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20.01.2022 10:20:13

Schroders: Was passiert mit Unternehmen, wenn sie von Private Equity gekauft werden?

Schroders: Was passiert mit Unternehmen, wenn sie von Private Equity gekauft werden?

Private-Equity-Investoren galten einst als "Asset Stripper", die Unternehmen ausschlachteten, zu hohe Schulden aufnahmen, Mitarbeitende entliessen und die wertvollsten Vermögenswerte des Unternehmens verkauften. Die Branche hat sich seitdem stark verändert und hat mit diesem Stereotyp inzwischen wenig zu tun.

In der jüngsten Berichterstattung über die Übernahmen britischer Aktiengesellschaften durch Private-Equity-Unternehmen - insbesondere der Supermarktkette Morrisons - findet sich jedoch ein Echo dieser frühen Kritik. Manchmal wird behauptet, dass Private-Equity-Käufer auf unlautere Weise die Vorteile der Börsenanleger ausnutzen. Das ist jedoch nicht der Fall.

"Es kommt selten vor, dass die Börsen völlig falschliegen", erklärte ein britischer Private-Equity-Spezialist, mit dem wir sprachen. "Manager kaufen ein Unternehmen im Allgemeinen nicht mit einem Aufschlag von 30 bis 40 % auf den aktuellen Aktienkurs und denken, sie hätten ein Schnäppchen gemacht ... sie haben eine bestimmte Strategie im Kopf, um den Wert dieses Unternehmens zu steigern." Es kann für ein börsennotiertes Unternehmen viel schwieriger sein, diese Strategie umzusetzen. Der Grund: Die Anforderungen vieler verschiedener Aktionäre müssen jongliert und die Markterwartungen gelenkt werden.

Der entscheidende Punkt ist, dass die heutigen Private-Equity-Unternehmen strategische und operative Verbesserungen als den wichtigsten Weg zur Steigerung des Unternehmenswerts betrachten. Nicht zuletzt bedeuten die relativ hohen Bewertungen an den heutigen Märkten, dass "die Zeiten, in denen Private Equity durch Kostensenkungen gute Renditen erzielen konnten, so gut wie vorbei sind. Inzwischen brauchen Sie auch Umsatzwachstum und steigende Margen", so der britische Experte.

Dies kann durch den Ausbau der Vertriebs- und Marketingfunktion oder den Einstieg in neue Produkte oder Märkte erfolgen. Weitere Akquisitionen können ebenfalls zum Wachstum beitragen, wie wir weiter unten zeigen.

"Ein Unternehmen braucht Wachstum und attraktive Margen, wenn Sie aussteigen wollen", erklärt Ethan Vogelhut, Head of Buyout Investments Americas bei Schroders Capital. "Das ist der Schlüssel zu einer guten Bewertung - und zu einer grossartigen Rendite."

Was passiert nach einer Transaktion?

Wenn Private-Equity-Unternehmen eine Übernahme vereinbaren, wird nichts dem Zufall überlassen. In der Regel haben sie Monate damit verbracht, ein Unternehmen zu analysieren, mit Branchenexperten zusammenzuarbeiten und eine detaillierte Due Diligence durchzuführen. Und sie wissen normalerweise genau, was sie nach Abschluss der Transaktion tun wollen.

"Die ersten Monate sind entscheidend - das ist ein zentrales Prinzip bei Private Equity", erklärt Ethan Vogelhut. "Wir haben normalerweise einen 100-Tage-Plan, in dem wir die ersten Auswirkungen festlegen, die wir erreichen möchten."

Anders gesagt: Jetzt ist nicht die Zeit, eine Pause einzulegen. "Es ist viel Arbeit, um zu diesem Punkt zu gelangen, aber gerade jetzt hat man das grösste Momentum", erläutert ein britischer Private-Equity-Veteran. "Und genau dieses Momentum gilt es zu nutzen, um die ersten Bausteine zu legen."

Der Umgang mit Problemen, die während der Due Diligence identifiziert wurden, steht oft ganz oben auf der Liste. "Es ist wirklich wichtig, schnell das richtige Reporting zu erstellen", so Ethan Vogelhut. "Um das Geschäft voranzubringen, müssen wir in der Lage sein, die von uns identifizierten Katalysatoren der Wertentwicklung zu verfolgen. Die bestehende Berichterstattung ist möglicherweise nicht ausreichend - insbesondere bei kleineren Unternehmen."

Dann gilt es grössere, strategische Fragen zu lösen. Das kann die Einstellung neuer Mitarbeitender oder die Veräusserung von Nicht-Kerngeschäften umfassen. Es könnte auch das Testen und Weiterentwickeln von Ideen beinhalten, die während des Forschungs- und Sorgfaltsprozesses entstanden. Ein Beispiel hierfür ist die Preisstrategie. "Sie könnten zu Beginn einer Transaktion denken, dass ein Unternehmen die Preise erhöhen könnte. Aber das können Sie während des Diligence-Prozesses nicht beweisen … das geht erst später", erklärt eine andere Führungskraft.

Kapital und Expertise sind der Schlüssel

Alle Private-Equity-Manager, mit denen wir gesprochen haben, äusserten die Ansicht, dass der Zugang zu Kapital ein entscheidendes Instrument im Werkzeugkasten der Branche ist. Dies ist vor allem für kleinere Unternehmen wichtig, die aufgrund von Kapitalmangel möglicherweise ihre strategischen Optionen einschränken. Bestehende Aktionäre sind unter Umständen nicht in der Lage, zusätzliche Mittel bereitzustellen, und kleinere Unternehmen haben möglicherweise keinen Zugang zu Bankfinanzierungen zu attraktiven Konditionen.

Ein von Private-Equity-Unternehmen häufig verwendeter Ansatz ist der "Buy-and-Build"-Ansatz.

Kleinere europäische Transaktionen stammen meist von Familien und Gründer

Transaktionen mit Familien und Gründern dominierten kleine europäische Buyouts

Im Wesentlichen geht es darum, ein kleines oder mittelständisches Unternehmen zu kaufen, es durch weitere Akquisitionen auszubauen und dabei operative Verbesserungen vorzunehmen. Das grössere Unternehmen kann beispielsweise in der Lage sein, einem breiteren Kundenstamm eine breitere Produktpalette anzubieten oder bessere Lieferantenkonditionen auszuhandeln. Die folgende Fallstudie bietet ein Beispiel dafür, wie eine Buy-and-Build-Strategie in der Praxis funktioniert.

Dieses Expansionsmodell steht kleineren, unabhängig agierenden Unternehmen möglicherweise nicht zur Verfügung. "Es geht nicht nur um Kapital, sondern auch um Expertise", so Ethan Vogelhut. "Private-Equity-Unternehmen haben viele Male Unternehmen gekauft und verkauft - aber die meisten kleineren Unternehmen haben den Prozess noch nie durchlaufen", fügt er hinzu.

Auch der Zugang zu Geldern kann ein entscheidender Vorteil sein, wenn es mal nicht so gut läuft. Manager können Portfoliounternehmen mit zusätzlichem Eigenkapital unterstützen. Und sie haben in der Regel enge Beziehungen zu Kreditgebern, die an einer Reihe von Geschäften eines Unternehmens beteiligt sein können. Dies bedeutet, dass Banken eher mit Managern zusammenarbeiten, um ein Portfoliounternehmen in einer schwierigen Phase zu unterstützen.

Wo kommen die Transaktionen her?

In Grossbritannien wurden im vergangenen Jahr zahlreiche börsennotierte Unternehmen von Private-Equity-Gesellschaften übernommen. In Wirklichkeit machen diese "Public-to-Private"-Deals jedoch einen relativ geringen Anteil an Private-Equity-Transaktionen aus. Dies gilt insbesondere für das kleinere Ende des Marktes in Europa, wie die folgende Grafik zeigt. Manager kaufen eher Unternehmen von Familienbesitzern oder grösseren Unternehmen, die einen Geschäftsbereich verkaufen, der nicht zum Kerngeschäft gehört.

"Es gibt viele Unternehmen, die von Babyboomern gegründet wurden und noch immer geführt werden. Wenn sie in den Ruhestand gehen wollen, ist Private Equity die offensichtliche Lösung", sagt Ethan Vogelhut.

Private-Equity-Unternehmen können ihr Kapital und ihre Expertise einsetzen, um attraktive Renditen zu erwirtschaften. Ein gutes Beispiel dafür ist eine kürzlich erfolgte Transaktion von Schroders Capital. Das Beispiel zeigt auch die Vorteile von Investitionen am kleineren Ende des Private-Equity-Markts.

Schroders Capital wurde 2017 Co-Investor von Heartland. Es handelt sich dabei um einen in Michigan ansässigen Anbieter von nicht diskretionären Dienstleistungen für Wohnhäuser wie Heizung, Lüftung und Austausch und Reparatur von Klimaanlagen. Das Unternehmen ist auf einem fragmentierten Markt mit mehreren verschiedenen Mitbewerbern in derselben Region tätig.

Innerhalb von drei Jahren erwarb die Investorengruppe mehrere dieser Mitbewerber und schuf so ein regionales Kraftzentrum mit führender Markenbekanntheit. Die Unternehmen wussten vorher von der Existenz des anderen, aber keiner von ihnen war in der Lage, eine Fusion durchzusetzen.

"Wir sahen die Chance und konnten das Kapital dafür bereitstellen", erklärt Ethan Vogelhut.

Heartland steigerte seine Gewinne in den drei Jahren um das nahezu Fünffache und wurde schliesslich für eine äusserst attraktive Rendite an einen grösseren Buyout-Fonds verkauft.

Hier erfahren Sie mehr: https://www.schroders.com/de/ch/asset-management/insights/

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