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11.11.2021 15:57:08

Schroders: Naturkapital muss einen Wert haben

Schroders: Naturkapital muss einen Wert haben

Andreas Markwalder
CEO

Publiziert am 6. November in der Sonderbeilage der FuW zum Thema «Institutionelles Anlegen».

Das Asset Management wird neue Wege gehen - weltweit, nicht nur in der Schweiz. Die sich anbahnenden Veränderungen können sehr grob in zwei Kategorien eingeteilt werden: Die Digitalisierung und die Tokenisierung des Produktangebots werden es ermöglichen, die Anlagebedürfnisse der Kunden passgenau zu erfüllen. Und zweitens wird durch den Einbezug des Naturkapitals[1] in die volkswirtschaftliche Gesamtbetrachtung das Wirtschaftssystem auf ein neues Fundament gestellt werden.

Unternehmen, die Externalitäten verursachen, wurden an der Börse lange Zeit belohnt. Das Überwälzen von Kosten und Schäden auf die Gesellschaft und Umwelt führt zu ungerechtfertigten Gewinnen, die von den Anlegern in Form hoher Dividenden und Kursgewinnen abgeschöpft werden, ohne die Verantwortung für die negativen Effekte zu übernehmen. Das dürfte sich in Zukunft ändern. Firmen sind zunehmend in der Pflicht, Rechenschaft darüber abzulegen, mit welchen Emissionen sie die Umwelt belasten. Diese werden in Zukunft quantifiziert und im Geschäftsbericht ausgewiesen werden müssen. CO2-Emissionszertifikate sind erst der Anfang. Auch Lärm- und andere Emissionen dürften künftig ein Preisschild erhalten und die Gewinnmargen nicht nachhaltiger Geschäftsmodelle erodieren lassen.

Zu geringe Biokapazität

Das derzeitige Modell der Volkswirtschaftslehre, dass auf Arbeit, Kapital und Boden abstellt, wird das sogenannte Naturkapital - als Teilmenge des Kapitals - in Zukunft viel stärker gewichten müssen. Denn die Biokapazität unseres Planeten ist zu gering, um die negativen Folgen der menschlichen Zivilisation auf Fauna und Flora aufzuwiegen. Unsere Umwelt ist keine passive, sich ewig regenerierende Ressource. Eine Folge dieser Neubetrachtung wird es sein, dass sich die Bewertungen von vielen Firmen verändern werden.

Für die einzelnen Unternehmen wird es unumgänglich sein, die gesamte Liefer- und Wertschöpfungskette auf mögliche schädliche Einflüsse abzuklopfen und anzupassen, respektive nachhaltiger zu gestalten. Diese Entwicklung nimmt selbstverständlich auch die Vermögensverwalter in die Pflicht. Denn die Bewertungen von vorbildlichen und weniger vorbildlichen Firmen werden in Zukunft stark divergieren. Und die Asset Manager sind als Vertreter der Kunden angehalten, entsprechende Risiken in den Portfolios zu orten, zu bewerten und zu mitigieren. Aktives Management und Stewardship werden vor diesem Hintergrund noch viel wichtiger werden.

So stehen aktive Vermögensverwalter in der Pflicht, den Dialog mit den einzelnen Unternehmen intensiver zu pflegen und nicht einfach deren Aktien aus dem Anlageuniversum auszuschliessen. Es geht darum, das jeweilige Management auf dem Weg in Richtung einer nachhaltigen Zukunft zu begleiten und nach Kräften zu unterstützen. Im Gegensatz dazu entziehen passive Anleger weniger vorbildlichen Firmen durch die Verbannung aus ihrem Anlageuniversum zur Transformation benötigte Mittel und verunmöglichen so mitunter, dass sich diese weiterentwickeln können.

Token statt Fonds

Auch aus renditetechnischer Sicht ist es besser, Umweltsünder nicht vom Kapitalmarkt fernzuhalten. In der Regel handeln diese mit einem Abschlag zu den Vorzeigeunternehmen. Wenn es gelingt, über die Jahre aus einem Saulus einen Paulus zu formen, wird sich das in der Bewertung mit einer entsprechend positiven Rendite manifestieren. Es gilt also, innovativ zu sein und konstruktiv zu handeln. Lediglich mit Verboten Unternehmen in die richtige Richtung schubsen zu wollen, wird nicht zu einer lebenswerteren Welt führen. Eine gewisse Übergangsfrist muss auch Industrien zur Veränderung eingeräumt werden, die unsere Ökosysteme derzeit noch sehr stark belasten. Vor «Net Zero» wird es eine Zeit der «Transition finance» geben.

Für die Kunden dürfte sich ebenfalls einiges ändern: Fixe, starre Produkte wie etwa Anlagefonds dürften in der Finanzindustrie der Zukunft viel weniger bedeutend sein als heute. Durch die Tokenisierung von Vermögenswerten - z.B. auf einer Blockchain - wird es möglich sein, Portfolios passgenau auf die persönliche Risikofähigkeit und die individuellen Präferenzen der Anleger abzustimmen. Zudem können durch die Tokenisierung Anlageklassen erschlossen werden, die einem breiten Anlegerkreis bislang nicht zugänglich waren. Dazu zählen KMUs, Start-Ups und andere Private Assets wie Infrastrukturanlagen.

Das hat Folgen, die auf den ersten Blick nicht leicht erkennbar sind: Mit der Rückbesinnung der Asset Manager auf die Bedürfnisse der Kunden werden beispielsweise konventionelle Referenzindizes wie der MSCI Welt, der S&P 500 und der SMI als Benchmark an Bedeutung verlieren. Viel entscheidender werden die individuellen Spar- und Renditeziele jedes Einzelnen sein. Denn für Anleger ist es wichtiger zu wissen, ob sie ein Haus, die Ausbildung der Kinder und den Lebensabend finanzieren können und nicht, ob ihr Portfolio besser oder schlechter als der lokale Aktienmarkt abschneidet.

Andreas Markwalder ist CEO von Schroder Investment Management Switzerland

[1] Naturkapital besteht aus Naturgütern, sprich Böden, Ozeanen, Wäldern, Luft, Wasser und Lebewesen. Sie alle erbringen Leistungen, die als Ökosystemdienste bezeichnet werden: Kohlenstoffbindung, Bestäubung, Schutz vor Bodenerosion und Überschwemmungen. Das Naturkapital ist für die Weltwirtschaft und unsere Zivilisation ein lebenswichtiges Gut. Nach Angaben des Weltwirtschaftsforums hängt mehr als die Hälfte des weltweiten BIP von den natürlichen Ressourcen ab.

Hier erfahren Sie mehr: https://www.schroders.com/de/ch/asset-management/insights/

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