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17.09.2021 11:00:31

Schroders: Was haben wir im Lockdown getan? Das Tagebuch eines Private-Equity-Managers

Schroders: Was haben wir im Lockdown getan? Das Tagebuch eines Private-Equity-Managers

Paul Lamacraft

Mehr Fitnessübungen und öfter mal mit den Kindern frühstücken - nicht alles war schlecht am Lockdown. Die Zeit, die ich dadurch gewonnen habe, weil ich nicht mehr pendeln musste, habe ich sicherlich gut genutzt.

Die Pandemie brachte grosse Einschnitte mit sich. Das trifft auch für diejenigen zu, die das Glück hatten, weiterarbeiten zu können. Dabei wurden viele Prioritäten neu gesetzt, die viele bestimmt nicht mehr ändern wollen.

Nicht viel anders stellte es sich für professionelle Anleger dar, die sich am Eigenkapital von Unternehmen beteiligen. Wir wurden zudem vor viele Herausforderungen gestellt, aber es boten sich auch zahlreiche Chancen, die es zu nutzen galt. Im Bereich Private Equity fanden sich diese in zwei Lagern.

Zum einen unter an sich soliden Unternehmen, die einen heftigen, wenn auch nur vorübergehenden, Nachfrageschock erlitten. Einige dieser Firmen könnten stärker aus der Krise hervorgehen, wie durch eine Übernahme. Wer als Anleger Geduld mitbringt, kann also fehlbewertete Wachstumschancen finden.

Zum anderen ergaben sich Chancen unter Unternehmen, die davon profitieren, dass gewisse Trends durch die Pandemie zusätzlich an Dynamik gewonnen haben oder jetzt in der Realität fest verankert sind. So hat der Online-Handel beispielsweise nicht einfach nur zugenommen, für viele Firmen war er ein Ausweg, um sich aus der schwierigen Lage zu befreien. Und einige Gesellschaften dürften von der schnellen und dauerhaften Veränderung des Verbraucherverhaltens profitieren und künftig stark wachsen.

Wie sind wir vorgegangen?

Wir haben überlegt, welche Auswirkungen der Pandemie dauerhaft und welche nur vorübergehend sind und wie sich daraus Chancen ableiten.

Fehlbewertete Wachstumschancen

Anbieter von Bildungsleistungen zum Beispiel wurden von der Pandemie hart getroffen. So mussten die Schulen schliessen und Universitäten ihren Unterricht aussetzten. Im Zuge dessen führten die Bildungseinrichtungen den Fernunterricht ein. Dieser wird aber nicht unser Alltag werden, sondern das Präsenzlernen nur ergänzen. Die praktische Ausbildung und die Zusammenarbeit lassen sich vor allem in den Naturwissenschaften und der Medizin nicht einfach ersetzen. Vor diesem Hintergrund haben wir in den führenden britischen Schulungs- und Ausbildungsspezialisten Learning Curve investiert. Das Unternehmen ist seit seiner Gründung im Jahr 2004 schnell gewachsen und bietet mit seinem flexiblen Geschäftsmodell sowohl Online- als auch Präsenzkurse.

Ähnlich wie das Bildungsangebot wird sich auch unser Arbeitsleben flexibler gestalten und das Home-Office dürfte immer mehr zur Regel werden. Als die Panik in der Pandemie ihren Höhepunkt erreichte, sahen viele sogar das Ende der Arbeit im Büro. So weit gehen wir natürlich nicht. Schliesslich braucht ein jeder von uns auch Klatsch und Tratsch.

Früher oder später werden alle wieder ins Büro zurückkehren. Und dann werden wir dort auch wieder die Wasserspender nutzen. Zumal sie auch viel umweltfreundlicher sind als Wegwerfflaschen aus Plastik. Die Zweifel, ob Büros ihre Belegung wieder erreichen werden, sind durchaus berechtigt. Doch eines ist sicher: Trinkwasser wird gebraucht.

Angesichts dieser Überlegungen haben wir in Waterlogic investiert, einem weltweit führenden Anbieter von Wasserspendern mit Sitz in Grossbritannien. Da wir unsere Mittel mit einem langen Anlagehorizont bereitgestellt haben, hat Waterlogic die Möglichkeit, seine ehrgeizigen Ziele durch organisches Wachstum und Übernahmen weiter zu verfolgen.

Hohes Wachstum durch nachhaltige Veränderung

Ein Trend, der nach der Pandemie nicht abreissen wird, sind bargeldlose Zahlungen. Der Online-Handel boomt und sein Wachstum wird sich fortsetzen. Davon profitieren nicht zuletzt Anbieter von Zahlungslösungen, weshalb wir während der Pandemie in Rapyd investierten.

Rapyd bietet weltweit die schnelle Abwicklung von Zahlungen und ermöglicht Unternehmen rund um den Globus einen zügigen Marktzugang. Mit den von uns gewährten Finanzierungsmitteln wird der Anbieter die Grösse seiner Technik- und Produktteams verdoppeln. Gleichzeitig können Neukunden den Dienst schneller denn je implementieren.

2020 zeigte eines deutlich und auch unsere genannten Investments stehen beispielhaft dafür: Wir sind auf eine schnelle und stabile digitale Infrastruktur angewiesen. Dabei ist die Vorhersagbarkeit der Netzleistung ganz entscheidend, und bei der Erkennung von Fehlermustern, um Ausfälle durch die Automatisierung von Reparaturen zu verhindern, spielt künstliche Intelligenz eine wichtige Rolle.

Wir investierten deshalb in das in Bristol ansässige Unternehmen Graphcore. Es stellt eine neue Art von Mikroprozessor her, die Intelligence Processing Unit (IPU), die speziell für die Unterstützung von Anwendungen im Bereich der künstlichen Intelligenz entwickelt wurde. Die Produkte von Graphcore können vielseitig eingesetzt werden, und die Technologien des Unternehmens werden einschneidende Veränderungen in allen Branchen hervorbringen. Ob in der medizinischen Forschung, in der Robotik oder beim Bau autonomer Autos - in der nächsten Entwicklungsphase wird künstliche Intelligenz eine zentrale Rolle spielen.

Keine einseitige Ausrichtung

Die genannten Investments sind nur eine Handvoll Beispiele. Unser Ansatz richtet sich sowohl auf Unternehmen, die durch die Pandemie getroffen wurden, als auch auf solche, deren Wachstum durch Covid-19 deutlich an Fahrt gewann. Für den Zugang zu diesen spannenden Wachstumsmöglichkeiten bedarf es eines umfangreichen Private-Equity-Netzwerks. Allerdings muss man auch erkennen, wie wichtig das Wachstumskapital für Firmen sein kann. Gleich ob ein Unternehmen eine schwierige Zeit überstehen muss oder noch im Aufbau begriffen ist - privates Beteiligungskapital bietet oft die zentrale Unterstützung.

Dieser Artikel wurde im August 2021 veröffentlicht. Alle Bezugnahmen auf Unternehmen dienen nur zur Veranschaulichung und sind weder als Kauf- noch als Verkaufsempfehlung oder als Meinung zum Wert der Aktien dieses Unternehmens zu verstehen. Dieser Artikel ist nicht als Anlageempfehlung oder Research gedacht und sollte nicht für diese Zwecke genutzt werden. Bitte beachten Sie, dass der Wert der Anlagen und der damit erzielten Erträge sowohl steigen als auch fallen kann. Anleger erhalten den ursprünglich investierten Betrag unter Umständen nicht zurück. Bevor Sie sich für eine Anlage entscheiden, sollten Sie mit Ihrem Berater sprechen.

Hier erfahren Sie mehr: https://www.schroders.com/de/ch/asset-management/insights/

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Bildquelle: Schroders

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