wirtschaftlichen Auswirkungen des Nahostkonflikts und steigender Ölpreise genau beobachten, einschliesslich der Möglichkeit, dass höhere Energiekosten die zugrunde liegende Inflation in Japan beschleunigen könnten.
Trotz der Entscheidung vom Donnerstag bekräftigte die BoJ ihre seit vielen Jahren verfolgte Haltung, dass bei einer Entwicklung von Wirtschaft und Preisen im Einklang mit ihren Prognosen weitere Zinserhöhungen möglich seien. Eines der Mitglieder des geldpolitischen Rats, Hajime Takata, schlug eine Erhöhung des Satzes auf 1 Prozent vor, wurde jedoch von der Mehrheit überstimmt.
Die Inflationsrisiken in Japan könnten zunehmen, da die Flucht in den sicheren Hafen US-Dollar den Yen in Richtung eines Kurses von 160 drückt - eine Schwelle, ab der Händler mit möglicher staatlicher Intervention rechnen. Der Yen könnte weiter abwerten, falls steigende Ölpreise globale Zentralbanken wie die Fed und die Europäische Zentralbank zu weiteren Straffungen zwingen.
Viele Analysten erwarten in den kommenden Monaten eine Zinserhöhung der BoJ, vorausgesetzt, die jährlichen Lohnverhandlungen in Japan, deren vorläufige Ergebnisse nächste Woche veröffentlicht werden sollen, fallen wie erwartet solide aus.
Im April werden die Entscheidungsträger über umfassendere Daten verfügen, darunter die Tankan-Umfrage zur Unternehmensstimmung und Erkenntnisse aus dem Treffen der Regionalchefs der Bank kurz darauf.
Investoren warten nun darauf, was BoJ-Gouverneur Kazuo Ueda zum Einfluss der Spannungen im Nahen Osten und zur Möglichkeit einer Stagflation in Japan - einer wirtschaftlichen Abschwächung bei zugleich starkem Preisanstieg - zu sagen hat.
Von Megumi Fujikawa
DOW JONES
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