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Grösste Gefahr 12.04.2018 21:57:00

Wieso ein Handelskrieg gerade der Schweiz zu schaffen machen könnte

Wieso ein Handelskrieg gerade der Schweiz zu schaffen machen könnte

Deeskalation im Handelsstreit

Nachdem die Furcht vor einer endgültigen Eskalation des Handelskonfliktes zwischen den USA und China zunehmend grösser wurde, konnten die Sorgen nun jüngst etwas gedämpft werden, als Chinas Präsident Xi Jinping kürzlich eine weitere Öffnung der Wirtschaft seines Landes ankündigte. In einer Rede auf dem asiatischen Wirtschaftsforum in Bo'ao in Südchina stellte er geringere Zölle auf Autoimporte, mehr Marktzugang sowie bessere Investitionsbedingungen in Aussicht. Dies interpretierten die Marktteilnehmer als Signal der Gesprächsbereitschaft - auf den Parketts stellte sich Erholung ein.

Dennoch gilt die Schweiz als besonders verletzlich, sollte es entgegen dieser Signale letztlich zu einem Handelskrieg kommen. Würde die Spirale gegenseitiger Strafaktionen losgetreten, sei dies äusserst problematisch, warnte Daniel Kalt, Chefökonom der UBS Schweiz.

"Zwei von fünf Franken werden im Ausland verdient"

Die Schweiz ist in erster Linie eine exportorientierte Nation - die Bedeutung des Aussenhandels ist enorm. Zwei von fünf Schweizer Franken würden im Ausland verdient, berichtet die "Neue Zürcher Zeitung". Im vergangenen Jahr exportierte das Land Waren im Wert von rund 220,4 Milliarden Franken, das wichtigste Abnehmerland war dabei Deutschland.

Traditionell erwirtschaftet die Schweiz einen Handelsbilanzüberschuss. Dieser betrug im Jahr 2017 rund 35 Milliarden Schweizer Franken.

Zölle auf Stahl und Aluminium sind das kleinere Übel

Die USA hatten bereits vor einiger Zeit Zölle auf Stahl und Aluminium eingeführt. Diese dürften in Anbetracht des drohenden Handelskrieges aber das geringste Übel für die Heimat sein. Denn die Schweiz exportiere nur eine verhältnismässig geringe Menge Stahl und Aluminium in die USA, erklärt Schiffhauser von der St. Galler Kantonalbank (SGKB). Schweizer Unternehmen führten im Jahr 2017 insgesamt etwa 18.000 Tonnen und damit nur knapp 2,7 Prozent der gesamten Stahl- und Aluminiumexporte in die vereinigten Staaten aus. Der Exportwert von Stahl lag dabei etwa bei 57 Millionen Franken, der von Aluminium betrug rund 30 Millionen Franken. In diesem Sinne hätten die Zölle nicht allzu dramatische Folgen für die Wirtschaft - die Handelsbilanz würde allerdings massiv darunter leiden.

Grösste Gefahr für die Schweiz

Die grösste Gefahr für die Schweiz wäre letztendlich ein Handelskrieg, denn dadurch würde die Weltkonjunktur enorm gebremst werden. Aymo Brunetti, Ökonom an der Universität Bern, sieht die möglichen Folgen für die Schweiz ähnlich wie Schiffhauser. Auch er ist der Meinung, die Schweiz sei besonders verletzlich, da der Anteil des Aussenhandels an der Wirtschaftsleistung ziemlich gross sei.

Die Schweiz als kleine, offene Volkswirtschaft sei besonders auf den weltweiten Marktzugang sowie ein "regelgebundenes Handelssystem" angewiesen. Ein Handelskrieg, ausgelöst durch die Supermächte USA und China, "könnte eine kleine und extrem vom globalen Handel abhängige Volkswirtschaft wie die Schweiz überdurchschnittlich hart treffen", glaubt auch UBS-Ökonom Kalt.

Redaktion finanzen.ch

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Bildquelle: albertczyzewski / Shutterstock.com,Aleksey Klints / Shutterstock.com,Stocks

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