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27.12.2021 15:33:54

Schroders: Ausblick für 2022: China

Schroders: Ausblick für 2022: China

Andrew Rymer
Investment-Redakteur

Nach der starken Erholung von Covid-19 im vergangenen Jahr konnte 2021 für China nur anders aussehen. Schliesslich führte China die makroökonomische Erholung nach dem anfänglichen Ausbruch der Pandemie an ("first in, first out").

Regulierungsreformen, die Energiekrise und die Volatilität im Immobiliensektor als Folge von Regulierungsmassnahmen und der Evergrande-Krise haben sich jedoch als weitere Themen erwiesen, die von den Märkten verarbeitet werden müssen. Dies führte 2021 zu einer divergierenden Wertentwicklung von Anleihen und Aktien.

Was die Pandemie betrifft, so haben über 75 % der chinesischen Bevölkerung in China zwei Impfdosen erhalten. Gleichzeitig gibt es noch immer strenge Grenzkontrollen und die Quarantänevorschriften gelten weiterhin. Angesichts der Unsicherheit aufgrund der Omikron-Variante werden diese Bestimmungen voraussichtlich bis ins nächste Jahr bestehen bleiben.

Für 2022 sind mehrere Überlegungen abzuwägen. Wird die Nulltoleranzpolitik in Sachen Corona-Pandemie aufgehoben? Erholt sich das Wirtschaftswachstum? Und lässt der Regulierungsdruck nach?

Die chinesische Wirtschaft

David Rees, Senior EM Economist

Die starke Abkühlung der chinesischen Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte wird sich bis ins Jahr 2022 fortsetzen und das Wachstum weiter bremsen. Nach zuvor prognostizierten 7,7 % rechnen wir für 2021 nun mit einem Anstieg des BIP von 4,7 %.

Solange die Nulltoleranzpolitik der Regierung gegen Covid-19 in Kraft bleibt, werden die Beschränkungen zur Eindämmung der Ausbrüche des Virus weiterhin die Aktivitäten beeinträchtigen, insbesondere im Dienstleistungssektor. Die Omikron-Variante gibt in dieser Hinsicht Anlass zur Sorge. Regierungsinterventionen haben die Räder des Energiesektors geschmiert, als Stromausfälle die Aktivität beeinträchtigten. Trotzdem dürften die Kohlereserven zumindest über den Winter knapp bleiben. Infolgedessen werden die Hersteller in einer Zeit sinkender Exportnachfrage mit höheren Energiekosten konfrontiert werden.

Die grösste Sorge bereitet jedoch der Immobiliensektor. Eine Vertrauenskrise in Bezug auf die Finanzlage hoch verschuldeter Bauträger hat den Verkauf neuer Immobilien zum Erliegen gebracht. Dadurch ging eine wichtige Finanzierungsquelle verloren und es kam zu einer Abwärtsspirale aus geringerer Bautätigkeit, mehr Umschuldungen und weniger Verkäufen. Politische Entscheidungsträger haben eine höhere Schmerzgrenze für Probleme im Immobiliensektor gezeigt. Dies ist im Einklang mit den umfassenderen Regulierungsreformen der Regierung, die auf "gemeinsamen Wohlstand" abzielen. Aber die Behörden werden angesichts der möglichen negativen Folgen eines vollständigen Zusammenbruchs des Immobilienmarkts für das Finanzsystem und die Wirtschaft insgesamt wahrscheinlich früher oder später eingreifen, um die Lage zu stabilisieren. Dennoch bedeutet der schwache Verkauf von Grundstücken und neuen Immobilien, dass die Bautätigkeit im Jahr 2022 gering sein wird. In der Vergangenheit hat dieser Sektor etwa ein Fünftel des BIP ausgemacht.

Die gute Nachricht ist, dass nichts davon die Märkte völlig unvorbereitet treffen wird. Die eingehenden Daten mögen auf kurze Sicht noch überraschen, aber unsere lang gehegten Sorgen über eine Verlangsamung in China haben sich nun zur Konsensansicht entwickelt. Die Märkte werden sich auf Anzeichen einer Verbesserung konzentrieren. Eine Ankündigung von fiskalischen Anreizen, die möglicherweise auf Investitionen in die Energiewende abzielen, könnte dem Vertrauen einen Schub geben.

Wir werden auch die Frühindikatoren im Auge behalten, um Anzeichen für eine zukünftige Verbesserung abzupassen. So ging der Kreditimpuls - die zwölfmonatige Veränderung der Neukreditvergabe im Verhältnis zum BIP - im Oktober 2021 weiter zurück, was auf eine schwache Konjunktur bis in den Sommer 2022 hindeutet, doch verlangsamte sich dieser Rückgang. Der Impuls könnte um den Jahreswechsel herum seinen Tiefpunkt erreichen und sich wieder erholen, was eine Verbesserung der Aktivität in der zweiten Hälfte des Jahres 2022 impliziert.

Anleger sollten auch mehr Klarheit darüber bekommen, wie staatliche Reformen umgesetzt werden. Jede Lockerung von Massnahmen, die auf Branchen wie Technologie und Bildung abzielen, könnte Vermögenswerte aus diesen Sektoren unterstützen. Und jede Erhöhung des verfügbaren Einkommens der privaten Haushalte durch Reformen und potenzielle Konjunkturmassnahmen könnte dem Konsum Auftrieb verleihen, der bei der Erholung bisher hinterherhinkt.

Chinesische Aktien

Louisa Lo, China Fund Manager

Angesichts der Nulltoleranzhaltung des Landes ist es unwahrscheinlich, dass China 2022 seine Grenzen wieder öffnet. Infolgedessen wird die Erholung des Konsums wahrscheinlich vom Inland getragen, der anziehen sollte, wenn Covid-19 dank strenger Massnahmen und höherer Impfraten in den Hintergrund tritt.

Die Inflation der Erzeugerpreise könnte dank der weltweiten Normalisierung der Industrie im Jahr 2022 ihren Höhepunkt erreichen. Für 2022 wird auch eine Verbesserung der Lieferkettensituation erwartet, da wir in keiner der grossen Volkswirtschaften mit ernsthaften Lockdowns rechnen. Noch wichtiger ist, dass Konsumgüterunternehmen mit einer starken Markenmacht in einem besseren Konsumumfeld hohe Inputkosten an die Endverbraucher weitergeben können. 2022 könnte also ein besseres Jahr für hochwertige Konsumgüteraktien darstellen.

Während die Erzeugerpreisinflation bald ihren Höhepunkt erreichen könnte, ist ein Rückgang auf ein wesentlich niedrigeres Niveau unwahrscheinlich. China steuert auf eine Phase struktureller Inflation zu, die von längerfristigen Faktoren wie einer alternden Bevölkerung, dem Fokus auf Dekarbonisierung und der anhaltenden quantitativen Lockerung weltweit bedingt wird.

Wir gehen davon aus, dass neue Infrastruktur- und umweltfreundliche Kapitalinvestitionen im Einklang mit der politischen Ausrichtung des Landes die Schlüsselbereiche des Wachstums sein werden. Traditionelle Infrastrukturinvestitionen könnten im nächsten Jahr aufgrund einer förderlichen Fiskalpolitik leicht zunehmen. Wir erwarten jedoch keinen massiven Anstieg, da auch die Kommunalverwaltungen den umfassenderen Bemühungen des Landes zum Schuldenabbau folgen müssen. Andererseits dürften sich die Immobilieninvestitionen weiterhin verlangsamen angesichts des anhaltenden Schuldenabbaus am Immobilienmarkt.

Obwohl angebotsseitige Engpässe im nächsten Jahr möglicherweise behoben werden könnten, könnten die Exporte 2022 abnehmen, wenn die positive Wirkung der Lockdowns im Ausland nachlässt. Dies unterstreicht die Bedeutung der Politik des "dualen Kreislaufs": die Betonung des längerfristigen Exportwachstums bei gleichzeitiger Förderung des Inlandsverbrauchs, der Forschung und Entwicklung vor Ort und der Importsubstitution. Somit dürfte der Binnenkonsum ab 2022 ein wichtiger Wachstumskatalysator sein.

Die politische Richtung ist klar, wobei der Schuldenabbau und die Verringerung der Einkommensunterschiede oberste Priorität hat. Die Politik kann bei Bedarf angepasst werden, wird aber unseres Erachtens nicht rückgängig gemacht, da eine langfristige Verschiebung der wirtschaftlichen Triebkräfte und der Risikoabbau immer noch im Fokus der politischen Entscheidungsträger stehen.

Obwohl sich die Beziehung zwischen den USA und China seit der Wahl von Präsident Biden nicht wesentlich verbessert hat, hat sich auch keine wesentliche Verschlechterung ergeben. Erfreulicherweise haben die Länder auch ihre Bereitschaft für eine Wiederaufnahme des Dialogs betont. Ein Silberstreif am Horizont ist, dass die USA die zuvor gegen China erhobenen Zölle senken könnten, um den Inflationsdruck zuhause zu verringern. Dennoch glauben wir, dass die Beziehungen zwischen den USA und China relativ angespannt bleiben werden. Selbst potenzielle Fortschritte bei der Reduzierung der Handelszölle garantieren nicht unbedingt eine deutliche Neubewertung des Marktes. China wird angesichts der verschärften geopolitischen Spannungen weiterhin den "dualen Kreislauf" fördern.

Die Korrektur chinesischer Aktien im Jahr 2021, als die Bewertungen vieler beliebter Aktien von den erhöhten Niveaus stark nachgaben, bietet interessantere Gelegenheiten in zahlreichen Sektoren. Wir glauben, dass die Marktbewertungen trotz einiger erheblicher Unterschiede auf Sektorebene insgesamt robust sind und angesichts des weiterhin schwierigen makroökonomischen Umfelds, das für 2022 erwartet wird, mehr Schutz vor Kursverlusten bieten.

Chinesische Anleihen

Julia Ho, Leiterin Asian Macro

Auch wenn wir möglicherweise keine Wiederholung der starken relativen Outperformance von 2021 erleben, bleiben wir bei chinesischen Onshore-Anleihen für 2022 sehr optimistisch.

Die Argumente für Investitionen in chinesische Anleihen sind nach wie vor überzeugend. Das Wirtschaftswachstum hat sich von hohen einstelligen Raten im vergangenen Jahrzehnt auf voraussichtlich 5 % im Jahr 2022 verlangsamt, da China seinen wirtschaftlichen Fokus von der Quantität des Wachstums auf die Qualität verlagert. Während dies in Zukunft zu einer nachhaltigeren und stabileren Wirtschaft führen könnte, ist die langsamere Gesamtwachstumsrate für Anleihen positiv, da die Zinsen wahrscheinlich niedrig bleiben werden.

Der Rückgang des Kreditimpulses hat auch zu einer weiterhin akkommodierenden Geldpolitik beigetragen. Während die Zentralbanken weltweit die quantitative Lockerung einstellen oder mit Zinserhöhungen beginnen, fällt China als einzige grosse Zentralbank, die in letzter Zeit die geldpolitischen Zügel gelockert hat, aus der Reihe. Das bedeutet, dass das Abwärtspotenzial von chinesischen Anleihen voraussichtlich begrenzt ist, was ein günstiges mittelfristiges Risiko-Ertrags-Profil bietet.

Zweitens sind die neuen Themen gemeinsamer Wohlstand, Regulierungsreform und Schuldenabbau für alle Anleiheanlagen förderlich. Da China als Nation insgesamt reicher geworden ist, konzentriert es sich nun auf soziale und Wohlstandsgleichheit. Die Aufsichtsbehörden befassen sich mit Exzessen in verschiedenen Bereichen wie dem Wohnungsmarkt und arbeiten an langfristigen Reformen in Bereichen wie Bildung, Gesundheitsversorgung und Online-Glücksspiele. Die "First-in-First-out"-Wirtschaftserholung von der Pandemie hat China die Gelegenheit eröffnet, diese Reformen umzusetzen, ohne seinen Wachstumskurs zu unterbrechen.

Der Nationale Parteitag im Oktober 2022 dient ebenfalls als Anstoss zur Umsetzung von Reformen. Wir gehen davon aus, dass kurzfristig Schmerzen in Kauf genommen werden müssen, um langfristige Gewinne zu erzielen, wie die angespannte Lage auf dem Immobilienmarkt gezeigt hat. All diese Entwicklungen sind förderlich für Anleihen, da die Anleger angesichts niedrigerer Wachstumserwartungen und potenzieller Volatilitätsschübe vorsichtig bleiben und chinesische Anleihen als defensive Vermögenswerte aufstocken könnten.

Längerfristig gesehen erreicht die chinesische Demografie ihren Höhepunkt und die Gesamtbevölkerung altert. Auch dies könnte positiv für Anleihen sein. Die Gesamtbevölkerung und die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter Chinas haben aufgrund der früheren Ein-Kind-Politik wahrscheinlich ihren Höchststand erreicht. Gleichzeitig altert auch die Bevölkerung rapide, wodurch die Nachfrage nach festverzinslichen Produkten steigt. Die neu angekündigte Drei-Kind-Politik wird den demografischen Trend wahrscheinlich nicht aufhalten. Junge Menschen in China, wie auch in anderen asiatischen und europäischen Ländern, bekommen bei steigendem Wohlstand weniger Kinder. Dieser Trend der Alterung und des Bevölkerungsrückgangs ist schlecht für das Wachstum, aber gut für Anleihen.

Chinesische Anleihen sind als Anlageklasse endlich mündig geworden, da die Anleger sie zunehmend als sicheren Hafen sehen. Die Outperformance während der Pandemie im März 2020 und inmitten der weltweiten Anleihenflucht im ersten Quartal 2021 hat die Widerstandsfähigkeit chinesischer Anleihen unter Beweis gestellt. Attraktive Bewertungen, ein förderliches wirtschaftliches Umfeld, eine divergierende Geldpolitik, eine grössere Zugänglichkeit, eine anhaltende Indexaufnahme, geringe Volatilität und Diversifikationsvorteile sind nur einige der Gründe, warum wir chinesische Anleihen nach wie vor bevorzugen.

Da China seine Währung weiterhin als internationale Reservewährung bewirbt, werden chinesische Staatsanleihen ausserdem eine entscheidende Rolle als Ankerinvestition in Renminbi spielen.

Hier erfahren Sie mehr: https://www.schroders.com/de/ch/asset-management/insights/

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